Die strategische Allianz von der keiner sprach

Mariscal Estigarribia: Vor Jahren gab es Vorhaben einen Stützpunkt des US-Militärs im Chaco zu unterstützen. Was waren die Gründe dafür und weswegen wurde sie nicht umgesetzt?

Zwischen Regen und Dürre, zwischen Hitze und Kälte liegt der abgelegene Ort mit nur 2.000 Einwohnern, von denen 300 paraguayische Soldaten sind. Erstaunlich jedoch ist die Landebahn mit 3.800 m Länge und 80 m Breite, die in der Region wegen ihrer Ausmaße Ihresgleichen sucht.

Mariscal Estigarribia liegt geografisch perfekt, da es nur 200 km nach Bolivien sind, wo die USA draußen bleiben müssen, weil es nahe einer der größten Süßwasser Reserven der Welt liegt, sowie zum Dreiländereck, was für viele terroristische Verbindungen verantwortlich gemacht wird.

Am 26. Mai 2005 wurde unter Berücksichtigung einer geringen Verbreitung ein Gesetz von der Regierung in Kraft gesetzt, wonach alle Soldaten der US-amerikanischen Armee totale Immunität im Land erhalten. Von 2005 bis Ende 2006 wurde 13 Übungen von US-Soldaten in Paraguay durchgeführt.

Am 27. Oktober 2005 hieß Paraguay den FBI Direktor Robert S. Mueller III willkommen, um die Grundlage zu schaffen für die Installation eines Büros seiner Institution, die transnationale Verbrechen wie Entführung, Drogenschmuggel oder Terrorismus bekämpfen kann. Auch Donald Rumsfeld kam offiziell zu Besuch.

Die strategische Allianz, die Nicanor mit Goerge Bush in New York suchte, soll auch das Angebot zur Installation eines US-Luftwaffenstützpunktes in Paraguay umfasst haben. Eben dieser sollte im zentralen Chaco, in Mariscal Estigarribia eingerichtet werden, um gemeinsam den paraguayischen Luftraum zu kontrollieren.

Das Allianzpapier aus dem Jahr 2003 beinhaltet außerdem, dass der US-amerikanischen Regierung eine Operationsbasis für die CIA und den FBI in wichtigen Städten wie Ciudad del Este, Pedro Juan Caballero und Saltos del Guairá offeriert.

Die paraguayische Regierung wiederum erhoffte sich ein Freihandelsabkommen, um steuerfrei paraguayische Produkte auf dem US-amerikanischen Markt anbieten zu können. Der damalige Vizepräsident Luis Castiglioni gab im August 2005 bekannt, dass Produkte aus der paraguayischen Textilindustrie ihre Produkte auf dem US-Markt zollfrei absetzen könnten und durch die erhöhte Produktion 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Nach den Veröffentlichungen wurde erst hinzugefügt, dass dies ein Wunsch war und nichts was unterschrieben wurde.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “Die strategische Allianz von der keiner sprach

  1. Da haben wir es schon…obacht…genau so fängt es an, dann bringen sie „Demokratie“ und danach sind alle Sklaven. Jaja..meckert nur, stimmt aber leider, man muss sich nur umschauen in der Welt!

    1. Da gebe ich ihnen Recht! Das wäre der Anfang vom Ende. Allerdings haben die ja schon lange einen Fuß in der Tür, und Söldner im Land. Will auch keiner hören.

    2. ..“Auch Donald Rumsfeld kam offiziell zu Besuch“….
      Der bemühte sich während oder kurz vor dem Irak-Krieg um ein paraguayisches Truppenkontingent . Dies wurde aber vom von der Regierung von Paraguay abgelehnt. Wie eben das Sprichwort sagt. „ Nichts als Spesen gewesen “.

  2. Wäre eine sehr gute Flugverbindung mit Warengüter aller Art in alle Welt,denke Fleischtransporte raschest.Schade daß dies nicht umgesetzt wird.

  3. Ich finde es auch sehr schade, aber kann ja noch werden. Das letzte Wort ist diesbezüglich hoffentlich noch nicht gesprochen. Jedenfalls wäre mir das 1000 mal lieber,als daß die Russen hier Fuß faßten und damit ihre Vasallen in Kuba, Nicaragua, Venezuela und Bolivien. Da Paraguay bekannt für maßlose Forderungen ist, kam der Deal wohl vorerst nicht zustande. Wie kann man auch auf die Idee kommen, für Produkte aus Paraguay nach den USA völlige Zollfreiheit zu verlangen. An solchen maßlosen Forderungen scheiterte vor vielen Jahren schon einmal der Bau eines zentralen Frachtflughafens für ganz Südamerika! Damals wollte die Lufthansa einen solchen Flughafen bauen und betreiben – nur leider waren die geforderten „Zusatzleistungen“ absolut jenseits von Gut und Böse, so daß die Lufthansa aus dem Vorhaben ausstieg.

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