Das kurze und schreckliche Leben der Indianerin Kryygi

Villarrica: Im Jahr 1896 durchstreiften deutsche Kolonisten die Wälder des Ybytyruzú und stießen auf ein Indianerdorf im Süden der Bergkette. Bis auf ein kleines Mädchen töteten sie alle im Dorf.

Die Deutschen nahmen das zwei oder drei jähre alte Mädchen mit und nannten sie Damiana, da Namenstag von San Damián war. Der holländische Anthropologe Herman Frederik Carel ten Kate, der den Leichnam der Mutter von Damian mitnahm und vermaß, machte auch ein Foto von Damiana, als sie noch klein war. 1898 wurde sie nach San Vicente, Argentinien gebracht, wo sie als Dienerin im Haus der Mutter von Philosoph Alejandro Korn arbeiten sollte. Das Haus lag Naben dem Naturkundemuseum von La Plata, wo es viele deutsche Anthropologen gab, darunter Robert Lehmann-Nitzche, der das Mädchen über Jahre hinweg untersuchte und mit europäischen Mädchen ihres Alters verglich. Er war beeindruckt wie Damiana, die bei ihrem Volk als Kryygi bekannt ist, Deutsch und Spanisch problemlos sprach, obwohl man doch annahm, dass Indigene subhuman waren, also nicht den notwendigen Intellekt dafür hätten.

Als Damiana in die Pubertät kam und sexuelles Verlangen entwickelte, notierte Lehmann-Nitzche, „dass sie den sexuellen Akt als die natürlichste Sache der Welt ansah und sich hingab ihre Gelüste spontan zu befriedigen“.

Die versuche sie nach christlichen Moralvorstellungen zu erziehen sollen allesamt fehlgeschlagen sein weswegen man sie als geisteskrank abstempelte und sie ins Krankenhaus Melchor Romero einwies. Aber auch da wurde man ihr nicht Herr, wie es hieß, und steckte sie später in eine Art Zuchthaus. 1907, als sie 14 oder 15 Jahre alt war, verstarb sie ebenda an Tuberkulose.

Kurz bevor sie erkrankte fotografierte sie Robert Lehmann-Nitzche erneut nackt (Beitragsbild). Nach ihrem Tod wurde sie enthauptet. Den Kopf schickte Lehmann-Nitzche als Souvenir an Dr. Hans Virchow nach Berlin geschickt. Diverse Studien dazu veröffentlichte der bekannte deutsche Anthropologe.

Mehr als 100 Jahre später, am 10. Juni 2010 übergaben argentinische Anthropologen des Naturkundemuseums die sterblichen Überreste des Mädchens an die indigene Gemeinschaft Ypetimi im Departement Caazapá. Der Schädel wurde Anfang Mai 2012 offiziell an die Indigenen in Caazapá übergeben. Damit ruhen ihre Reste wieder in ihrem Stammesgebiet.

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5 Kommentare zu “Das kurze und schreckliche Leben der Indianerin Kryygi

  1. Eine traurige Geschichte angesichts der Tatsache,dass die Deutschen sich gerne als das moralisch korrekteste Volk der Welt ansehen! Eine leidvolle Geschichte ausgelöst von strohdummen dt. Kolonisten , einem Holländer(!), einem deutschen Philosoph, einem deutschen Antrophologen dann kam, wie immer, noch ein Priester ins Spiel später noch Ärzte einer Geistesanstalt und zu Schluss, um noch einen drauf zu setzen ,einen Hänker der die Leiche des armen Mädchen geköpft hat um den Kopf anschliessend nach Berlin zu weiteren Studienzwecke zu schicken.Was für einen abartige und zu tiefst traurige Geschichte angesichts des achso wunderbarem „Herrenvolk“.Dies passierte zu dem nicht zu SS Eugeniker Zeiten,sondern zu Kaiserszeiten,Deutschlands goldenen Jahren. Die Menschheit kann so abartig und ekelig sein aber am Meisten sind es diejenigen die diesen Fakt wehement von sich weisen und sich als Moralapostel der Welt feiern lassen. „symbolisches spucken auf den Boden“

    Möge Kryygi in Frieden ruhen und möge sie den Deutschen und all den anderten Weißen, die aus reiner Dummheit und Arroganz gehandelt haben,verzeihen. Jetzt verstehe ich auch wieso die Kolonia Independencia unter so einem schlechten Stern steht und wieso da nie ein wahrer Fortschritt zu verzeichen war!Blut getränkter Boden und eine Hochburg der Arroganz bis zum heutigen Tage.

