Die abgasfreie Zukunft

Encarnación: Auch wenn schon wieder sechs Monate seit seiner Präsentation vergangen sind, möchten wir Ihnen, liebe Leser, dieses interessante Projekt einer jungen Österreicherin vorstellen.

Die 25-jährige Industriedesignerin Priscila Gächter aus Encarnación hat zum Ende ihres Studiums ein elektrisch betriebenen Motorroller gebaut, welcher mehr als alltagstauglich ist. Damit erhielt sie viel Anerkennung für eine Sparte, die in Paraguay nicht immer ausreichend Beachtung findet.

Der Mars M 1 Motorroller ist ein Fahrzeug mit der sich eine Person fortbewegen kann. Speziell für urbane Zonen mit wenig Platz und kurzen Distanzen ist es bestens geeignet. Es beinhaltet keinen Luxus, ist dafür jedoch mechanisch einfach, praktisch und umweltschonend.

„Doch der Mars M 1 ist nicht nur ein Fahrzeug, es ist ein System welches Design, Mechanik, Elektrik, Elektronik, Gesundheit, Kontrolle und Wohlbefinden vereint“, erklärt Priscila.

Diese Fortbewegungslösung ist nicht nur was für den Notfall sondern kann für verschiedenen Bereiche schnell angepasst werden: für gesundheitliche Ersthilfe, für mechanische Ersthilfe, für Kontrollfahrten sowie auch für die Freizeit.

Um den Roller zu entwickeln nahm man die Costanera Küstenstraße zum Vorbild, auf der sich an einem Wochenende bis zu 70.000 Touristen tummeln. Um da schnell und agil zu sein ist ein kleiner Roller bestens geeignet. Eine Feldstudie dazu wurde mit der Stadtverwaltung durchgeführt“, sagte Priscila.

Die saubere Energie die Paraguay produziert sollte auch hierzulande genutzt werden. Projekte wie dieses, die wichtig für dieses Land sind, scheiterten bisher immer an den hohen Produktionskosten, da es nur wenig Industrie und Ausgangsstoffe für die Herstellung gibt. Um dies Realität werden zu lassen braucht es einen öffentlichen Sektor, die Anreize zur Nutzung von wiedererneuerbaren Energien gibt, damit Investitionen getätigt werden können.

Um die Matrizen für die fertigen Teile anzufertigen arbeiteten Gächter und Industriedesigner César Vega Archilla in Handarbeit. Auch bei der Elektrik wiederholte sich dasselbe. Sobald der Bau komplex wird, gibt es keine Betriebe die dafür gerüstet sind.

Der Mars M1 hat einen Aluminiumrahmen und wiegt 49 kg. Mit einer 12 V Lithium-Batterie und 1000 W kann der Roller von 16 – 29 km Strecke zurücklegen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Gewicht des Fahrers, es sind bis zu 110 kg möglich, bei 29 – 43 km/h. Die Batterieladezeit beträgt 6 – 8 Stunden. Das Gefährt ist 1,26 m lang.

Wochenblatt / Di-Conexiones

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11 Kommentare zu “Die abgasfreie Zukunft

  1. Um dies Realität werden zu lassen braucht es einen öffentlichen Sektor!!

    Richtig, der Steuerzahler bezahlt die Politik und die Wirtschaft, dann aber klappt es mit dem ewigen Wachstum. Wenn der Staat bis zum Anschlag verschuldet ist, heisst es, er ist nicht effizient. Spiel bekannt, zumindest ich kenne es.

    Zu High Tech in Paraguay wurde auch schon oft alles notwendige gesagt. Wenn der Roller steht, was mache ich dann? Einen neuen kaufen, weil sich niemand damit auskennt?
    Die Ladestellen werden benutzt um das Handy aufzuladen, deshalb muss der Roller warten? Ah verflucht Stromfausfall.
    Wird in Zukunft vielleicht mehr Strom nach Brasilien und Argentinien verschickt weshalb dann in Paraguay ein Mangel herrscht? Dann muss der Preis ja ….

  2. Nun, wenn eine Batterieladung für 16-29 km reicht, und die Geschwindigkeit bei 29 km/h liegt, ist eine Batterieladung gerade mal für eine Stunde = 29 km. Die Batterieladezeit beträgt 8 Std, dann kann man also nur eine Stunde fahren und man muß dann 8 Stunden laden. Jajajaja, das lohnt sich dann ganz bestimmt!!!!!

  3. Ich finde das ist ein gutes Projekt.
    Leider haben die beiden Entwickler in Punkto Batterie nicht die richtige Auswahl getroffen.
    Würde eine LiFePo4 Batterie zum Einsatz kommen, dann könnte die Ladedauer auf 1 Stunde gesenkt werden. Die entsprechende Ladestation vorausgesetzt.
    Dass es hier im Land keine Leiterplattenfertigung gibt ist ein großes Manko, wenn man solche Projekte im Land verwirklichen möchte.
    Lässt man diese beim Chinesen produzieren, dann hauen einem die Leute vom Zoll mit ihren unverschämten Preisen die Füße weg.
    Ich hoffe dennoch, dass dieses Projekt nicht in der Schublade verschwindet.

  4. Wie soll sich das Rechnen. 16-29 km bei 8h Ladung.In Europa verkaufte Modele haben so um 50km
    Reichweite.Da ist ja ein E-Bike,Fahrrad mit Elektromotor besser als das Teil.Schneller auch in der Normalversion,
    mit Tuning 50++++Km
    .

  5. Da freuen sich wieder mal die Batteriehersteller, die diese nicht umweltfreundlichen teueren Batterien produzieren, die nach ca. 3 Jahren noch maximal die halbe Kapazität haben.

    1. NobodY: Sie sollten sich erst einmal genau informieren, bevor Sie hier solche Behauptungen schreiben.
      LiFePO2/4 Zellen haben nach 8000(!) Zyklen im Mittel eine Restkapazität von 70-80%.
      8000 Zyklen wären bei diesem Fahrzeug 232.000 km!
      Vorher ist das Fahrzeug kaputt.
      Würde man die verbrauchten Batterien nicht einfach wegwerfen, sondern recyceln, dann wäre die Umweltbilanz
      fast ausgeglichen. Aber das, werden wir hier nicht (mehr) erleben.

      Hier mal ein Link, was die neuste Technologie im Bereich Batterien heute leistet:
      http://www.auto88.cz/_info/Tests/GWL-Power-Performance-Test.pdf

  6. Gestern war ein Kommentar von Jahn veröffentlicht in dem er sagte daß dieser Roller auf Grund der kleinen Räder nur auf einwandfreien Straßen zu fahren ist. Also dieser Roller ist somit für PY ungeeignet. Der Mann hat recht, je kleiner die Räder umso schwieriger ist ein Zweirad zu fahren. War dieser kritische Beitrag von der Redaktion nicht erwünscht weil er entfernt wurde?

    1. Es sind von gestern auf heute durch die Serverumstellung einige Kommentare verloren gegangen, genauso, wie wir erst manche Artikel wieder reaktivieren mussten.

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