Das größte Schiffsunglück der paraguayischen Neuzeit

Puerto Kemmerich: Heute jährt sich zum 35. Mal der Tag an dem 88 km nördlich von Concepción auf dem Rio Paraguay das Schiff Myriam Adela in einen Tornado geriet und 113 Menschen ihre Leben verloren.

Zu dieser Zeit waren die Wege gen Norden noch schlechter als heute und das Hauptverkehrsmittel nach Norden das Schiff. Die Myriam Adela, ein Transport und Passagierschiff, ließ am 9. Februar 1978 den Hafen von Asunción hinter sich und steuerte mit 26 Passagieren Concepción an. Da es damals noch keine Passagierlisten gab weiß keiner genau wie viele Menschen in Concepción zustiegen. Geschätzt wurde später, dass 160 Mann an Bord waren als am 10. Februar 1978, 88 km nördlich nahe des Hafens Puerto Kemmerich das Schiff in einen Tornado geriet und enterte.

Der Kapitän ordnete damals an, dass Schiff ans Ufer zu dirigieren, um geschützter vor dem Sturm zu sein. Es fehlten 150 Meter und sie schafften es nicht. Gegen 19.13 Uhr kippte das Schiff um und sank umgehend in 12 Meter Tiefe.

Personen, die in der Nähe die Ankunft des Schiffes erwarteten haben nach dem nur Minuten andauernden Tornado mehrere Dutzend Menschen aus dem Wasser gerettet. Schreiner aus dem nahegelegenen Concepción baten an kostenlose Särge zu bauen, die in 113-facher Ausführung gebraucht wurden.

In Puerto Kemmerich wurde ein provisorisches Camp für Überlebende und deren Familienangehörige erbaut, in dem auch Pressemitarbeiter und Mediziner zeitweise zu finden waren. Mario González war damals der einzige Allgemeinmediziner in Kemmerich. Er half über 17 Tage lang die Opfer und deren Angehörigen. Er selbst kam allerdings auch nur in den Ort um seine Mutter zu identifizieren.

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Am 26. Februar 1978 um 19.00 Uhr, 380 Stunden nach dem Unglück wurde das Schiff Myriam Adela wieder geborgen. Selbst an Bord, in den Toiletten, fand man noch Leichen. Insgesamt 47 Menschen überlebten die Tragödie.

Jahre danach wurde das Schiff zum Viehtransporter umgebaut und erneut in Fahrt gesetzt.

Zuerst gehörte das Schiff den Zeugen Jehovas, die es „La Mensajera“ nannten. Die Religiösen nutzen das Schiff um ihren Glauben in den Norden des Landes zu bringen. Später wurde es verkauft und zum Frachttransport genutzt. Erst als Juan Gualberto López das 27 Meter lange und 5 Meter breite Schiff kaufte baute er es zu einem Fracht/Personen Schiff um und benannte es nach seiner Tochter, Myriam Adela.

Nach der Tragödie wurde es von Felix Rolón aufgekauft und heißt heute Jinete I. Vor dreieinhalb Jahren sank es ein zweites Mal, 274 km von Asunción entfernt. Dabei starben 80 Rinder.

(Wochenblatt / Última Hora)

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2 Kommentare zu “Das größte Schiffsunglück der paraguayischen Neuzeit

  1. In dem Beitrag steht:
    Zuerst gehörte das Schiff den Zeugen Jehovas, die es „La Mensajera“ nannten. Die Religiösen nutzen das Schiff um ihren Glauben in den Norden des Landes zu bringen. Später wurde es verkauft und zum Frachttransport genutzt.
    Wie kommt es, dass die Zeugen Jehovas in Paraguay nichts von diesem Schiff wissen. Kann es sein, dass es mit der EL PIONERO und der EL PIONERO 3 verwechselt wurde? Die EL PIONERO 3 hat die EL PIONERO abgelöst und trägt heute noch Missionare in den Norden Paraguays, um die Nachricht vom Königreich Gottes unter der Herrschaft Jesu Christi zu verkündigen.

  2. Wie kommt es dass Zeugen Jehovas weltweit nichts vom Kindesmissbrauch Skandal in Australien wissen ?? Oder dass diese Religion von Johannes Gerber unterwandert wurde mit seinen Lehren?

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