Ein Leben für (k)ein Handy

Fernando de la Mora: Die Gründe weswegen man ein Handy stiehlt können vielseitig sein. Es nicht herauszugeben kann folgenreich sein, wie dieser Fall eindrucksvoll beweist.

Gerade einmal 18 Jahre wurde der Küchenhelfer Eduardo Correa, der mit seinem Arbeitskollege aus einem Taxi stieg und nach Hause gehen wollte. Sein Fehler, die Resistenz. Banditen auf einem Motorrad näherten sich ihm und wollten ihm das Telefon entreißen. Er wehrte sich und wurde niedergestochen. Das Telefon ließen die Diebe am Tatort zurück. Demnach war sein Tod völlig sinnlos.

Augenzeugen riefen um Hilfe. Der junge Mann wurde von Polizisten, noch lebend, ins Krankenhaus des Ortes gebracht, wo man sich weigerte ihm erste Hilfe zu leisten, soviel zur kostenlosen Krankenfürsorge.

“Ich weiß nicht was ich machen soll, sagte mir der Doktor“, so Sergio Correa, Vater des Opfers, der außerdem bekanntgab den Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung anzuzeigen. Kurz darauf fuhren sie ihn in einem privaten Pkw ins Notfallkrankenhaus nach Asunción, wo er ohne Lebenszeichen ankam. “Er lag da auf der Ladefläche des Polizeifahrzeugs. Sie haben ihm nicht geholfen“, lamentierte der Vater.

Erst gestern erklärte Präsident Cartes dass in seiner Amtszeit die Sicherheit auf Paraguays Straßen verbessert wurde, in Bezug auf Überfälle. Anscheinend bezog er sich nur auf Geldtransporter und Bankomaten.

Wochenblatt / Última Hora

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3 Kommentare zu “Ein Leben für (k)ein Handy

  1. Das ganze ist zwar tragisch, aber man kann ein einfaches Muster dahinter erkennnen. Telefon sichtbar in der Öffentlichkeit ist gleich lohnendes Ziel. Wie wäre es also wenn er den wichtigen Telefonanruf drinnen gemacht hätte und nicht draussen auf der Strasse?

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