  2. Was fuer verteufelte Schweine. Dieses Verfahren stammt aber nicht aus Deutschland sondern – war gaengige Praxis in den „United focken States of America“ wie James Yeager es nennen wuerde.
    Die Nazis schauten sind zum grossen Teil diese amerikanischen Praktiken ab – und perfektionierten sie in einem System.
    Um 1900 und vorher war sowas gaengige anthropologische Praxis aller Westlichen Laender und Kolonialmaechte.
    Siehe hier noch einen vertonten Nachklang dessen: https://www.youtube.com/watch?v=SoLJjmP98QM.
    Zwar sind die Indianer (und paraguayer) Hamiten und damit nach der Bibel dazu verdonnert fuer die Japhetiten und Semiten zu arbeiten, aber immerhin sind sie „geschaffen im Ebenbild Gottes“.
    Na ja, im Juengsten Gericht steht dieses Maedchen einst auf und klagt diese Tyrannen an. Mensch, die Weissen haetten doch nur einmal die Bibel lesen brauchen um zu wissen dass das Menschen sind. Der extreme Calvinismus hat eben zu der Affentheorie teilweise gefuehrt. Dann kamen die Nazis…
    Gerade um 1900 schrieb Nietzsche: „Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: »Ich suche Gott.‘ Ich suche Gott!« Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sieh verlaufen wie ein Kind? sagte der andere.Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie unddurchbohrte sie mir seinen Blicken. »Wohin ist Gott?« rief er, »ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet ihr und ich.‘ wir alle sind seine Mörder.‘ Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Untten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Latcrnen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? auch Götter verwesen! Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen?Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine größere Tat und wer nur immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!« Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, daß sie in Stücke sprang und erlosch. »Ich komme zu früh«, sagte er dann, »ich bin noch nicht an der Zeit. Dies urngeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehn und gehört zu werden. Diese Tat ist ihnen immer noch ferner als die ferosten Gestirne und doch haben sie dieselbe getan!« Man erzählt noch, daß der tolle Mensch desselbigen Tages in verschiedene Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: »Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?“.
    Die simple Antwort an Nietzsche um seine Frage zu beantworten ist diese: ja wir muessen Kinder Gottes werden und nur Gott selber kann die Gerechtfertigung fuer uns sein – aus uns selber koennen wir es nicht.
    Aber eben: die Meschen haben Gott getoetet indem sie diesen ablehnen. Dann bleibt er auch tot bei diesen Menschen – bis sie in die Hoelle wandern – dann erst sehen sie dass Gott lebt.
    In etwa so war die Situation um 1900 in der westlichen Welt. Wofuer dieser Artikel lebhaft Zeugnis gibt.

  3. Was für ein grausliges, finsteres und böses Verhalten der weißen Überlegenheitsrasse in damaliger Zeit des Kolonialismus doch „normal“ war. Und alles wurde „wissenschaftlich und religiös“ begründet. Wie leicht sich die Menschen manipulieren und verdummen lassen – siehe auch wieder heutiges Europa, insbesondere unter Merkels rot-grünem Gesinnungsterror. Die Menschen begreifen offenbar zu keinem Zeitpunkt der Geschichte, wie sehr sie mißbraucht werden für spinnige Ideen von Ideologen oder brutalen Machtpolitikern. Daher ist es immer gut, gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn es mitunter sehr viel Kraft kostet. Aber NUR TOTE FISCHE SCHWIMMEN MIT DEM WASSSER! Und wo keine Werte mehr vorhanden, ist mit den Menschen beinahe alles möglich.

    1. Hätten Sie den Nebensatz zu Europa Merkel weggelassen würde ich Ihnen zustimmen. Dass Politiker und manch andere manipulieren, sollte eigentlich jeder wissen. Die Kunst der Manipulation besteht aber darin, dass Sie dem Manipulierten nicht aufffallt.

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