Das “verfluchte“ Metrobus-Projekt

Asunción: Der Direktor von der portugiesischen Firma Mota Engil, Ricardo Andrade, sagte während des 9. Ibero-Amerikanischen Betonpflasterkongresses, dass der Metrobus “eine fantastische Idee ist, jedoch die öffentliche Meinung es später in ein verfluchtes Projekt verwandelte“.

Er behauptete weiter, dass die Verzögerung der Arbeiten auf die fehlende Freigabe des Streifens und eine “überraschende“ Änderung des Projekts durch das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) zurückzuführen sei.

Zum ersten Mal seit Beginn der Arbeiten (2017) hat sich der Direktor der verantwortlichen Firma zu dem kontroversen Projekt geäußert.

Andrade beschrieb das Vorhaben als das “schwierigste, was er jemals getan hat“ und sagte, dass die Arbeit eine Herausforderung und eine Chance darstelle. Herausforderung, weil es ihm zufolge schwierig sei, ein Projekt in einem städtischen Umfeld zu machen, in dem es keine Kataster- oder Eigentumsrechte gebe. „Es gibt keine Informationen über unterirdische Versorgungsnetze, weder für die Kanalisation als auch für das Trinkwasser, und es gibt ein Kanalnetz für die Entwässerung von Regenwasser, das nicht existiert“, sagte er.

Auf der anderen Seite erklärte Andrade, dass dies eine Gelegenheit sei, die Kultur der Paraguayer durch den Metrobus zu verändern.

„Niemand wird die Schwierigkeiten in einem städtischen Umfeld verstehen, bei einem Projekt mit neuen und festgelegten Routen, die nach dem Bau nicht wieder zerstört werden sollen, um eine Leitung von der Essap oder ANDE zu verlegen“, argumentierte er.

Schließlich argumentierte Andrade, dass sie mit der Arbeit nicht vorankommen können, weil die Eigentumsverhältnisse dies nicht zulassen. „Der Konflikt tritt bei Menschen auf, die seit 1970 ihr Kataster nicht aktualisiert haben und heute sagen sie: Die Straße gehört mir, du baust hier nicht“.

Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten von dem Metrobus auf San Lorenzo und Fernando de la Mora, die den Abschnitten 2 und 3 entsprechen, wo bisher nur etwa 800 m fertiggestellt wurden. Es gibt mehr als 90 Geschäfte und Privatpersonen, die der Entwicklung des Projekts gegenüberstehen.

Wochenblatt / ABC Color

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16 Kommentare zu “Das “verfluchte“ Metrobus-Projekt

  1. Kündigt sich damit bereits an, daß das gesamte Projekt noch weitere Verzögerungen erfahren wird? Die ersten Schuldzuweisungen werden schon ausgesprochen. Aber wie schon mehrfach gesagt: WAS LÄUFT SCHON NORMAL IN PARAGUAY? Außer schönen Reden, großen Sprüchen und offenen Händen ist da nicht viel. Und das soll man nicht kritisieren dürfen?

    1. Sie sind kein Kritiker sondern ein Nörgler und können es nicht verstehen, dass die Welt nicht nach Ihrer Pfeife tanzt. Sie insinuieren komplexe Problemstellungen alleine durch das Lesen eines übersetzten Artikels erfassen zu können. Ihre Schlussfolgerungen sind dann leider auch immer wieder dieselben: Wie dumm die alle sind und wie falsch hier alles läuft. Deshalb nochmals die Frage: Was tun Sie denn hier? Oder soll man das nicht fragen dürfen?

      1. Hurra, Dieter hat es erfaßt. Tausend Dank. Grüße aus Caacupe der Pilgerstadt. Das schrieb ich in etwa vor einigen Tagen mit anderen Worten. Dabei versäumt er das Predigen und die Seitenhiebe auf Anders- und Nichtgläubige nicht. Sollte ein guter Christ sich so benehmen? Wie dumm die alle sind… und wi dumm wir auch sind, dass wir nicht den christlichen „Glauben“ annehmen wollen.

      2. Auf dumme Fragen muß man ja nicht antworten, zumal ich das, auch stellvertretend für viele andere „Nörgler“ in diesem Forum, schon längst beantwortet hatte. Doch Ignoranz scheint auch Sie erfaßt zu haben.

        1. Manni: ich mache Ihnen einen Vorschlag. Sie promovieren über den Kartoffel- und Kohelhandel, meinetwegen auch über den FSB. Hier kann ich Ihnen unter die Arme greifen. Nur was das lutherische Christentum angeht, wird es kaum klappen.

        2. Sie sprechen von Ignoranz, Manni, ausgerechnet Sie? Ein vernünftiger Mensch würde konsequent sein und das Land verlassen, was sooo ätzend ist und von lauter Dummchen bewohnt wird, wie sie gerne behaupten.

          1. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der größte Nörgler und Hetzer in diesem Land? Dreimal darf man raten, sein Name fängt mit M… an.
            Ständiges Hetzen und Nörgeln verursacht Depressionen und letztlich einen Herzinfarkt.

  2. Ich glaube fuer jede auslaendische Firma ist ein Auftrag in Paraguay das Schwerste überhaupt.
    „Überraschende“ Änderungen treten naemlich in allen Projekten überraschend oft aus.
    Überraschungen wie nicht vorher erworbene Grundstücke, Einwohnerproteste und extrem launische Behörden machen den Baufirmen das Leben schwer. Die Zahlung der Leistungen dauert viel zu lange, da die Rechnung im MOPC durch 21 Abteilungen gehen muss.

    Daher fallen die Baukosten auch so hoch aus.

      1. Den paraguayischen Firmen ist es ja auch bekannt.
        Den auslaendischen nicht unbedingt – dazu wird waehrend der Ausschreibung auch noch lustig modifiziert. Ich kann mir dann eine Angebotsabgabe nur erklaeren, dass ein gewisser Druck besteht in den Firmen moeglichst viele Auftraege an Land zu ziehen.

  3. Bevor in Paraguay ein solches Projekt realisiert wird, geht das bekannte Kamel doch durchs Nadelöhr. Für ein solches Projekt braucht man nicht nur das notwendige geistige Knowhow innerhalb eines ‚Saatsgefüges, man braucht auch ein Volk, das versteht was passieren soll. Aber dafür sind diese Indianer einfach zu billig gestrickt. Jeder denkt nur an sich und seine Möglichkeiten Handel über den Bürgersteig hinweg zu betreiben. Den Vorteil hunderttausender Pendler geht den Benachteiligten aber sowas am A…… vorbei. Mit diesem Land und diesen Menschen wird es niemals vorwärts gehen. Und das ist gut so. Dann bleibt alles mehr oder weniger beim Alten und die Politiker und die Extranjeros können das Volk weiterhin ausnutzen.

  4. Klar gibt es ein «Kanalnetz für die Entwässerung von Regenwasser, das nicht existiert». Jedenfalls müsste es doch von jemandem bezahlt worden sein, vermutlich von neuen Hausbesitzer beim Hauskauf, die dafür extra bezahlen mussten.

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