Ein Schiffskoch “strandet“ in Paraguay

Kolonie Independencia: 20 Jahre fuhr er als Schiffskoch zur See und besuchte die Weltmeere. Unzählige Länder lernte er kennen, nun aber ist Holger Reetz wahrscheinlich endgültig in Paraguay gestrandet und hat seine letzte Kombüse gefunden.

Wobei stranden nicht als negativer Ausdruck zu sehen ist, denn Reetz kann hier im Land von seiner Rente leben und spricht gut Spanisch. Jedoch das Kochen war und ist seine Leidenschaft, die er immer noch gerne ausübt.

Reetz stammt aus der Hansestadt Lübeck. Er absolvierte eine Kochlehre in einem Hotel und fuhr dann 20 Jahre auf einem Frachter unter der Reederei Oldendorff zur See. Wirtschaftliche Einbußen im Schifffahrtssektor zwangen ihn jedoch sich nach anderen Tätigkeiten umzusehen. Unter anderem war Reetz in der Baubranche tätig.

Von 2007 bis Ende 2015 lebte er in Uruguay und baute dort Häuser. „Über den Landweg sollte ein Fahrzeug nach Paraguay gebracht werden. Ich fuhr mit und das Ziel war Piribebuy. Als wir dort ankamen und einige Tage verweilten war ich erschrocken über den Schmutz und die chaotischen Zustände in Paraguay. Nie wollte ich dorthin“, sagte Reetz.

Es kam aber anders. Private Gründe waren ausschlaggebend aber vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten in Uruguay. Vor eineinhalb Jahren ließ der 62-Jährige sich in der Kolonie Independencia nieder.

„Ich hab eine gute Rente und müsste eigentlich nicht mehr arbeiten aber dann bot sich die Möglichkeit ein Lokal zu übernehmen. Die Ablöse war gering und ich schlug zu, denn Kochen war und ist meine Leidenschaft immer gewesen“, betonte Reetz.

Nun hat er seit fast einem Jahr das La Ola unter sich. „ich sehe das, was ich mache, mehr als Hobby an. Eine kleine Speisekarte mit exklusiven Angeboten am Sonntag. Zudem ergibt sich immer ein netter Plausch mit den Gästen“, erklärte Reetz.

Die Vergangenheit liegt ihm am Herzen, vor allem alte Filme. In den nächsten Monaten will er hier einige Events in der Kolonie anbieten. „In der Kolonie sind viele Eingewanderte und Kolonisten aus verschiedenen Bundesländern der BRD. Das wird irgendwann einmal als Spezialwochen auf der Speisekarte zu finden sein“, betonte Reetz.

Wochenblatt

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9 Kommentare zu “Ein Schiffskoch “strandet“ in Paraguay

  1. Wilfried Huttinger

    Reply

    Hallo lieber Holger,
    es freut mich, daß sich Deine Mühe gelohnt hat und Du hier „Fuß fassen“ konntest.
    Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute und vor allem, gute Geschäfte.
    Weiter so, Du bist Spitze!!!

    Viele liebe Grüße
    Micha und Willi

  2. Erfahrung und Liebe zum Beruf, ebnet auch in Paraguay ein sicheres Geschäft. Weiterhin alles Gute und einträgliche
    Gechäfte.

  3. Holger macht seine Sache wirklich gut.

    Sein Lokal, besonders auch die schöne Bemalung an den Wänden ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

  4. Einfach Klasse ! Da wird noch mit frischen Zutaten und Kräutern gekocht. Jede Wochen eine Überraschung beim Menü. Essen für Genießer !!!!

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