Ein 14-Jähriger zieht weite Kreise in der Justiz

Asunción: Der Fall eines angeblich 14-Jährigen Motochorros zieht immer weitere Kreise. Erst stand ein Staatsanwalt im Fokus der möglichen Korruption, nun stehen schon drei Polizisten unter Hausarrest.

Die Richterin Lici Sánchez verfügte, dass der Leiter des 21. Kommissariats, Thomas Cardozo, sowie zwei Inspektoren, Neri Benitez und Derlis González, ihre Häuser nicht mehr verlassen dürfen. Eigentlich müssten sie ins Gefängnis, aber ihre Anwälte hinterlegten 20 Millionen Guaranies an Kaution je Verdächtigen.

Die Polizisten denunzierten einen 14-Jährigen als Motochorro und behaupteten, dass verdächtige Gegenstände im Zusammenhang mit einem vorgetäuschten Raubüberfall gefunden worden seien. Die Version des Opfers erwies sich aber als falsch. Nachdem die Polizisten die Fakten zugaben ordnete der Staatsanwalt Rogelio Ortúzar, der in dem Zusammenhang in den Verdacht der Korruption geriet, ein verkürztes Verfahren an.

Quelle: ABC Color

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6 Kommentare zu “Ein 14-Jähriger zieht weite Kreise in der Justiz

  1. Da sieht man wieder, wieviel man doch bei der Polizei, Hüter von Recht und Ordnung, verdienen kann. Wer auf Anhieb 20 Mio. GS als Kaution hinterlegen kann muß schon über ein beträchtliches Vermögen verfügen. Und ich dachte immer, die Polizisten würden in Paraguay so wenig verdienen.

      1. Ein Anwalt ist doch keine Sozialeinrichtung! Er verauslagt höchsten die Kaution für seinen Mandanten gegen Sicherheitsleistungen. Welche Sicherheiten mag er wohl von seinen Mandanten bekommen haben? Wobei wir wieder bei meiner Ausgangsfrage angelangt wären.

      2. 20 Mio. GS ist für viele Paraguayer ein Vermögen.
        Der Anwalt hat diese bestimmt nicht finanziert, sondern für das Klientel kam noch eine Summe hinzu, damit er auch einen Finger bewegt hat.
        Ich habe einen Polizisten als direkten Nachbar. Ich habe mich beim Vorbesitzer für den Kauf des Hauses interessiert. 80 mio Guaranies. Seit er im Haus wohnt kann er jeden Monat diese Haus verbessern.
        Ich frage mich, wie er das mit einem Gehalt von ca. 2,5 bis 3,5 (ca. 400 bis 600 Euro) Mio Guaranies kann. Sein Auto, nicht mal ein Schrotthaufen, zwei Kinder und seine Frau ernährt er auch. Irgendwie stimme ich zu, dass dieser Polizist noch irgendwo anders eine Einnahmequelle haben muss.

        1. Es gibt genug dumme Gringos, die beim Anblick einer Uniform das große Zittern bekommen und ungefragt einige Hunderttausend rüberreichen. Korruption wird nicht angeboren sondern anerzogen – und dazu tragen leider viele Ausländer bei, sei es aus Angst oder Unwissenheit (Coima ist oftmals viel teurer als einen berechtigten Strafzettel zu zahlen…)

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