Das Aus für Plastiktüten kommt erst 2021

Asunción: Obwohl es im Jahr 2015 verkündet wurde, ist das Gesetz Nr. 5414, besser bekannt als Anti-Plastiktüten-Dekret, das in diesem Jahr hätte in Kraft treten sollen, erneut auf 2021 verschoben. Gründe dafür gibt es einige.

Die Exekutive hatte beschlossen, die Unternehmen weiterhin zu ermächtigen, bis zum 31. Dezember Plastiktüten zu verwenden.

Der Grund für die Verschiebung war, dass es bei Änderung der Gewohnheiten in der Verwaltung von Supermärkten und Geschäften zu einer stärkeren Ansteckung von Covid-19 kommt. Es sei jedoch daran erinnert, dass die paraguayische Kammer der Kunststoffindustrie vor Bekanntgabe der Entscheidung der Exekutive angegeben hatte, dass die Bedingungen für die Anwendung der Vorschriften nicht gegeben seien und dies auch Tausende von Arbeitsplätzen betreffen würde.

Tatsächlich schaffen es Unternehmen erst jetzt – weniger als drei Monate vor Ablauf der neuen Frist für das Inkrafttreten -, die Bestimmungen der vor fünf Jahren erlassenen Vorschriften einzuhalten.

Es ist erwähnenswert, dass Unternehmen laut Gesetz Einweg-Polyethylentaschen durch wiederverwendbare ersetzen müssen, die vom Nationalen Institut für Technologie, Standardisierung und Metrologie (INTN) zertifiziert sein müssen. Das Ministerium für Industrie und Handel muss die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften durch die Betroffenen durchführen.

Lira Rossana Giménez, Generaldirektorin von INTN, sagte, dass der vom Gesetz betroffene Sektor unabhängig vom Inkrafttreten sehr proaktiv sei und die meisten Unternehmen bis Dezember dieses Jahres zertifiziert sein werden.

„Das INTN muss die Beutel oder Taschen zertifizieren. Wir erhalten Geräte, die wir ausschließlich für solche Zwecke verwenden werden“, sagte sie. Giménez fügte an, dass der Kauf der Ausrüstung dank eines Budget-Reengineerings und interner Einsparungen, die in der Institution erzielt wurden, durchgeführt werden konnte.

Sie erklärte weiter, dass diese Geräte erhebliche Zeit- und Effizienzeinsparungen beim Service und vor allem Zuverlässigkeit beim Ergebnis bewirken werden.

Giménez versicherte, dass die von ihm beauftragte Einrichtung dank aller unternommenen Anstrengungen in der Lage sei, auf Anfragen des Privatsektors wirksam zu reagieren. „Wir waren in unserer Kapazität wirklich stark eingeschränkt, wir hatten nur ein Gerät, aber jetzt haben wir mehrere zur Verfügung und eines, das vollständig automatisiert ist, was Effizienz und Zuverlässigkeit der Ergebnisse bedeutet“, betonte sie.

Giménez erklärte, dass die spezifische Aufgabe ihrer Behörde darin bestehe, zu bestätigen, dass die Taschen wiederverwendbar sind und dem paraguayischen Standard entsprechen.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Gesetz festlegt, dass die Eigentümer von Supermärkten, Lagerhäusern und Geschäften im Allgemeinen mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Mindestlöhnen des Tagessatzes (42.170.000 Guaranies) bestraft werden können, wenn die Bestimmungen nicht eingehalten werden.

Nach Schätzungen des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (Mades) fallen in Paraguay täglich 7.000 Tonnen Abfall an, von denen 700 Tonnen Kunststoffe sind und nur 3% recycelt werden.

Nach den von Mades mit internationalen Organisationen durchgeführten Analyse bei Siedlungsabfällen (MSW) entsprechen 10 Kilogramm pro 100 Kilogramm dieser Art von Müll in Paraguay potenziell recycelbarem oder verwertbarem Kunststoff.

Wochenblatt / EL Independiente / Beitragsbild Archiv

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11 Kommentare zu “Das Aus für Plastiktüten kommt erst 2021

  1. Gründe dafür gibt es einige. So kann man mit Plastiktüten gut nasses Laub und sonstig Brennbares anfackeln. Fallen diese weg, so müssten die Eingeborenen wohl auf andere Brandverstärker wie tH, gW, B&A, B&G und sonstig Brennbares zurückgreifen.

