Die vernachlässigte Feuerwache in einer deutschen Kolonie

Kolonie Independencia: Die Feuerwache von Independencia, Departement Guairá, steht vor dem Zusammenbruch. Im Jahr 2000 gründete eine Gruppe von Personen, darunter Dr. Roberto Cubas, die Institution.

Anfangs gab es eine beträchtliche Zahl von Freiwilligen. Doch im Laufe der Jahre fehlt es nun an Ausrüstung und Personal. Funkgeräte, ein Krankenwagen, eine Pumpe und weitere Ausrüstungsgegenstände waren vorhanden.

„Die Institution hat ihre Glaubwürdigkeit durch den aktuellen Kommandanten, Hugo Nazario, verloren“, beschwerte sich der Gründer der freiwilligen Organisation, Dr. Roberto Cubas.

Er fügte weiter an, die Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr in der Kolonie sei vor dem Zusammenbruch. Es sei weiterhin eine Schande was nun passiere. „Im Notfall oder bei einem Feuer sollte die Einrichtung zum Einsatz kommen. Sie erfüllt aber nicht mehr die ursprüngliche Mission, weil geschlampt wird“, sagte Cubas.

Der aktuelle Kommandant, Nazario, bestritt die Vorwürfe. Trotz der Unsicherheit werde die Institution weiter aufrecht erhalten. Weder die Öffentlichkeit noch die Gemeinde oder andere Behörden würden unterstützen. „Wir können nicht auf die Straße gehen und betteln. Das ist nicht unsere Aufgabe“, sagte Nazario.

Er konnte aber nicht erklären, was mit einer Funkkommunikationseinrichtung passierte, die für 90.000 US Dollar angeschafft wurde.

Francisco Chávez (ANR), der aktuelle Bürgermeister, erklärte, kein Mitglied der Feuerwehr sei an die Gemeinde wegen einer finanziellen Unterstützung herangetreten. So eine Einrichtung würde immer unterstützt.

Quelle: ABC Color

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6 Kommentare zu “Die vernachlässigte Feuerwache in einer deutschen Kolonie

  1. Das ist nicht die berühmte Ausnahme, nein, das ist die Regel in diesem Land. Sobald eine Einrichtung nicht mehr genug in die eigenen Taschen einbringt, geht das Interesse verloren. Und niemand regt sich darüber groß auf, weil sich beinahe alle daran gewöhnt haben und glauben, so sei nun mal das Leben. Ja, sie finden all das einfach wunderbar und „optimal“. Dabei haben sie keine Ahnung wie es auch anders sein könnte, denn ihnen fehlt der Blick über den „‚Tellerrand“ hinaus, sie interessieren sich nicht einmal wie das in anderen Ländern organisiert und praktiziert wird – denn sie sind und bleiben stumpfsinnige Ignoranten. Das muß einfach so klar und deutlich ausgesprochen werden. Mit Schönrednerei und Paraguayversteherei ist niemand geholfen!

    1. viele wollen eben nicht über den Tellerrand blicken, es interessiert sie auch nicht, wie manches in anderen Ländern gehandhabt wird. Sie leben einfach glücklich und zufrieden hier, so wie es hier eben ist. Finden alles schön und optimal. viva Paraguay 🙂

      1. „Sie leben einfach glücklich und zufrieden hier, so wie es hier eben ist. Finden alles schön und optimal.“

        Selten so einen Schwachsinn gelesen. In was für einer Seifenblase leben Sie eigentlich, werter „Paraguayo“?

        Viele Paraguayer finden diese Zustaende mit Sicherheit nicht so toll, siehe die Aussage von Herrn Cubas im Beitrag. Und denken Sie wirklich, dass bei heftigen Regenfaellen und reissenden Fluten auf den Strassen, die Leute sagen „Ui, schön, jetzt können wir draussen baden!“
        Spaetestens wenn es Personenopfer (z.B. Krankenwagen kommt im Notfall nur mit starker Verzögerung durch den Chaosverkehr) oder zu erheblichen Geldverlusten (Kooperativen oder Betrug) bzw. Materialschaeden (Feuer brennt Haus ab etc.) kommt, ist es nicht „schön und optimal“.

  2. Gegenseitige Beschimpfungen sind hier fehl am Platze, schon allein wegen der Wichtigkeit der Anglegenheit. Wenn sogar der Bürgermeister plötzlich erklärt, er hätte ja gerne geholfen, aber bei ihm sie bisher noch niemand von der Freiwilligen Feuerwehr mit einer Bitte vorstellig geworden. Nun, wie ich schon in vor kurzem hier geschrieben habe, ist die Zuständigkeit für finanzielle Angelegenheiten der Freiwilligen Feuerwehr auch eine Sache der Rechtsform dieser Feuerwehr. Während in Deutschland die Freiwilligen Feuerwehren stets direkt der jeweiligen Gemeinde- bzw. Stadtverwaltungung unterstehen und diese ganz einfach für die Finanzen der Feuerwehr zuständig ist, ob es sich nun um Inverstitionen oder auch sonstige Kosten handelt, sind die Freiwilligen Feuerwehren in Paraguay sogenannte „eingetragene Vereine“ und aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit von der Bezahlung von Steuern befreit. So kümmert sich natürlich auch keine Gemeinde bzw. Stadt um die finanziellen Bedürfnisse der ortsansässigen Feuerwehr, weil die Stadt dafür gar nicht zuständig ist. Und in den meisten Fällen könnte ich mir sogar vorstellen, daß Gemeindeverwaltungen ihre finanzielle Hilfe an „eingetragene Vereine“ ganz einfach aufgrund fehlender Zuständigkeit ablehnt. Aber gerade in Independencia mit seiner überdurchnittlich hohen deutschstämmigen Bevölkerung müßte dieser Unterschied der Feuerwehren in Deutschland und Paraguay auch schon bekanntgeworden sein, so daß man dann wenigstens auf dem Wege von Spenden teilweise der notleidenden Feuerwehr etwas helfen könnte. Ich nehme deshalb an, daß die Feuerwehr als sog. e.V. schon wiederholt an die Öffentlichkeit gegangen ist mit irgend einer Spendenaktion, oder mit einem Fest, um etwas Geld in die Feuerwehrkasse spülen zu können. Und dabei hätte auch die Gemeindeverwaltung schon von der Geldnot der örtlichen Feuerwehr erfahren können, und, falls die Äußerung des Bürgeremeisters wirklich ehrlich gemeint war, schon selbst diesbezüglich auf die Feuerwehr zugegangen wäre, wohl wissend, daß man eine Feuerwehr in der Gemeinde hat, die aus Geldmangel schon gar nicht einsatzfähig ist.

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