Ein totes Gesetz zum Wohle der Industrie

Asunción: Noch herrscht in Paraguay keine Wasserknappheit wie in anderen Ländern der Region, zum Beispiel in Bolivien. Aber die Kontamination schreitet voran und das Wassergesetz unter der Nummer 3.329 ist nicht durchsetzbar.

Wäre dies der Fall, dann könnte das wichtige Reservoir Patiño Aquifer und andere Grundwasserspeicher im Land geschützt werden. Das Wasser wird aber überall aus der Tiefe entzogen, ohne spezielle Vorschriften einzuhalten, ohne Zahlung von Gebühren und in unbegrenzter Menge.

Die großen Nutznießer sind Abfüller von alkoholischen Getränken, Limonaden oder Mineralwasser. Des Weiteren scheren sich Gerbereien, Autowaschanlagen, landwirtschaftliche Betriebe oder andere Unternehmen nicht darum, Vorschriften einzuhalten.

In einer Studie über das Umweltmanagement vom Grundwasser in Asunción, die durch eine technische Zusammenarbeit der japanischen Regierung und der Interamerikanischen Entwicklungsbank zustande kam, wurde eine Projektion bis in das Jahr 2035 erstellt. Dabei wurde der Entzug des Grundwassers ermittelt und der Zufluss in Form von Regenfällen. Ab 2020 wird sich ein immer größeres Ungleichgewicht einstellen, das heißt, es wird mehr Wasser entnommen als wieder zurückfließt. Schon jetzt befindet sich der Wasserspeicher im Minusbereich, der sich aber immer weiter erhöhen wird.

Durchschnittlich werden in dem Berechnungszeitraum 50 Milliarden Liter Wasser jährlich aus dem Patiño Aquifer entnommen.

Im Artikel 46 des Wassergesetzes steht, dass “die Konzessionsgebühren auf der Grundlage der Investitionen festgelegt und bezahlt werden müssen. Das beinhaltet sowohl die Auswirkungen auf die Wasserressourcen und die soziale Nützlichkeit des Betriebs“. Es gibt jedoch keine gesetzte Grenze für die extrahierte Wassermenge aus dem Patiño Aquifer.

Seit Jahren versucht das Umweltsekretariat Seam das Gesetz genauer zu definieren, aktuell “ruht“ es im Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht.

Quelle: E‘a

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

5 Kommentare zu “Ein totes Gesetz zum Wohle der Industrie

  1. In diesem Land gibt es viele „gute Gesetze und Erlasse“ – doch wer befolgt sie, wer kontrolliert sie, wer ahndet sie bei Nichteinhaltung? Viele dieser Gesetze und Erlasse sind nicht einmal das Papier wert, auf welches sie geschrieben wurden. Ich würde mir als Senator/Abgeordneter schäbig und betrogen vorkommen, wenn ich für ein Gesetz stimme und es wird nicht eingehalten. Oder wenn ich dafür stimme ohne mich anschließend nicht für die Umsetzung einzusetzen. Wahrlich kein Zeichen von Verantwortungsbewußstein – eher von totaler IGNORANZ!

  2. Absolut doofe Dödels.
    Allerdings: ich erinnere mich an das Jahr 1967: da gab es nach Jahren der Warnungen und vielen Plänen, aber keiner Massnahmen im Super-Wintersportort Zermatt in der Schweiz 63 tote Touristen infolge Brunnenvergiftung durch Fäkalien. Also bin ich ganz still mit bösen Bemerkungen über mein Gastland Paraguay. Die machen jetzt einfach die gleichen idiotischen Fehler wie die tolle erste Welt 50 Jahre früher.
    Fazit: der Mensch ist ein doofer Dödel.

  3. Das soll heißen, der weltweit größte Hersteller von Zuckerbrühe Boca-Bola – bitte entschuldigen Sie den Schreibfehler, habe aus rechtlichen Gründen die B- statt C-Taste erwischt – entnimmt kostenlos Trinkwasser aus Paraguay und macht Milliarden USD Gewinn. Sozusagen als Entschädigung für die Steuern, die diese Firma zahlen sollte.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.