David gegen Goliath

Colonia Tirol: Die deutsch-brasilianische Familie Raiter, die vom Favero Konzern mit falschen Hypoytheken in Höhe von 23 Millionen US-Dollar erpresst wurde, hat ihr Ziel erreicht. Agrosilo Santa Catarina S.A. hat seine Forderungen zurückgenommen.

Mit den am vergangenen Samstag zurückgenommenen Forderungen in Höhe von 23 Millionen US-Dollar gesteht die Firma Agro Silo Santa Catalina S.A. quasi ein, dass die unterzeichneten Dokumente gefälscht waren. Allerdings gibt es tatsächliche Schulden des Ehepaares Raiter, welche jedoch schon mit einem Tauschgeschäft getilgt wurden.

Die Wunsch zur Bereinigung der Situation ging von Lucas Marini Favero aus, der die Firma leitet. Nachdem die Presse und das Fernsehen das Thema auf die Titelseiten brachte und die Staatsanwaltschaft schon feststellte, dass die Unterschriften gefälscht waren, blieb dem Agrarunternehmen kein anderer Ausweg.

Zuständig für die Fälschungen waren damals die Notarinnen Nélida Chávez und María Teresa Rodríguez. Die Erstgenannte ist Ehefrau von Senator Óscar González Daher (ANR) und könnte nun nach der Übereinkunft einer Anklage wegen Fälschung aus dem Weg gehen, obwohl der Straftatbestand bestehen bleibt. Schon vor knapp 2 Jahren konnte Dank einer Untersuchung zweifelsfrei festgestellt werden, dass die Raiters die Hypotheken nicht unterzeichneten.

Trotzdem wurden noch bis letzte Woche 150 Polizisten auf ihrem Grundstück in der Colonia Tirol postiert, um die Sojaernte zu vermeiden.

Wochenblatt / Abc Color

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5 Kommentare zu “David gegen Goliath

  1. Und nun, wie geht das weiter? In einem ordentlichen Rechtsstaat würde der zuständige Staatsanwalt nun Klage gegen die angebliche Gläübigerfirma, wegen versuchten Betrugs, unberechtigter Grundstücksbesetzung, wirtschaftlichem Schaden und wegen Unterschriften/Urkundenfälschung erheben. Da müßten wenigsten 10 Jahre Gefängnis drin liegen. Hoffentlich bleibt die Presse bis zum Ende der Angelegenheit „am Ball“!

  2. Zuständig für die Fälschungen waren die beiden involvierten Notarinnen, die Beiden gehen auch straffrei aus. Das ist eine typische PY-Posse. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man herzlich lachen. Wenn man genauer nachforschen würde, wären bestimmt noch einige Politiker, Richter und Anwälte in den Fall verstrickt. So schnell kann man in PY alles verlieren!! Unglaublich.

  3. Es ist beaengstigend was hier passiert. Deswegen haben auch so viele Leute Angst vor der Elite. Ein falsches Wort, schon hast du vielleicht eine fette Klage (wofür auch immer, da sind sie bestimmt kreativ) am Hals.

    Mich wuerde interessieren, was hat diese Familie „falsch“ gemacht, dass hier Unterschriften gefaelscht wurden? Haben sie sich mit den falschen angelegt? Wollten Sie die Ernte evtl. an einen anderen Konzern verkaufen? Oder wollte der Chef der Agrarfirma wegen was anderem Druck machen?

    Da hier Goliath wohl straffrei bleiben wird, sollte es eigentlich ein internationales, voellig unabhaengiges Gericht, so auf Mercosur-Ebene geben, der diesen Fall sich annehmen muesste. Die Chilenen sind ja ziemlich unkorrupt.
    National wird nix bei raus kommen, entweder werden die Staatsanwaelte mit Geld ruhig gestellt und die, die das ablehnen, muessen mit erheblichen Repressalien (Suspendierung, psychologischer Druck bis vllt. sogar Morddrohungen) rechnen.

    Wo sind hier die Menschenrechtsorganisationen?

    1. Menschenrechtsorganisationen….wenn die das hier überhaupt in ihrem Gehirn unterbringen könnten? Da haben wohl paar Tussies ( die wahrscheinlich nicht mal 1+1 zusammenzählen können) den großen Brei angerührt, in wessen Auftrag auch immer.

    2. Philipp, Sie haben recht. Doch ist Paraguay etwa ein Rechtsstaat? Was würden „übergeordnete Gerichte“ oder Menschenrechtsorganisationen hier schon ausrichten können! Wer das Geld und die Gewehre hat, hat das Recht auf seiner Seite. Das ist wie im Wilden Westen oder eben wie in Südamerika.

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