Deutscher Landwirt versucht Enteignung streitig zu machen

Pozo Colorado: Der Deutsche Heribert Rödel, der vor über 30 Jahren 14.404 ha Stammesland der Sawhoyamaxa Gemeinschaft kaufte und vor 3 Jahren enteignet wurde, nutzt den Einfluss von Politikern, um sich diese vergolden zu lassen.

Rödel, der vor rund 35 Jahren Stammesland im Chaco kaufte, welches der Staat ihm später titulierte, wurde im Jahr 2014 enteignet. Vorausgegangen waren diverse Versuche des Staates, ihn abzufinden. Kein Angebot war gut genug. Der Gesetzesentwurf zur Enteignung der Ländereien wurde von Ex Präsident Federico Franco ins Rollen gebracht und von der aktuellen Regierung umgesetzt.

Im Jahr 2006 entschied der interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte, dass diese Ländereien vom Staat an die Indigenen zurückgeben werden müsse. Fast acht lange Jahre dauerte es, dass diese international anerkannte Entscheidung nun rechtens wurde.

Vom Magisterrat aus soll ein Staatsstreich begangen werden. Für die Ländereien, die offiziell den Firmen Rosewell S.A. und Kansol S.A. gehören, wurden als Entschädigung 34,9 Milliarden Guaranies, etwa 6,88 Millionen US-Dollar, auf einem Treuhänderkonto hinterlegt. Die Firmen agieren nun um den Artikel 3 des Gesetzes 5194/2014 zu eliminieren und anstatt der besagten Summe 198 Milliarden Guaranies zu kassieren, was 39 Millionen US-Dollar entsprechen soll.

Die vom Staat gezahlte Entschädigung beläuft sich auf 477 US-Dollar pro Hektar während Rödel durch seine Firmen 2707 US-Dollar pro 10.000 Quadratmeter eingefordert werden.

Sollte die paraguayische Justiz dem zustimmen, hätte das Institut für Indigene über Jahre keine Mittel mehr. Außerdem ist es laut dem aktuellen Vorsitzenden, Aldo Zaldívar, mehr als nachvollziehbar, dass bei der Summe, die hier im Raum steht, viele Politiker agieren werden, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Einer dieser soll der Abgeordnete Julio Javier Rios (ANR) sein.

Schon im April 2014 forderte Rödel (66), der Anfang der 80er Jahre in Deutschland einen „Schwindel“ mit investitionswilligen Deutschen betrieb, 2.750 US-Dollar oder 11.137.500 Guaranies pro Hektar Land.

Wochenblatt / Hoy

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1 Kommentar zu “Deutscher Landwirt versucht Enteignung streitig zu machen

  1. Wenn man von solche Summen hört, kommt man sich mit seinen vielleicht 10 ha, oder 3 ha, oder gar nur 2 Lotes wie ein „kleines Würstchen“ vor. Sind die Einen so viel klüger als die Anderen, oder nur so viel gerissener und rücksichtsloser? Wer ist denn nun glücklicher und zufriedener? Im Alter können diese „Klugen und Gerissenen“ mit all ihrem Besitz und Reichtum sich doch nicht fortwährende Gesundheit und Jugend erkaufen, ja nicht einmal einen Tag ihres Lebens verlängern.

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