Das Sparen ist den Paraguayern fremd

Asunción: Vom Sparen halten die meisten Paraguayer wenig. Das Prozedere ist in der Kultur kaum vorhanden, jedoch sei es eine Priorität die Vorgehensweise zu fördern, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Adriana Bock.

Die Aussage von Bock und weitere Ansätze, das Problem zu lösen, kam aufgrund des Weltspartages am 31. Oktober jeden Jahres.

Das Sparen gilt als Grundprinzip gesunder Finanzen, weil es für mehr Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität sorgt, die finanzielle Belastung reduziert, die Möglichkeit der Erreichung persönlicher Ziele verbessert und das Insolvenzrisiko verringert.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin empfiehlt, mindestens zehn Prozent des Einkommens für Ersparnisse zu verwenden, aus drei Gründen: Auf Notfälle oder unerwartete Situationen vorbereitet zu sein; persönliche Ziele planen und erreichen zu können und für eine gute Lebensqualität im Ruhestand gewappnet zu sein.

„Der Prozentsatz, den wir für Einsparungen verwenden, hängt von dem Ziel ab, das wir uns setzen und der Zeit, mit der wir bereit sind, darauf zu warten. Es ist wichtig zu bedenken, dass ein ausreichender Notfallfond dem Einkommen von drei Monaten entspricht. Dieses Polster sollt das erste Ziel sein, so ein Depot anzulegen“, sagte Bock.

Sie erklärte weiter, dass oft “nur eine kurzfristige Sicht des Lebens“ in Betracht gezogen werde. Das heißt, man neig dazu, nur das unmittelbare Geschehen zu betrachten und antizipiert im Allgemeinen nicht die Bedürfnisse der Zukunft. „Es gibt eine starke Kultur des impulsiven Konsums und der Verschuldung. Wir arbeiten jedoch daran, Einsparungen als eine natürliche Gewohnheit für Menschen in Paraguay zu installieren, deren Prozess schrittweise durchgeführt wird“, fügte sie hinzu.

Bock erklärte, dass die Hauptfolgen der geringen Sparquote die Notwendigkeit einer Verschuldung verursache, um ein Problem zu lösen. Es erhöht auch die Anfälligkeit für Situationen, wie den Verlust der Arbeitsstelle oder die Einkommensquelle. „Nicht weniger wichtig ist die Tatsache, dass oft persönliche oder berufliche Ziele aufgrund mangelnder finanzieller Fähigkeiten verschoben werden müssen“, sagte sie.

Wochenblatt / Ultima Hora

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9 Kommentare zu “Das Sparen ist den Paraguayern fremd

  1. So ein Quatsch! Das Sparen war ein Teil der Erziehung neue Ehepaare in der katholische Kirche in der 80er Jahre. Es ist leider so, man kann entwender sparen oder Urlaub machen/Fortbildung machen /studieren/ krank werden.
    Alle Sachen auf einmal gingen nicht.
    Dazu möchte ich euch erinnern, ende der 90er hat Ahorros Paraguayos das gesamtes Sparen vielen Familien für sich genommen. Es nutzt nicht zu sparen, wenn man nur geklaut wird.

  2. Der Paraguayer mit wenig Lohn ist es gewohnt von der Hand in den Mund zu leben. Als solches ist er leichtes Opfer der Finanzindustrie.
    Sparen behindert das durch Kreditvergabe angeheizte Wirtschaftswachstum.
    Die Dame will das Rad in die Zeiten solider Finanzplanung zurückdrehen und bewegt sich damit gegen die gewollte Richtung.
    In anderen Ländern wird Sparen (egal für welchen Zweck) bereits mit Nullzinsen und Verzehr des angesparten Kapitals durch Inflation belohnt.

    1. WEnn ich dreimal täglich zur nächsten Dispensa rennen würde und dort den dreifachen Preis wie im Supermarkt zahlen würde, dann würde ich auch von der Hand in den Mund leben.
      Sobald eingekauft ist, wird schlagartig alles aufgegessen und getrunken.
      Mir hat mal ein Paraguayo gesagt, sie könnten nicht wie wir leben – einmal in der Woche einkaufen und den Kühlschrank vollknallen und dann davon leben. Sie würden bis Mitternacht den Kühlschrank leergefressen haben.
      Das würde mein Rottweiler auch so machen – deshalb hat er auch keinen Kühlschrank.

      Und in anderen Ländern kannste in Immobilien oder Fonds investieren – sowas können se hier nich mal schreiben.

  3. Völlig richtig.Denkt man an Argentinien und das Menschen dort von einem Tag zum Anderen alles Geld verloren hatten sehe ich das als nicht erstrebenswert an Geld bei Banken an zusparen.Das Geld was man über hat sollte man lieber für die Zukunft in Edelmetalle oder Edelsteine anlegen.Dann ist es egal ob eine Neue Währung oder sonst was kommt. Banken sind immer und überall auf der Welt an Profit orientiert und wenn sie sich verspekuliert haben mit Milliarden wer zahlt es dann? Klar der Kleine Mann mit seinen mühsam gesparten Geld.

    1. Goldfachmann und Silberfan

      Reply

      Es ist kein „Geld“ was sie verloren haben.

      Plata wäre Geld. Echtes Geld ist damit gemeint, also Silber oder Gold, nicht aber farbig bedrucktes Papier.

      Das werdet ihr in Paraguay aber auch noch lernen. Ist aber schwierig zu lernen, weil mancher „Deutsche“ hat schon drei oder vier Mal in seinem Leben alles verloren und es noch immer nicht kapiert.

      Arme Schweine.

      PS.: Das mit dem Rottweiler ohne Kühlschrank gefällt mir besonders gut.

  4. Außerdem “ denken“ die Leute hier, heute habe ich Geld, heute lebe ich, wer weiß ob ich morgen noch lebe und wenn, morgen ist ein anderer Tag, irgend wie geht es weiter.

  5. Was dann noch erschwerend hinzukommt ist:
    Erfährt die Familie, daß eines ihrer Mitglieder auch nur EINEN Guarani auf der hohen Kante hat, dann geht es rund.
    Der Opa läßt sich ein Gebiss machen, die Tante legt sich mit einem Furunkel am Boppes drei Wochen lang ins Krankenhaus, der Neffe braucht dringend neue Schuluniformen, die Schwiegermutter will ein neues Sofa………….
    Da ist dann Solidarität und Zahlen angesagt.
    Und wehe, man weigert sich!
    Dann ist man bei der ganzen Familie unten durch.
    Sagt man aber: Tut mir leid, ich kann dir kein Geld geben, weil ich die cuotas für mein Moto, den neuen Fernseher und die Equipo de sonido bezahlen muß, dann ist man fein raus und keiner ist beleidigt.

  6. Goldfachmann und Silberfan

    Reply

    Es ist kein „Geld“ was sie verloren haben.

    Plata wäre Geld. Echtes Geld ist damit gemeint, also Silber oder Gold, nicht aber farbig bedrucktes Papier.

    Das werdet ihr in Paraguay aber auch noch lernen. Ist aber schwierig zu lernen, weil mancher „Deutsche“ hat schon drei oder vier Mal in seinem Leben alles verloren und es noch immer nicht kapiert.

    Arme Schweine.

    PS.: Das mit dem Rottweiler ohne Kühlschrank gefällt mir besonders gut.

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