Die Bildung in Paraguay liegt am Boden

Asunción: Víctor Varela, Vizepräsident von der Organisation “Juntos por la Educación“, sagte, dass die Wichtigkeit der Bildung in dem Land noch immer nicht in die obersten Schichten der paraguayischen Politik vorgedrungen sei.

Die eingangs erwähnte Organisation veranstaltet im Mariscal Convention Center eine Bildungswoche, die vom 6. Juni bis 8. Juni stattfindet.

Bei der Präsentation dieser Aktivität äußerte Víctor Varela seine Besorgnis über das geringe Interesse, das in den neu gewählten Bildungsbehörden wahrgenommen werde, obwohl eigentlich das Gegenteil der Fall sein sollte. „Die neuen Behörden dieses Landes sollten enorm in das Bildungsproblem einbezogen werden, sie sollten darauf bedacht sein, dass Bildung an erster Stelle auf ihrer Tagesordnung steht“, sagte er.

Varela erwähnte auch, dass die Ernennung des Bildungsministers im besten Interesse der Allgemeinheit sein sollte. „Der Bildungsminister sollte der berühmteste sein, der in unserem Land existiert, in dem Sinne, dass er der wichtigste Mann oder die wichtigste Frau unter allen Ministern sein wird, weil dies die Basis ist, auf der wir eine Gesellschaft mit Gleichheit schaffen werden. Es besteht ein großer Bedarf an gebildeten Menschen. Aus diesem Grund glaube ich, dass die neue Regierung das Thema Bildung sehr ernst nehmen muss, weil es auf lange Sicht über alle Regierungen hinausgeht, um das Ergebnis zu erreichen, das wir alle schließlich wollen“, sagte er.

Varela erwähnte weiter, dass ein Bildungsprogramm entstehen müsse, bei dem das Ministerium für Bildung durch eine öffentlich-private Partnerschaft unterstützt werde.

„Bildung dringt immer noch nicht so vor, wie es in den höchsten Schichten der paraguayischen Politik eigentlich der Fall sein sollte. Viele Menschen haben noch nicht erkannt, dass Bildung die absolute Grundlage für die Entwicklung eines Landes ist. Korea oder Singapur bereits gezeigt haben, dass sie in 25 Jahren aus der Armut hervorgegangen sind, aber wir lassen die Bildung links liegen. Es ist der Schlüssel zur Entwicklung. Wir denken weiter, dass die Wirtschaft oder die Anziehungskraft von Investitionen uns aus der Armut befreien werden. Das ist aber nicht so, und ich sage dies aus der Sicht als Unternehmer. Um aus der Armut herauszukommen, brauchen wir eine Bildung, die alle Schichten erreicht, sodass sich dies irgendwie ausbreitet und wir eine viel gerechtere Bürgerschaft in ihrem Einkommen und in ihren spirituellen Entwicklungen haben können“, betonte Varela.

Óscar Charotti, Exekutivdirektor von “Juntos por la Educación“, wies darauf hin, dass die Bildungswoche von entscheidender Bedeutung sein werde, weil sie strategische Vorschläge für eine Bildungsagenda 2018-2030 vorlegen werde. „Das Dokument, das wir vorstellen, enthält nicht nur eine Analyse dessen, was in dieser Regierungsperiode aus einer externen Perspektive getan wurde, sondern schlägt auch Initiativen für Kontinuität, Verbesserung und Transformation des Systems bis 2030 vor“, erklärte er.

Die Präsentation der Forschung zur Bildungsfinanzierung erfolgt nach Abschluss der Bildungswoche. Das Dokument, das “Juntos por la Educación“ vorlegen wird, enthält die Gesamtkosten für Investitionen in die Bildung bis 2030.

Wie viel kostet die aktuelle Bildung und wie wird sie finanziert?

„Wir haben 20 Parameter von allem, was die Ausbildung Jahr für Jahr kostet, Detail für Detail, analysiert. Wir versuchen, diese mit einer sehr einfachen Idee zu verwirklichen, indem wir mehr Geld in die Bildung stecken müssen, bis wir 7% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen. Heute wird schon viel Geld in das derzeitige Bildungssystem investiert, aber es kommt nichts dabei heraus“, sagte Charotti.

