Der weise Deutsche und der pragmatische Paraguayer

Asunción: Hierbei handelt es sich um eine wahre Geschichte, die das Leben schrieb. Vor rund 13 Jahren, was auf dem Land so wie gestern ist, kam ein Deutscher, der eben erst ein größeres Grundstück gekauft hat und wollte als erstes den Zaun erneuern.

Für diesen Zweck kaufte er Pfosten aus Quebracho Holz, welche nicht billig sind, den Eigentümer dafür überleben, da Feuchtigkeit und Schädlinge ihm nichts anhaben können. Als die riesige Menge geliefert wurde schauten die Arbeiter auf dem Grundstück verdutzt, als der Deutsche ihnen erklärte, wie er Löcher in die Pfosten machen will, um den Draht dadurch zu ziehen. Sie empfehlen ihm einen einfacheren Weg, der dankend ausgeschlagen wurde.

Am Folgetag kaufte der Deutsche ein potentes Quad, einen 3 kw Stromgenerator, den er vorne drauf spannte und dann ging es los auf dem unwegsamen Gelände. Mit einem Verlängerungskabel betrieb er dann seine deutsche Bohrmaschine. Die besten Holzbohrer aus Deutschland kamen zum Einsatz – und verglühten allesamt. Dann kam Ratlosigkeit auf.

Die paraguayischen Paraguayer kamen erneut auf den Deutschen zu, brachten von zu Hause einen Handbohrer mit und zeigten ihm an einem Pfosten aus Quebracho Colorado wie verhältnismäßig einfach man da Löcher reinbekommt. Dem Deutschen, der trotz High-Tech Werkzeug und Ausrüstung eines Besseren belehrt wurde, blieb nichts anderes übrig als einzulenken und viel günstiger, wenn auch langsamer seine Pfosten gelocht zu bekommen. Und ja, die Pfosten stehen heute noch, der Deutsche hingegen ist schon lange wieder in deutschen Gefilden.

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6 Kommentare zu “Der weise Deutsche und der pragmatische Paraguayer

  1. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

    Das glaube ich kaum dass die deutschen Bohrmaschinen „vergluehten“. Ich mach es immer so wie der Deutsche. Traktor mit Anhaengerchen unddadrauf einen Benzinstromgenerator. 25m Verlaengerungskabel. Eine Bohrmaschine reicht zu aber ich hab immer eine in Reserve. Es kommt vor dass die „Buersten“ im Bohrer hinueber sind und dann kommt das Ersatzgeraet zum Einsatz waehrend man den Bohrer reparieren laesst.
    Das rote Quebra Hacha (Quebracho) = brich die Axt kaputt, ist das haerteste Holz und verfault nicht in 100 Jahren im Boden. Das stammt aber ausschliesslich aus dem Chaco.
    Der deutsche muss Billigbohrer von Aldi oder sowas benutzt haben die die thermischen Verhaeltnisse hier nicht gewohnt sind und fuer Weichholz und kalte Zonen gebaut wurden. Ich glaube kaum dass die Standardbohrmaschine aus Deutschland solch relativ leichte Arbeit nicht gewachsen sein soll. Im Chaco braucht man fast nur Bohrer der japanischen Marke Makita (oder auch eventuell Black&Decker). Die halten das aus.
    Das Geheimnis ist dass das Bohr leicht stumpf wird. Wenns erst nur raeuchert dann muss man es verstehen mit der Feile anzuschaerfen. Eine handvoll Ersatzbohre zur Hand zu haben sind immer empfehlenswert. Nur haendige dem Paraguayer die Ersatzbohre nicht alle aus sonst schaerft er die Stumpfen nicht an sondern nimmt nur immer ein neues und sagt dann „alle alle“ wenn erst das letzte nicht mehr scharf ist. Das Bohr schaerft man nur an den Zwei Fleugeln an der Spitze in Richtung die es fraest – also von innen nach aussen feilen und nie von der Aussenseite nach innen (da zerstoert man „den Biss“ des Bohrs).
    Der deutsche hat nur die Bohre nie angeschaerft und arbeitete auf Teufel komm raus. Das geht man langsam an da es eines der haertesten Hoelzer der Welt ist. Ist das Bohr gut scharf so braucht man nie aufdruecken – muss man aufdruecken, d.i. den Bohrer anstrengen, so ist es Zeit fuers anschaerfen.
    Er hat gute Arbeiter gehabt dass sie ihm anboten sie wollten dass mit dem Handbohrer bohren – das wollen viele der Gemuetlichen schon nicht mehr.
    Die Idee des Deutschen ist schon richtig nur scheint da was mit seinen Elektrobohrern nicht gestimmt zu haben. Per Handbohrer gehts natuerlich auch. Die Makita Geraete werden in Brasilien hergestellt und duerften also thermisch an die Region angepasst sein und auch nicht zu empfindsam wegen Stromfluktuationen sein.

