Die Pestizide sind nicht unverzichtbar

Asunción: Der Einsatz von Pestiziden ist in Paraguay immer ein heiß diskutiertes Thema. Er ist aber wichtig, denn ohne sie würde die Landwirtschaft wieder 10.000 Jahre zurückfallen. Es gibt noch mehr Argumente, dafür und dagegen.

Ein Universitätsprofessor auf einem Kongress der Fakultät für Medizin der Nationalen Universität von Asunción (UNA) rechtfertigte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Er befürwortete auch den Anbau von Monokulturen mit gentechnisch veränderten Organismen. Die Weltbevölkerung steigt, Millionen Menschen haben nichts zu essen.

Die Toxizität einiger Produkte wird seit jeher diskutiert. Jill Montgomery, Sprecher von Monsanto, sagte 2004, dass laut wissenschaftlichen Studien Agent Orange keine ernsten Gesundheitsschäden verursachen würde. Das Mittel tötete 400.000 Menschen im Vietnam Krieg und wurde verboten. Agent Orange war ein sehr wirksames Herbizid, aber nicht nur gegen Pflanzenschädlinge.

Dann folgte Glyphosat, biologisch abbaubar und harmlos, wie Kochsalz, so der Hersteller Monsanto. 2015 erklärte die UN, dass das Mittel “wahrscheinlich krebserregend“ sei.

In der letzten Ausgabe eines Berichts von Hilal Elver aus dem Bereich Umwelt und Gesellschaft der UN wurde betont, dass Pestizide nicht dafür da seien, die Welt zu versorgen. Das aktuelle Problem bestünde eher bei der Verteilung von Armut und Nahrung und nicht der Produktion.

Elver fügte an, die Beseitigung oder Reduzierung von Pestiziden würden zu einem dominanteren Agrarmodell, dem Agribusiness hinführen.

Pflanzenschutzmittel führen zu einer Gefahr für die Menschen und die Umwelt, tragen zum Klimawandel bei und gefährden die Ernährungssouveränität der Völker.

Mindestens 200.000 Menschen sterben jährlich durch Vergiftungen, die von Pestiziden herbeigeführt wurden. Sie wirken sich negativ auf die Tierwelt und die Fauna aus, entwalden und zerstören Grundwasserreservoirs. Der Bericht aus der UN schlägt vor, ein internationalen Abkommen zu unterzeichnen, um so die Grundrechte eines jeden Bewohners des Planeten zu gewährleisten. Ein Teil der Menschenrechte besteht auch darin, nicht durch Pestizide vergiftet zu werden.

Quelle: Ultima Hora

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11 Kommentare zu “Die Pestizide sind nicht unverzichtbar

  1. Dann wären die Leute vor unserer Zeit ja alles Vollidioten gewessen und hätten alle Hunger gelitten.So ein Quatsch.Harmlos wie Kochsalz..welch Ironie dann schmeiss mal Kochsalz auf den Boden kuken was da noch viel wächst.Die Landwirte wissen selber,dass sie den Boden mit Monokuktur,Pestiziden etc.kaputt machen nur ist es schwierig etwas anderes als Reis,Weizen ,Soja,Gen-Sonnenblumen loszuwerden.
    Um die Wahrheit zusagen ,dieser Dreck wird uns geradewegs in die Hungersnot treiben und nicht davor beschützen.

    1. Sie vergessen bei Ihrer Argumentation, daß bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts Mißernten und große Hungersnöte in Europa beinahe „normal“ waren. Schauen Sie mal in die Geschichtsbücher. Nur dank der modernen Wissenschaft konnten die Ernteerträge gesteigert und die Anfälligkeiten gegenüber Pilz- und Insektenbefall drastisch vermindert werden. Das soll nun aber nicht bedeuten, daß ich „eine Lanze“ für den Mißbrauch der Chemieindustrie im Bereich von Pflanzenmanipulationen und hochgiftigen Sprühmitteln brechen will. Aber alles hat immer zwei Seiten.

        1. Die meisten waeren mit Pestiziden und Fungiziden zu verhindern gewesen !!
          Die „modernen“Hungersnoete in Afrika waeren mit besserer Technik im Ackbau zu verhindern
          gewesen , solange man in der westlichen Welt darauf besteht , das Hackenpflug und
          Bodenumbruch , bei den folgen von Klimawandel noch gehen , der muss halt zusehen
          wie der Boden umgebracht wird !!!
          Und alles sogar ohne Chemie !!!

        2. Ich habe nur einen Punkt gefunden (Kartoffelfäule) wo man vielleicht was hätte spritzen können, auch wenn es leicht ohne ginge, der Rest der Hungersnöte ist auf Naturereignisse (Wetter, Vulkane) oder Krieg zurückzuführen. Die Sache mit Afrika ist vor allem auf die westlichen subventionierten Nahrungsmittellieferungen zurückzuführen, die sind außer Konkurrenz und der einheimische Bauer kann einpacken. In Indien haben die Bauern reineweise den Suizid gewählt aber vorwiegend wegen der Gentechnik welche sich das Monopol sichert.
          @christian, ihr Hinweis mit dem Bodenumbruch ist interessant. Haben Sie Erfahrung damit? Ich habe darüber gelesen, daß das Pflügen äußerst ungünstig ist, da Organismen an die Oberfläche geholt werde die dort nicht leben „wollen“…also Bodenschichten werden zerstört usw.
          Interessiert mich brennend wie so etwas praktiziert wird, also ohne „buddeln“.

          1. iN fast ganz Suedamerika ist Direktsaat ueblich !!
            Bei den grossen Monokulturen Soja , Maiz , Weizen , Sonnenblume , raps
            Hirse etc. !!
            Der Direktsaatanteil im Kleinbaeuerlichen Bereich ist geringer , da es nur
            wenig technisches Knowhow zur Verfuegung steht.

  2. Hier frisst die Gier das Hirn!
    Äcker zu vergiften welche die Menschen versorgen sollten ist echt ne prima Idee…kopfschüttel…

  3. tom_fish, es braucht wirklich Pestiziden,
    sonst gäbe es schon längst keine „Armen“ Leute mehr,
    weil sie schon längst verhungert währen.
    NUR die super Reichen könnten noch in Super einkaufen gehen.
    Ich bin auch nicht dafür, dass man zufiel Pestiziden verstreut.
    wünsche allen einen schönen Tag!

  4. Und trotz der „vielen,vielen“Hungersnöte wurden es jedes Jahr mehr Leute…absoluter Quatsch.Panikmache steigert den Gewinn und Abhängigkeit.Schaut mal wieviel Lebensmittel an und unter den Bäumen und Pflanzen verfaulen weil keiner sie will.Alles Gehirnwäsche.Weniger Felder,mehr Wald und alle werden satt.Netter Nebeneffekt der Wald ist der beste Therapeut ganz ohne Bezahlung.
    @Manni „Sogar die Vögel im Himmel,sie säen nicht,sie ernten nicht und sie essen doch!!!!“
    Lees doch mal die Bibel statt Geschichtsbücher..genauso erlogen und erfunden jedoch einen Hauch klūger geschrieben. 😉

    1. Genau richtig!
      Der Auftrag war den Garten zu bewahren und nicht 2 Seiten einer Medaille abzuwegen.
      @Manni, diese Denke ist eines Christen nicht würdig.

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