Ein ungünstiger Zeitpunkt

Asunción: Nachdem die Staatsanwältin Raquel Fernández, die den Tod von Rodrigo Quintana untersucht, es für unnütz ansieht, die Gesprächsprotokolle im Umkreis des ehemaligen Kommandanten näher zu untersuchen, drängen die Kläger darauf.

Rodrigo Quintana aus La Colmena wurde in der Nacht des 1. April 2017 im Parteigebäude der PLRA von einem Polizisten erschossen. Wie es zu dem Überfall auf das Gebäude kommen konnte würden, so Anwalt Guillermo Duarte, sollen die Anrufprotokolle aufklären, da hier ein Befehl von oben gegeben wurde – aus dem Umfeld des Präsidenten. Die Staatsanwältin, die sicherlich keine Lust hat der Sache auf den Grund zu gehen und ihre Karriere zu verbauen, sieht es demnach als krankhaft an, dass man so etwas forderte.

Schon am Folgetag des Überfalls auf die PLRA gab Efraín Alegre, Präsident der Partei, bekannt, dass José Ortiz, die “rechte Hand“ des Präsidenten, den Befehl dazu gegeben hatte. Ortiz verklagte ihn wegen übler Nachrede und Diffamierung. Seltsamerweise kam drei Monate später ans Licht, was Alegre kurz danach sagte. In der Nacht gab es unzählige Anrufe zwischen Ortiz und dem Polizeikommandanten und anderen hochrangigen Regierungsmitgliedern. Zur Verteidigung sagten alle, dass sie sich gut kennen und persönlich vom Kommandanten hören wollten, wie die aktuelle Lage ist.

Doch wie kam Efraín Alegre an diese Information? Die nationale Presse spekuliert diesbezüglich, dass einer der uniformierten Aufpasser im Präsidentenpalast Mburuvicha Roga wenigstens ein Telefongespräch mitgehört hat und nach dem Anschlag das Richtige tun wollte und Alegre dies gemeldet hat. Und ja, die politische Elite sowie deren Helfer waren in dieser Nacht alle im Präsidentenwohnsitz.

Die aktuelle politische Lage lässt demnach nicht zu, dass dieser Fall restlos aufgeklärt wird. Ob wirklich jemand aus den Regierungskreisen darin verwickelt ist, kann derzeit nicht gesagt werden. Es jedoch partout nicht untersuchen zu wollen, wirft kein gutes Licht auf die Staatsanwaltschaft.

Wochenblatt / Última Hora / Abc Color

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3 Kommentare zu “Ein ungünstiger Zeitpunkt

  1. Die Verachtung für eine solche Art von Rechtsauffassung bzw. nicht vorhandenem Unrechtsbewußtsein und einer Moral „unter aller Sau“ kann nicht hoch genug sein! Doch eines ist ganz sicher. Wenn es einen Gott gibt, an den ich glaube, werden all diese „!ehrenwerten Bürger“ die sich einbilden heute die Größten und Mächtigsten und unantastbar zu sein, eines Tages das empfangen, was sie verdient haben! Das gilt auch für ihre rückgratlosen Mitläufer.

  2. Das ist alles nicht verwunderlich das man nicht bestrebt ist den Fall zu Untersuchen.
    Wer die Befehlskette kennt den ist auch bekannt das es immer von Oben nach unten geht. Niemand mach mehr als machen oder umsetzen soll.Mit mehr oder weniger Tatendrang!
    In der Preislage kam der Befehl mit Sicherheit von der oberen Führungsriege, Nicht nur Ortiz war daran beteiligt,
    die gesamte politische Elite mit Gefolge war im Präsidentenpalast und hat das ausgeheckt. Ihr Chef mag er noch so sauber sein, er war mit dabei! Schon Cartes Reaktion gegen gewisse Asylbewerber in Uruguay sagt alles!
    Der Stachel in der Wunde der Saatsverbrecher!
    Die Staatsanwältin knickt natürlich ein,entweder hat sie einen schweren Unfall, sie wird versetzt im letzten Winkel des Chacos oder sie blockt ab und ruhig, lebt ruhig weiter!Wer beißt schon in die Hand die einen Füttert!

  3. Also ich als CSI-Paraguay-Mitarbeiter hätte einfach alle Waffen der in Frage kommenden Polizisten konfisziert. Wie damit der Täter hätte ermittelt werden können? Ich weiß es nicht, ich bin ja kein CSI-Paraguay-Mitarbeiter.

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