Die Probleme ausländischer Investoren in Paraguay

Asunción: Ausländische Investoren, in diesem Fall Chinesen, wollen das Stahlwerk Acepar reaktivieren. Angeblich haben sie wegen “unüberbrückbarer Probleme und Hindernisse“ wieder das Land verlassen.

Am letzten Wochenende war die Version im Umlauf, wonach Chinesen, die im vergangenen August die Zusage übernommen hatten, 116 Millionen US-Dollar in die Reaktivierung von Acepar zu investieren, wieder unvermittelter Dinge aus Paraguay abgereist seien.

Der Direktor des Stahlwerks, José Vinader, bestritt das Gerücht, gab jedoch zu, dass es Probleme gegeben habe, die er nicht weiter genauer erwähnte, weil “es Interna“ sind. Im Gegenzug beschuldigte der Gewerkschafter Enmanuel Ayala, Gerüchte, die “schlecht gemeint sind“, zu erzeugen.

Die Version kam an die Öffentlichkeit, nachdem eine Nachricht von der Firma Usa Industrial & Comercial, einem Partner der chinesischen Firma namens Henan Complant Mechanical & Electrical Equipment Co. (HCME), publiziert wurde, in der sie Arbeiter entließ, “weil man es nicht geschafft habe, die erforderlichen Dokumente zu unterschreiben, um das Geschäft zu formalisieren“.

Ramon Veron, ein anderer Gewerkschafter des Stahlwerks, sagte, die Chinesen seien getäuscht worden, weil sie viel Geld investieren müssten, um die Maschinen aufzustellen. Er erwähnte beispielsweise die hohe Verschuldung, die die Firma Vectorial bei den Lieferanten hinterlassen habe, die die Fabrik für vier Jahre angemietet hatten. Er sprach von 30 Millionen US-Dollar. Ein weiteres Detail ist der niedrige Preis von importierten Stahlprodukten, mit denen Acepar nicht durch seine hohen Betriebskosten konkurrieren kann.

Veron sprach auch über weitere Ungereimtheiten im Schrottsektor des Stahlwerks im Wert von rund 30 Millionen US-Dollar. In den letzten Jahren verschwanden Produkte mit unterschiedlichen Preisen nach ihrer Qualität von der staatlichen Firma. Sie wurden zum niedrigsten Preis verkauft. Abgeordnete forderten vor 22 Tagen Berichte über die Vorgehensweise in der Fabrik an.

Wochenblatt / ABC Color

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6 Kommentare zu “Die Probleme ausländischer Investoren in Paraguay

  1. So kluge Chinesen, ich rate den leuten, ihr Geld schlicht zu verbrennen, wär das bessere Geschäft. Nicht nur dass hier alles und jeder korrupt bis ins Mark ist, es gibt auch weder fähige Arbeiter, noch willige? Ein Land voller……….

    1. Ja, das ist alles so peinlich hier.
      Was man wohl von Auswanderern halten soll, die trotzdem oder gerade deshalb nach Paraguay umziehen?

    2. Warum sollte die Oberschicht in Paraguay ein Interesse haben, daß sich Chinesen hier mit einer mächtigen Fabrik breit machen? Sicher würden Arbeitsplätze entstehen, aber was hätte die Oberschicht davon?

      Antwort: Nur Nachteile. Also wird das Projekt eher sabotiert als gefördert.

      Für einen Europäer nicht immer klar, aber Paraguay hat seine eigene Logik.

  2. Nun Paraguay ist extrem rückständig, was in mir die Hoffnung schürt, dass es hier eben nicht so flott zu 5G und totaler Überwachung kommt. Zudem kann ich hier eigenes Land erwerben und bestellen, was in D. unmöglich wäre. Ich finds aber trotzdem schade, dass dieses Land die Möglichkeiten, welche es doch hat, nicht nutzen kann, wegen Selbstbedienungsladen.

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Reply

    Also hat die hiesige Korruption noch der Parteikorruption des Zentralkomitees eine Lektion in Sachen Korruption erteilt. Dss ist ja ein Spass!
    Ansonsten aehneln sich beide Laender ziemlich wie man in diesem Video sehen kann.
    https://www.youtube.com/watch?v=bygygiBNEUM
    https://www.youtube.com/watch?v=Chhi41YTA90&t=848s
    https://www.youtube.com/watch?v=vgBID_MOr7A
    Wenn nicht gerade chinesischen Schriftzeichen zu sehen waeren so koennte man meinen (nach den Abrissreifen Haeusern, marode Hochhaeuser und Muellberge zu urteilen) dass man im tiefsten Ostparaguay waere.
    Beide Kulturen, die chinesische und paraguayische duerften sich sehr aehnlich sein.
    Vielleicht zu aehnlich dass beide Platzhirsche nicht miteinander auskommen. Ansonsten sollten die Chinesen die Korruption gewoehnt sein.
    Nur eben, wenn sich die kommunistische Zentralkomiteeregierung hier einnisten will (wie in Bolivien), Kredite geben wobei das Land selber als Garantie gilt (wie z.B. in Bolivien das chinesische Zentralkomitee einfach die Minen beschlagnahmt oder Haefen sich aneignet gegen Schulden bei ihnen) da scheint der paraguayer doch ziemlich allergisch gegen zu sein. Ist ne gesunde Allergie, denn die Zocker braucht man hier ueberhaupt nicht, zu allen Problemen auch noch das Land an eine auslaendische Macht zu verhoekern.
    Stahl duerfte China ja weiss Gott selber genug haben, also was um aller Welt wollen die mit Acepar! Es sei denn sie wollen die Strafzoelle Trumps umgehen indem sie ihren Stahl hier schmelzen mit dem Siegel Made in Paraguay.

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