  2. Wieso hatte ich auch nur die Hoffnung, dass dieses wichtige Gesetz endlich mal umgesetzt werden würde?
    Die Pandemie wird doch inzwischen wirklich in jedem Bereich als Ausrede genutzt, und es nervt!

    | „und dies auch Tausende von Arbeitsplätzen betreffen würde.“
    Arbeitsplätze sind ja auch bekannt ich wichtiger, als die Umwelt! Wir können ohne die Umwelt leben, aber nicht ohne Arbeitsplätze. Es bringt sogar wirklich tausende von Arbeitsplätzen, denn wer Tag ein und Tag aus mit Plastik arbeitet vergiftet sich dabei, wird krank, stirbt eher und zack haben wir einen neuen freien Arbeitsplatz zu vergeben. Ihr Genies!

    | „Tatsächlich schaffen es Unternehmen erst jetzt – weniger als drei Monate vor Ablauf der neuen Frist für das Inkrafttreten -, die Bestimmungen der vor fünf Jahren erlassenen Vorschriften einzuhalten.“
    Das … ist einfach nur traurig; peinlich. In einem Superseis im Süden des Landes werden einzelne Spiegeleier abgepackt verkauft. Das ist nicht der Schritt in die richtige Richtung und sollte, m.M.n. schon bestraft werden. Es hätte schon nach Ablauf der ersten Frist bestraft gehört.

    | „„Das INTN muss die Beutel oder Taschen zertifizieren. Wir erhalten Geräte, die wir ausschließlich für solche Zwecke verwenden werden“, sagte sie.“
    Das heißt also, dass man nicht selbst Taschen machen und diese verkaufen darf?
    Bitte lasst mich das falsch verstehen!

    | „„Wir waren in unserer Kapazität wirklich stark eingeschränkt, wir hatten nur ein Gerät, aber jetzt haben wir mehrere zur Verfügung und eines, das vollständig automatisiert ist, was Effizienz und Zuverlässigkeit der Ergebnisse bedeutet“, betonte sie.“
    Dazu habe ich schon auf Facebook meine Meinung geschrieben. Es wäre also noch gar nicht umsetzbar gewesen, weil wir nicht die Maschinen dazu hatten. Manche Dinge sollte man doch nicht zu „tranquilo“ angehen; wirklich nicht.

    | “ […] fallen in Paraguay täglich 7.000 Tonnen Abfall an, von denen 700 Tonnen Kunststoffe sind und nur 3% recycelt werden.“
    Mhm… Warum wird das wohl nicht recycelt? Vielleicht, aber nur vielleicht, weil es nicht in allen Bereichen Paraguay eine Müllabfuhr gibt? Weil einem nichts anderes übrig bleibt, als den Müll zu verbrennen, wenn man nicht darin leben will? Die Müllkultur fängt schon beim Staat an, und zwar dann, wenn Kinder im Park ihren Müll trennen wollen und sehen, dass der Müll durch die alten und kaputten Tonnen zu Boden fällt, direkt nebeneinander, und dass das Trennen gar keinen Sinn hat; die Müllabfuhr schmeißt auch alles auf einen Haufen. Wie also soll man den Menschen irgendwie vermitteln, dass es wichtig ist Müll zu trennen und dass man etwas recyclen kann? Hier muss sich der Staat an die eigene Nase packen!

    1. Jelly, es gibt keine “ Alternative“, ok beim Einkaufen, wegen der Beutel ja, Aber bei Getränken? Glasflaschen, zumindest die meisten werden nicht abgeholt. Tetrapack ist auch keine Lösung, da auch schwer verdaulich für die Natur, egal im Haushaltsfeuer oder auf der Müllkippe. Bambusgefäße wurden sehr negativ bewertet, da Krankheitsüberträger. Die Plastik Industrie weltweit, ist so groß es gibt keine andere Lösung. Das einzige wäre höchstens, den Plastikmüll, einer Rückfuhrung, also wieder Öl und andere Sachen daraus herzustellen.zuzustellen alles andere geht nicht.

  3. Würde mich mal interessieren hat das jemand in Paraguay schon mal gesehen wie Kunststoffe recycelt werden ???

    Ich kenn viele die diese Einweg-Polyethylentaschen wiederverwenden…

    Ich denke :
    Diese neue wiederverwendbare Plastiktüten sind die alten Plastiktüten nur mit ein Stempel von (INTN) drauf und gut ist…

    1. Im Superseis gibt es bspw. schon solche INTN-Tüten; das sind die dickeren Plastiktüten mit den Stoffträgern. Richtung Ñemby habe ich mal etwas gesehen, wo angeblich Müll recycelt wird. Von irgend einer Regierung in Asien bekam Paraguay ja sogar Recycling-Anlagen geschenkt; ich weiß nur nicht mehr von welcher.

  4. Wenn in punkto umwelt so ein aufwand wie bei covid getrieben würde? Aber wie schon x mal gesagt: egal was gemacht wird, es geht nur um wirtschaft. Nur wo verdient werden kann, wird auch getan und es kann der allergrösste blödsinn sein, es wird losgehen und die massen werden sich instrumentalisieren lassen. Es sind die leute selber, die im dreck waten und müll verbrennen, aber dann wegen gesundheit kommen.

