Deutsche in Paraguay: In einer anderen Zeit – Teil 1

Die Geschichte Paraguays wurde immer wieder von Deutschen geprägt, die dieses Fleckchen Land als ihren Lebensmittelpunkt erkoren haben oder hier groß geworden sind. Aus ihrem Leben erzählen folgende Zeilen.

Mit 24 Jahren kam 1899 Karl Rocholl, Mitglied der Familie aus Radevormwald, nach Paraguay, um seiner Sammlerleidenschaft nachzugehen. Ob Tiere, Steine, Münzen, Fossilien oder andere Objekte, er sammelte alles. Um seinen gesammelten Gegenständen ein würdigen Platz zu verschaffen, gründete er das Schulmuseum. Zu dem Name kam es, weil Lehrer aus den Schulen der Hauptstadt sich bei ihm diverse Gegenstände für den Unterricht liehen und somit die Qualität der Ausbildung verbesserten.

Ein Jahr nach der Gründung der Kolonie Independencia Nacional im Departement Guairá, wie Independencia eigentlich hieß, kaufte er größere Landflächen in der Umgebung, die noch heute von seinem Nachfahren als ökologische Reservate verwaltet werden.

Er gründete außerdem 1929 ein Postkartenmuseum, welches über viele Jahre von der Paraguayischen Post erhalten wurde.

Ab dem Jahr 1944 wurden seine gesammelten Gegenstände im erst neu gegründeten “Museo de Ciencias Naturales“, dem “Museum für Naturwissenschaften“, ausgestellt. Ein Jahr darauf, im Alter von 69 Jahren, starb Don Carlos, wie ihn die Paraguayer mittlerweile nannten, in Asunción.

Heute erinnert sich kaum noch jemand an den Mann, der so viel der paraguayischen Bildung beigetragen hat. Viele seiner Sammlerstücke findet man heute noch im Museum des Botanischen Gartens in Asuncion sowie einige ausgestellte Schmetterlinge im Kollegium “Nacional de la Capital“.

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