    1. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

      Ein wichtiges noch: beim bohren nie den Bohrer sehr schnell laufen lassen. Er muss mit geringer Geschwindigkeit langsam das Hartholz fraesen. Der Paraguayer hat immer die ueble Angewohnheit bei chronischer Besserwisserei im Halbsuff die Stumpfheit mit Geschwindigkeit des Bohrers wettmachen zu wollen. Mehr Geschwindigkeit dann „fliegt“ die Spitze des Bohrs „ueber“ das Holz und es kommt nur zur Abrieb anstatt fraesen, wo dann Hitze entsteht, das Bohr dadurch stumpf wird und es faengt an zu raeuchern und qualmen. Der Paraguayer wird unter Raucheinwirkung die Tendenz haben immer schneller bohren zu wollen was die Sache nur verschlimmert. Qualmt es dann ist entweder die Spitze des Bohrs abgebrochen oder die zwei Fluegel die fraesen sind stumpf. Es muss angeschaerft werden oder Bohr gewechselt.
      Zudem hat man einen Kanister mit Altoel dabei zu haben in dem man das Bohr nach jedem gebohrtem Loch einmal eintaucht – dann kann man mit langsamen RPM wieder das naechste Loch bohren. So kuehlt man das Bohr ab.
      Also geringe RPM des Bohrers ist auch ein Geheimnis des Erfolgs. Nervoese Geschwindigkeit bringt nichts.

  2. Hat er gut gemacht und ist noch abgehauen bevor er durchgedreht ist. Leider konnte ich das nicht. Aber wenigstens habe ich gelernt, dass man Schrauben auch mit dem Hammer einschrauben kann. Oder nimmst gleich einen Nagel, auch wenn gar kein Hammer hast und nur einen Schraubenzieher bzw. -dreher. Auch sonst viel gelernt im Paragauy. ZB. wenn man die Bremsbeläge austauschen musst, dann nimmst einfach zwei Raschrauben ab und wirfst sie in den Sand. Und hast keine zweite Shwuddi Iglesias CD, so lässt halt die eine von 0.00 bis 6.00 Uhr im Vorgarten mit Kleinkinder auf dem Arm auf 120 dB laufen. Hast keine Schaufel weil demasiado caro, so lagerst den toten Hund mal ein paar Wochen aufm Hinterhof-Abfackel und – kinderspielplatz. Bis er abfackelbar geworden ist, um den Müll, Blech, Glas, Akkus, Batterien und sonstig Brennbares anzufackeln. Und was hab ich sonst noch gelernt. Nun, dass ich früher kein Rassist war, das wusste ich schon immer. Oh, diosus mius, muss man halt nicht den Stein- oder Metallbohrer verwenden, gibt ja auch Holzbohrer. Jedenfalls, komm her, schau dich um, und flieg wieder solange du kannst. Naja, für vom Dorfpolizisten wegen Bankkugelscheiberraub gesucht ist das natürlich gar nicht so einfach wieder zurück vor der Verjährung. Müsste dann schon im Winter sein, bei schönem Wetter kommens auch in D-Ö-CH-Westchina gerne zu ihren Löchern aus dem Beatmetenhäuschen raus.

  3. Oh ja, die Deutschen hier sind alle Vollpfosten…. – oder was soll dieser Artikel aussagen?
    Wobei – eine große Anzahl davon sind es vermutlich sogar, Städter, die noch nie ein Werkzeug in der Hand hatten, sich aber das teurste gekauft hatten und nun denken, das Werkzeug arbeitet quasi von allein.

  4. Nun wir könnten den Spieß ja jetzt umdrehen und über den Intelligenten Paraguayer ein paar Sachen schreiben. Aber wo fängt man da an? Und wo hört man auf? Würde unter Umständen ein Buch oder mehrere geben. Aber lassen wir das lieber es wird auf beiden Seiten mehr oder weniger geschickte geben…

  5. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

    An ein traktorbetriebenes Erdbohr hat der loco europeo wohl nicht gedacht. In Ostparaguay wohl sehr nuetzlich nur im Chaco bei hartem Boden nuetzt es oft nur bei 50% der Loecher – das bohr geht wegen dem sehr harten Boden nicht in die Erde rein. Es dreht sich dann nur endlos. Beim letzten bohren mit dem Erdbohrer schaffte ich nur die haelfte der Loecher – den rest musste der Arbeiter per Hand mit dem Spaten graben.
    Auf die Existenz eines Erdbohrers ist der Deutsche nicht gekommen sonst haette er das auch noch von „en Alemania es todo melhor“ mitgebracht.
    Will man viele Zaunloecher bohren so lohnt sich die Anschaffung eines traktorbetriebenen Erdbohrers (lokal meist der Marke Tatu aus Brasilien).

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