Der Mindestlohn reicht nicht für die Mietzahlungen oder das Eigenheim aus

Asunción: Eine kürzlich durchgeführte Studie der Zentralbank von Paraguay (BCP) über den Mindestlohn für Eigentum (Haus oder Miete) widerspricht den Aussagen von Dany Durand, Minister für Wohnungswesen und Stadtentwicklung, den ein Arbeitnehmer erhält.

Ein Betrag von mehr als 1,5 Millionen Guaranies ist für Teile der Mittelschicht wohl kaum bezahlbar, wenn ihr Einkommen nur drei Millionen Gs im Monat beträgt.

Im Juli 2018 erhöhte die Regierung den Mindestlohn auf 2.112.562 Guaranies (damals 369 US-Dollar, heute etwa 350 US-Dollar) und die Zentralbank von Paraguay (BCP) hat eine Studie abgeschlossen, aus der hervorgeht, dass eine Person mit diesem Einkommen nicht einmal in der Lage ist, sich eine Mietwohnung zu leisten, geschweige den ein eigenes Haus zu finanzieren.

Bis Dezember letzten Jahres deuten die offiziellen Daten der BCP darauf hin, dass der Index der Einkommenspreise um 21,5% gestiegen ist, während es beim Mindestlohn nur eine Erhöhung um 2,2% gab.

Diese Zahlen begraben endgültig die Aussagen von Dany Durand, Minister für Wohnungswesen und Stadtentwicklung, der einen Arbeiter, der ein Gehalt von mehr als 1,5 Millionen Guaranies erhält, bereits in die Mittelschicht einordnet.

Diese Aussagen wurden übrigens von Durand gemacht, nachdem eine Vereinbarung mit einem privaten Unternehmen getroffen worden war, um der Mittelklasse ein Haus auf der Grundlage einer Summe in Höhe von 3.700.000 Guaranies pro Monat bereitzustellen.

Wenn man die in der vorherigen Analyse der BCP angegebenen Zahlen und den Vorschlag der eigenen Obergrenze analysiert, stellt sich die Frage von selbst: Welche Berechnungen hat Minister Dany Durand gemacht und anhand welcher Kriterien befinden sich Arbeitnehmer mit dem Mindestlohn in der Mittelschicht?

Die Analyse der BCP zeigt, dass die Mietkosten bis letzten Dezember im Durchschnitt um 4,7% im Vergleich zum tatsächlichen Wert des Mindestlohns in den letzten Jahren gestiegen sind, was sowohl bei der Miete als auch zum Kauf eines Eigenheims einen zunehmenden Prozentsatz des Monatsbudgets einnimmt.

Bei einem Monatsgehalt von 350 US-Dollar können in Asunción und der Metropolregion nur rund 0,26 Quadratmeter erworben werden. In der Hauptstadt des Landes liegt der Quadratmeterpreis laut Angaben einiger Immobilien bei etwa 1.328 USD.

Durchschnittlich brauchen pro Jahr 22% der Familien in Paraguay ein eigenes Dach über dem Kopf, laut der Generaldirektion Statistik, Erhebungen und Zensuren (Dgeec). Diese Referenzen beginnen im Jahr 2010 und wachsen weiter. Die Zahl entspricht ungefähr 399.000 Wohnungen.

Diese Zahl zeigt, dass trotz der ständigen Zunahme von Regierungsprojekten durch das Ministerium für Wohnungswesen und Stadtentwicklung, der Platzierung von Wohnbaudarlehen durch das Bankensystem und geringen Zinssätzen bei Darlehen ein wichtiger Prozentsatz von Menschen den Traum vom eigenen Haus nicht erreichen.

Die für die Bürgerbefragung zuständige Stelle hebt hervor, dass 77,6% der Wohnungen von Familien ihr Eigentum sind, während auf Länderebene 11,2% in gemieteten Wohnungen leben.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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5 Kommentare zu “Der Mindestlohn reicht nicht für die Mietzahlungen oder das Eigenheim aus

  1. Welcher Mindestlohnempfänger oder Normalverdiener kann sich in D ein Eigenheim leisten? Bezahlbare Wohnungen in Ballungsgebieten werden auch dort zum Wunschtraum Und wie viele sind dort auf den Doppelverdienst oder Zweitjobs angewiesen?
    Langsam zeigen die Auswirkungen des Kapitalismus auch hier ihr wahres Gesicht. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter.

    1. Sachte sachte – Mindestlohnempfänger nicht, Normalverdiener auf jeden Fall, ausser er/sie ist Alleinstehend mit Kindern. Aber bei zwei Verdienern, davon einer NOrmal und einer nur Halbtags geht ein Eigenheim. Natürlich nicht in den Großstädten oder den Speckgürteln. Und wer ein Haus erst als Haus betrachtet, wenn es mind. 200m² hat und mind. eine halbe Mio Euro kostet, dann natürlich auch nicht. Fertigteilhäuser gibt es für 100 000 zu guter Qualität (115m² Wohnfläche), Bauland in ländlichen Gebieten für 10 – 15€/m². Und das ist für Otto Normalverdiener allemal machbar, zumal bei Zinsen von 1% oder darunter. Da sind die monatlichlichen Kosten für ZInsen und Tilgung kaum höher als die Wuchermietkosten bei Wohnungen.

      1. Das Auto ist in ländlichen Gebieten aber quasi ein muss und der Arbeitsweg verlängert sich in der Regel. Wenn beide arbeiten wahrscheinlich zwei Autos. Wie billig ist es dann?

      2. Was nützt mir ein Haus auf dem Land, wenn mein Arbeitsplatz im Speckgürtel liegt?
        Trotz sehr guter Versorgung könnte ich heute nicht mehr in meine Geburtsstadt zurück ohne an allen Ecken und Enden zu sparen. Aufs Land jederzeit sogar mit Hauskauf.

  2. Wen jemand so ein Bündel Scheingeldscheine in der Hand hat, weiß ich dass das Geld nichts mehr wert ist.

    Ich hatte diese Woche schon 100 mal 100 Euro in der Hand. Die sind grün. Wie alter Schimmel.

    Auch beim Euro ist die Zeit schon lange abgelaufen.

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