Wochenblatt / ABC Color

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9 Kommentare zu “Die Bildung in Paraguay liegt am Boden

  1. Überraschend ehrlich, wenn jemand als Unternehmer zugibt, dass die Wirtschaft nicht den Stein der Weisen findet. Jetzt würde mich interessieren ob der Unternehmer als nächstes Privatschulen will…

    1. Das ist doch nicht das Problem! Das Problem ist das schlechte Schul- und Ausbildungssystem. Offensichtlich legt man aber darauf von höchster Stelle keinen gesteigerten Wert. Gebildete Bürger kann man eben nicht mehr so leicht für dumm verkaufen. Das ist eine Einstellung wie bis zum 19. Jahrhundert in Europa. Paraguay hat offensichtlich noch viel aufzuholen.

  2. Da wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Die meisten Lehrer an vielen öffentlichen Schulen, einmal freundlich gesagt, haben nicht den Bildungsstandard den sie haben müssten, um Wissen weiterzugeben. Genauso ist es bei vielen Privatschulen, nicht bei allen. Bildung ist in Paraguay ein Geschäft und dazu kein schlechtes und das wird es auch in Zukunft bleiben. Sogar Länder wie Bolivien haben uns in der Zwischenzeit bildungsmässig überholt. Aber das will ja niemand hören.

  3. Also Feuer machen will gelernt sein. Ist nicht einfach so ein Streichholz anzuzünden, doch gewusst wie vom Profe und Papi. Und Hugihugi-Musik auf 120dB mit barato Polar Bier unter dem Mango sitzend, wartend bis Mil hinunterfällt, zuschauen wie das Feuerchen abbrennt. Dazu muss der Aleman (und die anderen, die auch Ingles sprechen) ein siebenjähriges Studium hinlegen bis er das auch kann.

    1. Ich habe herzlich gelacht! Du hast recht.
      Solange das Bildungsbewusstsein der Eltern nicht gefördert wird, wird aus den Kindern gleichwohl nichts werden. Vom
      Bildungsniveau der Lehrer und dem derzeitig vermittelten Lernstoff schweigen wir wohl besser.

  4. Wartet nur mal ab liebe Foristen bis Paraguay die erste Raumfahrtakademie in Betrieb nimmt. Ja, auch in einem Raum muss fahren gelernt sein. Also bleibt locker.

  5. Wolfgang Pöllinger

    Antworten

    Tja, so läuft das in PY. Die Eltern kennen keine Kindererziehung, die Schulen pferchen die Schüler in Klassen mit zuweilen 40 Schülern, der Lehrplan ist ein Witz, die Lehrer sind ungebildet und stinkfaul, aber streiken wiederholt für was auch immer – und sobald die Schüler vorzugsweise so früh wie möglich die Schule abbrechen und nach dem Staatsposten spechten, bei dem sie nie mehr einen Finger rühren müssen, werden die Gesichter länger und länger. Was bleibt da noch anderes im Leben, als unbefriedigende, unqualifizierte Arbeit für kleines Geld zu erledigen, Kinder zu zeugen und das Karussell erneut eine Runde voranzutreiben?

    Die letzten acht Jahre nahm ich mir immer wieder etwas Zeit, um ein universelles Bildungssystem zu entwickeln. Ab und zu hieß es dann „gute Idee“, aber bis heute hat sich niemand gefunden, der denn wenigstens einmal aus eigenem Antrieb heraus das Bildungsfernsehen weiterempfohlen hätte. Vielleicht klappt’s hier ja. Die Querverweise für die PDFs:

    DE: http://www.share-online.biz/dl/19CY40BP9R6G Bildungsfernsehen DEHA V1.1.pdf
    ES: http://www.share-online.biz/dl/TRIZ40BPMX59 Televisión educacional ESHA V1.1.pdf

    Viel Spaß bei der Lektüre!
    Gruß – WPö

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