Ein großes Übel: Plastik in Gewässern

Asunción: Ein Bierhersteller fördert in Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation “Parley for the Oceans“ eine Sensibilisierungskampagne zur Entsorgung von Kunststoffen in Fließgewässern. Plastik ist ein großes Übel in Paraguay.

Die Initiative zielt darauf ab, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verschmutzung von Flüssen und Bächen in Paraguay zu stoppen. Tomás Conti, Manager von Corona, sprach in einem Interview mit dem Radiosender 970 AM über diese Initiative und kommentierte, dass es Teil einer Sensibilisierungskampagne über die Verwendung von Kunststoff und die damit verbundenen Probleme für die Umwelt sei.

In der Zeitung La Nación wurde die Thematik aufgegriffen. In diesem Zusammenhang erklärte Conti, dass die Idee darin bestehe, alle Plastikobjekte zu markieren, die auf den ersten acht Seiten der Zeitung erschienen seien, während auf der neunten ein Flyer mit den eingangs hervorgehobenen Elementen präsentiert sei. Darüber habe gestanden: “All diese Plastikteile gehen in unsere Gewässer, sogar die, die du bisher auf diesen Seiten gesehen hast“.

Conti sagte weiter, dass das Ziel all dessen sei, zu zeigen, wie die mit diesem Material hergestellten Produkte im Alltag auf eine Art und Weise vorhanden seien, die wir nicht realisieren würden. Dann enden sie in Flüssen, Bächen oder Seen, um schließlich in den Ozean zu gelangen.

„Wir denken, dass, weil wir in Paraguay sind und keinen Zugang zum Meer haben, nicht direkt mit diesem Problem verbunden sind. Aber die Realität ist anders, weil viele Kunststoffs, die wir auf die Straße bei Regen werfen, dann in unseren Flüssen und Seen schwimmen. Und am Ende ist das alles mit dem Ausgang zum Ozean verbunden“, sagte Conti im Radiosender.

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr etwa 14 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle in die Ozeane gelangen, von denen mehr als 30% aus Flüssen und Seen stammen. Wenn die gegenwärtigen Trends der Umweltverschmutzung anhalten, wird es bis 2050 mehr Kunststoff als Fische in den Wasserstraßen der Welt geben.

„Dieses Thema wird in unserem Leben und im Leben unserer Kinder immer wichtiger werden. Es liegt an uns selber, dass wir unsere unmittelbare Umgebung erkennen und ändern, um zu versuchen, diese Situation umzukehren“, sagte Conti.

Die Zeitung La Nación will die Kampagne noch öfters wiederholen. Auch andere Medien haben sich der Thematik angeschlossen.

Wochenblatt / Hoy

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

15 Kommentare zu “Ein großes Übel: Plastik in Gewässern

  1. Ein löbliches Vorhaben, aber zugleich ein beschämendes Armutszeugnis für die Politik und Presse in Paraguay. Warum kamen diese bisher nicht auf die Idee eine Kampagne gegen die überall anzutreffende Umweltverschmutzung in Paraguay in´s Leben zu rufen? Sind sie so desinteressiert oder ist es einfach Ignoranz und Unfähigkeit? Böse Zungen behaupten, man erkenne die Anwesenheit von Paraguayern überall an den Hinterlassenschaften von Müll. Wo sie gehen und stehen, werden Papier, Plastikbecher- und Tüten, Bierdosen und Schnapsflaschen einfach weg geworfen. Der Kampf gegen Umweltverschmutzung fängt bereits in der Kindererziehung an den Grundschulen an. Statt dessen viele Freistunden und marschieren mit Fahnen und Trommeln an den Schulen.

  2. Da kan man predigen was man will das bringt nichts .das was bringen wuerde ,sind strafen und das schon nur wenn man kleinigkeiten raus wirft .die Bussfahrer machen nichts denn die schmeissen selber den muell auf die Strasse und die leute verbrennen jeden tag plastik du erstickst in der freien natur manchmal und keiner macht was

  3. Education hiesse das Zauberwort, Bildung, Wissen, man findet wirklich alle Varianten von Igoranz hier, nur echtes, sinnvolles Wissen ist hier unglaublich rar. Glaube an Unsinn, Religion oder anderen sinnlosen Mumpitz kann man jedoch flächendeckend erfahren.
    Arroganz und Pseudowissen, falsche Berufstitel, gefälschte Diplome, „Fachleute“, die absoltut null Ahnung von dem haben, was sie tun, selbst Ärtze!

