Ein Schlachtfeld wird aufgeräumt

Asunción: Heute Vormittag waren die Schäden rund um den Kongress noch deutlich sichtbar. Ausgebrannte Autos, umgerissene Zäune und brennende Mülltonnen, ganz abgesehen vom Kongress, der schwer beschädigt wurde.

Viele Neugierige und noch mehr Polizisten kamen am heutigen Sonntag, dem Tag der Familie ins Zentrum um sich den Ort anzusehen, an dem am Freitagabend einer der größten je gesehenen Protestaktionen stattfand.

Auf den Straßen sah man noch die Patronenhülsen der Schrotgewehre, die verbrannten Mülltonnen, die Autos, die komplett ausbrannten. Der Kongress hingegen wird sorgsam von Polizisten abgeschirmt. Einige Demonstranten waren auf der Plaza de Armas und identifizierten sich mit dem Todesopfer Rodrigo Quintana.

Die Müllabfuhr arbeitete unaufhörlich um die sichtbaren Folgen verschwinden zu lassen. Die Zufahrt bzw. der Zugang zum Präsidentenpalast ist abgesperrt, auch der Kongress ist nur auf der Straßenseite “El Paraguayo Independiente“ begehbar.

Die Reaktion auf die Aktion der 25 Senatoren ist derweil abgeklungen. Sollte jedoch eine weitere Aktion dieser Art folgen, wovon laut einiger Politiker auszugehen ist, könnte sich schnell diese Reaktion wiederholen. Diesmal sollen die Politiker ihre Sitzung vorher ankündigen, was es für Demonstranten noch einfacher macht, sich zu organisieren.

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6 Kommentare zu “Ein Schlachtfeld wird aufgeräumt

  1. Mit Gewalt wird sich überhaupt nichts bewegen, denn Gewalt erzeugt Gegen-Gewalt. Und die Staatsmacht hat nun mal das Gewaltmonopol. Militär und Polizei werden sich nicht widersetzen, denn sie sind auf das was den Staat repräsentiert vereidigt. Es ist ein Armutszeugnis der Opposition, daß es ihnen an Intelligenz und überlegten Köpfen fehlt, wenn sie es nicht fertig bringt gewaltfrei ihre politischen Interessen durchzusetzen, bzw. illegale Aktionen und Entscheidungen zu boykottieren. Alles entspricht genau meinen Beobachten der hiesigen Mentalität. Die Paraguayer können NICHT diskutieren. Entweder sie hören nicht zu und bleiben trotz aller guten Argumente bei ihrer Meinung, oder sie werden gleich laut und hysterisch. Wem aber die Argumente fehlen, der greift meist zur Gewalt weil er sonst keine anderen Mittel findet. Außerdem hat man in Paraguay keinerlei Erfahrungen und Vorstellungen, wie eine Demokratie funktioniert. Jeder legt Demokratie so aus, wie es in seinen Kram paßt. Gruppenegoismus und Parteiinteressem gehen vor dem Staaatswohl. Demokratie aber ist, daß man grundsätzlich kompromißfähig im Interesse des Staates ist, oder aber die Mehrheit über die Minderheit entscheidet und die Minderheit akzeptiert das. Alles andere endet im Chaos und in der Anarchie. Die Früchte des „alles oder nichts“ sehen wir nun in den Straßen von Asuncion und im Kongressgebäude das sinnlos von Vandalen in Brand gesteckt wurde. Im übrigen war das Kongressgebäude ein Geschenk Taiwans. Ob Taiwan sich nochmals an den Instandsetzungskosten beteiligen wird?

    1. In gewissen Ländern bzw. unter bestimmten Regierungen wird sich leider nur durch Gewalt etwas ändern. Das ist einfach so und lässt sich nicht wegdiskutieren. Irgendwann haben die Leute die Schnauze voll, weil Geschwätz (Diskussionen) die Regierung nicht interessiert und diese denkt, dass das Volk so dumm ist, da können wir alles machen. Dann gibt es je nach Lage Aufstand, Putsch oder Revolution. Gäbe es das nicht, würde sich in solchen Ländern nie etwas ändern. Historische Beispiele gibt es genug, aus dem Chaos entsteht dann eine neue Ordnung.

  2. Manni, ich glaube, du irrst da in einigen Punkten. Gewaltfreiheit wird in diesem Land nur mit einem müden A….runzeln beiseite gelegt, von den oberen 1000; die lachen sich da höchstens einen, wenn sie es denn überhaupt zur Kenntnis nehmen. Außerdem kann man eine Demokratie nicht mit dem hiesigen System vergleichen. Hier herrscht eine Diktatur des Kapitals/ Großgrundbesitzes. Leidtragende sind in erster Linie die landlosen Bauern und die ganzen Menschen ohne adäquate Ausbildung

  3. Manni in welchem Land lebst Du eigentlich, lebst Du wirklich in Paraguay?
    Ohne GEWALT machen die Politiker mit dem Volk was sie wollen.
    Letzte Woche haben die Politiker alles Verbotene gemacht, was man nun illegal machen kann,
    soll das Deiner Meinung nach alles vom Volk hingenommen und geschluckt werden?
    NEIN ich finde es richtig, wenn sie nicht alles akzeptieren und sich wehren.
    Paraguay ist zum Glück nicht Deutschland, wo die Merkel alles macht,
    was andere ihr befehlen, und das Volk akzeptiert das auch noch.
    Alle schauen zu und diskutieren nur am Stammtisch, oder die einen verlassen das Land.
    Ist das Intelligenter?
    Die Paraguayer stehen für ihr Land ein.

  4. Ja, Manni, denke ich auch. Die bewusste Haltung des Kleinviehs in den öffentlichen Schulen (3 Std. tgl + 1 Std. Tererepause + 3 Std. Caso Cerrado), die zu einem IQ von ganzen 82 des Durchschnitts führt, wird kein dialogfähiges Volk hervor zaubern. Und diejenigen, welche ihre Eltern sich die überteuerten Privatschulen leisten konnten, die wollen das alles so bleibt wie es ist.

  5. Natürlich wird die sogenannte „Elite“ nicht freiwillig Macht abgeben. Nur mit schönen Worten und bitten und betteln wird sich niemals etwas ändern. Was ich meinte ist, es gibt viele Möglichkeiten des gewaltfreien Widerstandes. Das bedarf nur mehr Intelligenz und guten Ideen. Aber genau hier mangelt es. Meist soll alles mit der „Brechstange“ erreicht werden (auf beiden Seiten) Dialoge sind völlig unbekannt. Politische Ziele zu erreichen bedarf immer einer langfristigen Strategie. Betrachten wir doch Deutschland. Seit Jahrzehnten werden die Deutschen in kleinen Schritten einer Art Gehirnwäsche unterzogen. Alles Nationale wird lächerlich gemacht und verunglimpft, dafür die angebliche Wichtigkeit von Internationalisierung und „Kulturbereicherung“ betont. Um das Volk zu schwächen muß es international durchmischt und als Krönung des Ganzen islamisiert werden. Hintermänner wie der jüdisch-freimaurerische Soros mischen da gründlich mit. Alles unterliegt einem langfristigen, „intelligentem“ Plan der genau den Zielen der Freimaurerei entspricht. Nichts wird dem Zufall überlassen. Folglich muß dem ebenfalls langfristig mit Intelligenz begegnet werden. Doch wo sind die Köpfe dazu? Ich fürchte, daran mangelt es und darum wird sich nicht viel ändern, außer „kleinen Feuerchen“ die zwischendurch mal kurz auflodern.

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