    1. Genau das finde ich auch. In Puncto Umweltschutz wird hierzulande gar nichts gemacht. Außer vielleicht von Politikern erwähnt, dass Paragauy im Umweltschutz eine Vorreiterrolle spielt. Dazu fehlen von der Weltgemeinschaft bloß noch ein paar Milliarden Spenden.
      Dabei ist die Angelegenheit klar: Desto sauberer die Umwelt, desto weniger sind die Menschen krank. Egal, hier kostet dank Ex-Präsident und Senator Fernando Lugo medizinische Grundversorgung weniger als ne Bücks Bier oder ein Streichholz. Da alle an Herzstillstand sterben – so die Diagnose der Todesursache – und wegen der Hitze eh in zwei Tagen unter der Erde sind, können die Statistiken niedrig geschätzt werden.
      Beim Uhhh-Viru-V2.0 gibt es viel Geld von der WHO. Dem Lukaschenko sollens ja zuerst zwei Millionen USD angeboten haben, dann 20, damit er das Land abriegelt. Beim Umweltschutz kommt nix, Paragauy nimmt mehrere Billionen USD Einnahmen ein, die zu 76% für Löhne und Gehälter von ca. 300.000 Staatsbeatmeten vom Beatmetenhäuschen ausgegeben werden.

  5. Jelly
    natürlich darf man seine eigenen Taschen mitbringen, man muss auch heute keine Plastiktüten nehmen, wenn man nicht will.
    Es ist nur so, daß die Super dann keine nicht zertifizierten Plastiktüten mehr haben und an die Kunden geben dürfen.
    Wir dürfen gespannt sein, ob das wirklich jemals umgesetzt weren wird.

    Schlimm finde ich, daß seit der „Pandemie“ jetzt wirklich alles in Plastiktüten oder auf Styroportellern mit Folie eingepackt wird.
    Gefühlt dürfte sich der Verbrauch an Plastikmüll dadurch verdreifacht haben.
    Wenn ich schon sehe, daß 3 Scheiben Wurst oder 2 Kekse auf auf Styroportellern mit Folie umwickelt im Regal liegen………..
    Aber Hauptsache „coronasicher“.
    Der Irrsinn kennt inzwischen keine Grenzen mehr.

    1. Kannst vergessen, dafür ist die Plastiklobbi viel zu groß und Einflussreich. Auch in den Firmen, nicht nur hier, stecken Politiker drin, die lassen sich den Hahn nicht abdrehen.

  6. Vor Jahren noch haben wir uns den Einkauf an der Kasse ungefragt in die Plastiktüten stopfen lassen, dann wieder alles in den Rucksack und in die Kühlbox verstaut, so richtig, was die Packjungs an er Kasse eh nie kapieren, Kaltes zu Kaltem, Schweres unten und Leichtes oben. Man, wie ich das hasse Chipsmüsli zu essen oder das Joghurt von den Plastiktüten abzulecken, dafür kosten sie einfach zu viel die Chips. Wenn schon, und dafür wurde auch bezahlt, will ich Chips knackich und vor allem in ganzen Stücken. Dann hat Schobeli die nicht mehr verwendeten Plastiktüten zusammengefaltet, geglättet und dort liegen lassen.
    Man darf seine Rucksack nicht mit hinein nehmen. Im Einkaufswagen. Nein, so viel Vertrauen besteht nicht. Obwohl überall Kameras und bewaffnete Gorillas. Es geht um jeden Cent. Man, könnte man ja auch Stichproben machen. Dann muss man an der Kasse nämlich seinen Rucksack auslösen, während da an der Kasse irgend was gewurstelt wir. Nein, so viel Vertrauen besteht (meinerseits) nicht.
    Plastiktüten sind ein weltweites Problem. Sammelt sich vor dem Golf von Indien. Sind gar nicht so einfach zu recyclieren. Und alternatives Material aus Maisstärke zum Beispiel hat auch seine Nebenwirkungen. Will ja kein Maisstärke-Joghurt essen.
    Wenn sie schon keine Müllverbrennungsanlage haben, so habe ich ja nichts dagegen, wenn man den Müll in den Chaco fährt und dort verbrennt. Dafür bezahlt man ja auch.
    Das Hauptproblem ist in dicht besiedeltem Gebiet. Da dürfen 60-80% dicht auf dicht lebende Menschen einfach ihren Müll nicht verbrennen. Das Wieso erspare ich uns. Wenigstens könntens ihre ScheiBe so verbrennen, dass es in ihre eigene Hütte zieht. Besser noch im eigenen Haus, falls es ein Wind hat.
    Eine Diskussion erübrigt sich wohl: Müllverbrennung ist auch im Paragauy verboten. Trotzdem verbrennen 60-80% dicht auf dicht lebende Menschen ihren Müll. Wissen genau, nicht nur wie man ein grati 12-er Pack BilligPolarBier einspart, sondern auch, dass eine Anzeige im Sand verläuft und die Polizei eh auf den Comisarias herum hockt.

    1. Da achten die schon drauf, das der Qual und Gestank nicht in Ihre Hütten zieht. Soviel wissen haben die. Außerdem gilt hier, ein Feuer ohne viel Rauch ist kein Feuer, also mit Wasser, feuchtem Laub und der gleichen nachhelfen. Außerdem soll ja der Qualm und Gestank die bösen Moskitos aus den Häusern treiben.

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