  4. Hier in ITA, aber auch in den umliegenden Gemeinden werden und wurden die vorhandenen öffentlichen Abfallbehälter ersatzlos abgebaut. Dabei war man schon auf einen guten Weg, da man verschiedene Abfallbehälter für Glas, Papier, Plastik und (an)- organischen Müll hatte. Auf ländlichen Gebiet (wo auch ich wohne) gibt es keine Müllabfuhr. Klar trennen wir unseren Müll, so gut es geht. Receycelbare Dinge werden an Sammler übergeben, oder an die entsprechenden Stellen gebracht. Wohin aber mit Restmüll ? Tetrapacks, kaputtes Geschirr, Lampen, Knochen etc. Etwas bleibt nun mal übrig. Wir erlauben uns diese wirklich kleinen Restmengen in die noch vorhanden, aber immer weniger werdenden Abfalleimer der Stadt zu entsorgen. Es handelt sich dabei um Beutelgrößen, die man locker mit zwei Händen umfassen kann. Einigen Paraguayern scheint das ein Dorn im Auge zu ein, wie lässt sich sonst erklären, das man uns mit der Faust droht und uns fotografiert ? Keine paar Meter entfernt liegt die Strasse und der Rasen voller Müll – das ist aber normal. Habe auch noch niemanden beobachten können, der das fotografiert.

  5. Damit das Meer, die Flüsse, die Bäche sauber würden, bedürfte es zunächst einem Sinn für Ordnung. Ob dieser durch Strafen oder einen Flyer ausgebildet wird, lässt sich stark bezweifeln. Da dieser noch nicht einmal zu Hause gelebt wird, man noch stolz ist, weil man sich – wie für alle Nachbarn ersichtlich – die Büchsen im Garten beweisen, Cola leisten kann, wird es wohl – wie auf allen Gebieten – lediglich bei einer Symptombekämpfung bleiben. Kinder übrigens ahmen ihren Eltern nach. Das funktioniert auch so mit dem Ordnungssinnn mit entsprechend angelegtem inneren Bedürfnis.
    Anfangen sollte jedoch jeder bei sich selbst und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.
    Die Ausrede ‚aber ich benutze ja die Tüte weiter‘, bis sie letztendlich – zweimal benutzt – entweder im Müll (und auf der Müllhalde) landet und vom Supermarkt wieder nachbestellt wird, ist der Lösung des Problems leider auch zuträglich. Auch Papiertüten, die die Wälder zerstören, sind da keine Wohlfühlausrede. Es gab Zeiten, da nahm man die Milchkanne und die Einkauftaschen mit, wenn man vorhatte, Lebensmittel zu einzukaufen. Pfandflaschen, letztendlich mit Glasrecycling wäre gerade noch vertretbar. Würde man umweltschädliche- und Einwegprodukte deutlich teurer machen, als lose Ware, täte das weh. Alles Andere wäre bei momentanem Umweltverständnis halbherzig.
    Und nein, das ist keine Rückkehr in’s Mittelalter, auch wenn man vor dem Einkauf mehr denken und einpacken muss. Es ist eine Hommage an die einzige Natur, die wir haben.
    Alle Welt scheint zu denken, wir haben eine zweite in der Tasche.

  6. Wäre es nicht zunächst sinnvoll, sich als Europäer und Vorbild nicht jede Kleinigkeit in einer Plastiktüte verpacken zu lassen? Und was sollen die zig verschiedenen Plastiktüten, welche man nach der Verpackung im Supermarkt entgegennehmen kann?

    1. Zunächst?
      Zunächst lägen dann nicht mehr 10000 Tüten, Büchsen, Plastikflaschen auf dem Weg oder im Wasser, sondern noch 9000 und die Tiere verrecken weiterhin, vielleicht 10 weniger.
      Man erntet mit diesem Begehren beim Verpacker nur unverständiges Grinsen, mitunter noch mit einem Zwangsverpacken des Produktes.
      Natürlich kann ein Jeder damit anfangen, das ist auch nicht von heut‘ auf morgen in die Köpfe zu kriegen, Behältnisse mitzubringen und folgend Unverrottbares nicht umherzuwerfen.
      Jedoch kommt hier nichts Grundsätzliches vom Chef, der wiederum gesetzliche Anweisungen, möglichst (beim momentanen Umweltunverständnis) mit harschen finanziellen Einbußen umzusetzen hat, bleibt alles halbgewalkt.
      Ein bisschen schwanger gibt es eben nicht.

      1. o.k. dann lassen Sie Ihre plastikummantelte Zündholzschachtel weiterhin im Supermarkt, separat vom Gemüse, mit einer weiteren Platiktüte
        verpacken. Lehren Sie die jugendlichen Verpacker nicht das Umweltbewusstsein – contra ihres Chefs – und lassen Sie das chinesische Plastikspielzeug für Kleinstkinder weiterhin in einer Plastiktüte verpacken.

