Die Sorgen der staatlichen Funktionäre

Asunción: Wie jeder Jahr, zum Ende hin, wird um Lohnerhöhungen gefeilscht. Personen die seit Jahren gut verdienen regen sich über ausbleibende Erhöhungen auf. Neuerdings geht’s auch um die Krankenversicherung.

Prinzipiell muss ein Unterschied zwischen staatlichen Funktionären gemacht werden. Es gibt temporär Angestellte und dauerhaft Nominierte. Des Weiteren gibt es Angestellte des Justizsektors, die nichts mit dem Rest der Staatsangestellten zu tun haben.

Die Funktionäre des Finanzamtes sind es derzeit, die meinen ihre Karten auszuspielen. Seit 6 Jahren würden Lohnerhöhungen ausbleiben und nun will die Regierung ihnen die Beteiligung an der privaten Krankenversicherung um 500.000 Guaranies streichen, da diese als Privileg angesehen wird. Tatsächlich wäre diese jedoch kein Privileg und man sträubt sich dagegen. Wenn es hart auf hart kommt, drohen die Finanzbeamten sogar die Auszahlung der Weihnachtsgelder an alle anderen staatlich Angestellten aussetzen bzw. bremsen. Sie beziehen sich auf das Recht streiken zu dürfen, wo jedoch in der Konstitution steht, dass sie Weihnachtsgeld einbehalten dürfen, erklärten sie nicht.

Ebenso fragt man sich warum die Angstellten der Ministerien privaten Krankenversicherungen haben müssen, die zudem vom Arbeitsgeber bezahlt werden. Alle sollten das Recht und die Pflicht haben ihre Beiträge beim IPS einzubezahlen, so dass der Service menschenwürdiger wird, denn derzeit gibt es eine Dreiklassengesellschaft. Die erste Stufe ist arbeitslos, ohne Versicherung, die zweite beim IPS versichert (Krankenversicherung/Rente) und die dritte ist privat versichert um sich in La Costa und Migone behandeln zu lassen.

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass dem IPS Fürsorgeinstitut zu viel Freiheit bei der Entscheidung gelassen wird. Als der Oberste Gerichtshof seine Angestellten beim IPS versichern wollte, lehnten diese freundlich ab mit Hinweis auf fehlende Kapazitäten. Wenn jedoch nöchsten Monat 15 neue Unternehmen mit jeweils 200 neuen Angestellten ihren Betrieb in Paraguay aufnehmen, müssen die 3.000 Angestellten alle bei IPS zwangsversichert werden. Trotz fehlender Logik sollte von Seiten des Staates eine Art Regulierung stattfinden, damit alle gleich behandelt werden. Das kommt besonders den jetzigen IPS Versicherten zugute.

Wochenblatt

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1 Kommentar zu “Die Sorgen der staatlichen Funktionäre

  1. Neben Korruption ist Machtmissbrauch in Paraguay eines der Gründe, warum es im 4.Welt-Status verbleibt. Egal ob Verkehrspolizisten (Polibandis auch genannt) oder die Zollbehörde oder eben Beamte des Finanzministeriums. Wenn sie irgendwo am längeren Hebel sitzen, wird es gnadenlos ausgenutzt und erpresst.
    Die Musterbeispiele sitzen natürlich im Kongress, die ihre Amigoschaften und Immunität vollstens ausnutzen.

    Was predigen denn die Bischöfe diese Woche ständig: Korruption ist ein Prozess des Todes, die Gerechtigkeit unterliegt politischen Mächten, die Gewalt wächst, jeder vierter Paraguayer hungert (letzteres ist eher unsinnig, aber man kann sich wegen Geldmangel wirklich nicht richtig ernähren).

    Unverschämte Forderungen wie im Artikel fördern das alles, das müsste man diesen Beamten mal auf die Stirn stempeln – aber selbst dann kapieren sie es nicht. Die Empathiefähigkeit in diesem Land ist wirklich desolat – wenn man mal aufs Land schaut, unter welch schlimmen Bedingungen manche Leute leben und keine Chance haben einen richtigen Beruf zu erlernen und dann diese abgehobenen Beamten, die verlangen dass der Arbeitgeber eine private Krankenversicherung zahlt. Halli hallo – First World Problems in einem 4.Welt-Land.

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