Ein typischer Kuhhandel

Asunción: Dass die Frente Guasu mit der Regierungspartei paktiert, hatte seinen Preis für den Cartes-Flügel. Die Vertreter der linken Parteiengruppe (FG) verlangten das Thema Sojasteuer im Senat behandeln zu dürfen.

Ohne die Stimmen der Frente Guasu hätte diese Woche keiner etwas richten können. Keiner hatte eine Mehrheit. Mit Fernando Lugo hat die Colorado Partei jemand, der dankbar ist und keineswegs in der Rangfolge Präsident werden will, wenn Präsident und sein Stellvertreter wegen neuer Kandidaturen kündigen müssen. Diese Entscheidung kostete jedoch den Cartes-Flügel eine Zusicherung, die die Frente Guasu als Wahlkampunterstützung gebrauchen kann. Sollten sie es schaffen, eine Sojasteuer durch den Kongress zu bekommen, hätten sie zumindest etwas bewegt, was viele Jahre undenkbar schien. Ebenso könnte es helfen, für die nächste Legislaturperiode erneut Sitze im Kongress zu sichern.

Ob der Pakt mit dem Teufel, da Oppositionspartei mit Regierungspartei koaliert, echte Früchte trägt, bleibt jedoch unklar. Auch wenn eine Sojasteuer Sinn macht, geht diese komplett gegen die Versprechen, die Cartes oder sein Wunschnachfolger Peña machten.

Nun drohen die Sojabauern im Osten des Landes einen „Traktorazo“ an, einen Umzug mit Traktoren, die den kompletten Verkehr stilllegen, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Sollte das Thema nicht wieder in einer Schublade verschwinden, kann man sich auf viel Gegenwehr vorbereiten.

Wochenblatt

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