        1. Nun mal nicht so bockig. So schrieb ich von Verpackungsablehnungsversuchen, jedoch wird man oft zwangs“beglückt“ und dass das Bewusstsein für eine saubere Umwelt hier eben nicht vermittelt wird. Es fehlt sozusagen schon das Instrument in der Anlage durch ein Manko in der Erziehung. Und dies schon seit Generationen. Wie soll also das Orchester funktionieren, wenn die Spieler ihr Instrument nicht zu spielen beherrschen? Aber vielleicht irrre ich mich ja und Sie bekommen diesen Mangel bei Ihrem Supermarktaufenthalt gelehrt. Für diese Leistung gäbe es glattweg ein Bienchen.
          Möglicherweise gibt es ja eine Anweisung, alles zu vepacken. Die Tüten-Zwangsbeglückung habe ich übrigens selbst erlebt.
          Kleine Episode am Rande? Eine Bekannte sagte ihrem Angestellten, es seien während ihrer Abwesenheit im Sommer die Pflanzen täglich zu gießen. Der Nachbar berichtete, dass er sie täglich goß und das, obwohl es schon tagelang regnete.
          Wenn sie jemals angestellt waren, haben Sie auf Kundenwunsch gegen die Anweisungen ihres Chefs verstoßen, egal ob Sie sich im Recht fühlten?
          Vielleicht sollte es ja funktionieren, wenn nicht nur eine Maßnahme umgesetzt würde:
          – anfangs aus besagten Gründen besser mit als ohne staatlichen Zwang
          – Anweisung vom Chef mit Mitarbeiterschulung und
          – Kunde verzichtet ohne Herumzumosern auf Verpackungen

  7. Einfach einmal analysieren, wann dieses ähm- Problem begann. Wie wurde überlebt bevor Gott Nestle, Coca Cola und Corona Plastikflaschen und Supermärkte erschuf? Nach der modernen Forschung nehme ich an, wurde der Mensch, die Menschin mit Plastikflasche und Celular in der Hand am Eingang des Supermarktes erschaffen.
    Die Hauptverursacher kommen dann immer und sagen Wir, und meinen damit alle anderen nur nicht sie selbst, müssen!!

  8. Die hier wissen das auch ohne (Ver)bildung:

    Tötet nicht die Bäume, macht nicht das Wasser unserer Flüsse trübe. Reißt nicht das Eingeweide unserer Erde auf.
    Keokuk, Häuptling der Sauk

    Unsere indigenen Partner betonten von Anfang an, wie toll es sei, dass wir Seite an Seite mit ihnen im Amazonas arbeiteten. Doch das sei nur die eine Hälfte unserer Aufgabe. Sie sagten uns, dass wir, wenn wir ihr Land wirklich dauerhaft schützen wollten, in unserem Teil der Welt arbeiten müssten. Und sie drückten es auf ihre Weise aus: wir müssten den Traum des Nordens ändern – den Traum der modernen Welt, ein Traum, der auf Konsum und Aneignung abzielt, ohne jede Rücksicht auf die Folgen für die Natur oder sogar für unsere eigene Zukunft.
    Lynne Twist, Mitbegründerin der Pachamama Alliance

  9. ‚Machen‘ tun wir es momentan vermutlich alle nicht im Einklang mit der Natur.
    Und nur weil es noch viele vielleicht nicht umweltgerecht machen, machen wir es dann eben gleich gar nicht?

    „Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe.“ Quelle des Zitats: Harald Kostial
    Zum Beispiel könnten die Corona-Kunden statt des erhobenen Zeigefingers mal mit dem Hersteller sprechen, wenn sie denn Kenntnis von nicht umweltgerechter Verwertung haben…je mehr, je besser.

  10. Seit geschätzt etwa 50 bis 70 Jahren gibt es Kunststoff. Sobald das paraguaysche Schulsystem dahin aufgeschossen hat könnte sich etwas ändern.
    Ich meine, wenn jemand seinen Müll in die Landschaft wirft oder verbrennt, wenn er Mitten im Jungel haust, dann ok.
    Aber was für bemitleidenswerte Kreaturen im meinem näheren Umkreis Müll in die Landschaft werfen oder verbrennen, und ich bemitleidenswerte Kreatur bezahle die Müllabfuhr, die zwei Mal (naja, eher einmal) pro Woche durch fährt und etwa an jedem 5. Haus den Müll mitnimmt.
    Jedoch verwundert es mich, dass trotz des Bildungsrückstandes, naja, eher 500 bis 700 Jahre als 50 bis 70 Jahre, die Menschen auf der Straße ihrem Müll nicht einpackt, den zuhause aufm Kinderspielplatz gäbe dieser doch ein schönes Feuerchen.
    Und ihre Haustiere haben erst noch jeden Tag frische Windeln zu fressen.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.