Eine beispiellose Welle von Restaurantschließungen

Asunción: Vorgestern schon berichteten wir über die Krise im Gastronomiesektor. Jetzt wurden genauere Daten veröffentlicht, die erschreckende Zahlen aufzeigen.

Der Restaurantverband von Paraguay teilte mit, dass mehrere gastronomische Betriebe aufgrund der schwachen Konjunktur nach dem “Boom“ der in den Jahren 2012 und 2013 registrierten Eröffnungen geschlossen haben.

Néstor Filártiga, Präsident des Restaurantverbandes von Paraguay, bestätigte, dass sich die Konjunktur verlangsamt habe und der Verbrauch deutlich zurückgehe, was nicht nur diesen Bereich betreffe. Er gab an, dass zwischen November 2016 und November letzten Jahres 78% der Restaurants, die eröffnet wurden, geschlossen werden mussten.

„Wenn gespart wird, ist das Erste, was die Menschen unternehmen, bei der Freizeit und jenem Konsum, der nicht unbedingt notwendig ist“, sagte er.

Filártiga erklärte, dass wichtige Unternehmen im mittleren und oberen Preissegment ihre Türen geschlossen hätten. Zwar ist die Situation im Fast-Food-Bereich immer noch sehr dynamisch, mit ständigen Öffnungen und Schließungen oder Besitzerwechseln, aber auch hier sind Einbrüche zu verzeichnen.

Im Jahr 2012 gab es in der Hauptstadt von Paraguay 1.083 Standorte, von Fast Food-Geschäften bis zu Spitzenrestaurants. Im Jahr 2015 war ein Anstieg von 28% zu verzeichnen. „Leider hat Asunción keinen so großen touristischen Fluss, um ein solches gastronomisches Angebot aufrechtzuerhalten. Es gibt nur wenige kommerzielle Events oder Meetings, die nicht ausreichen“, sagte er.

In Bezug auf die Faktoren erwähnte Filártiga, dass die argentinische Krise seit März letzten Jahres zusätzlich zu den zwischen 2012 und 2013 registrierten Angebotsüberschüssen hinzugekommen sei, die Ausländer daran hindern würden, Paraguay zu besuchen.

Auch der Regierungswechsel hatte einen negativen Einfluss, weil sich der Konsum verlangsamte, und viele abwarteten, was passiert. „Man fragt sich immer, was geschehen wird, dies dauert normal die ersten 100 Tage, aber in dem Fall ist nach diesem Übergang nichts passiert, was zu einer Euphorie in dem Sektor geführt hätte“, sagte er.

Filártiga erklärte auch, dass das Kreditkartengesetz viele Bürger der Mittelklasse dazu gezwungen habe, ihren Restaurantbesuche zu verringern.

Wochenblatt / Hoy

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10 Kommentare zu “Eine beispiellose Welle von Restaurantschließungen

  1. Kein Mitleid mit der Dummheit! Das Restaurantsterben war vorhersehbar und kommt nicht überraschend. Sind doch in den letzten 5 Jahren bald an jeder Ecke ein neues Restaurant eröffnet worden. Die paraguayischen Restaurantbesitzer wurden wieder einmal mehr Opfer ihres tief verwurzelten Nachahmungstriebes. Eröffnet heute ein Plastikwarenhänder einen Laden werden innerhalb der nächsten 12 Monate viele weitere in der Nähe eröffnen. Das gleiche gilt in allen Branchen und natürlich auch in der Restaurantbranche. Mit Verstand, Planung und Standortanalyse hat das wirklich nichts zu tun – höchstens eben mit Dummheit. Aber ob die jemals zulernen?

    1. Genau so. ..mit Auswahl und mal was extra machen hat man es nicht so. 😉 Zimmer grün gestrichen wie der nachbar und schon steht die Kneipe. ..

      1. Meine Herren, solange die Bildung nicht erzwungen wird, gibt es keine Kreativität und das selbstständige Denken nur in eingeschränkten Masse. Die allgemeine geistige Müdigkeit ist charakteristisch für das paraguayische Volk.

    2. Und die Preise fallen nicht wegen Konkurrenz, sondern steigen entsprechend. Die Zahl der Kunden steigt ja nicht, sie verteilt sich nur und jeder Ladenbesitzer will nicht weniger verdienen.

  2. Ohh Robin Hood, vieeelen Dank, ich dachte, das wär nur mir aufgefallen mit dem lächerlichen nachahmungstrieb. Vor allem die tatsache, dass diese leute dann ihren Nachahmungsladen auch gleich neben den Initiator bauen? ..und oftmals auch genau so nennen? Sie steigen von den Bäumen und bekommen ein Smartphone….

  3. @Robin Hood
    genau das fiel mir auch schon oft auf.
    An der Straße von Caacupé nach E.Ayala fing vor einigen Jahren einer an, Keramik zu verkaufen. ( Das gleiche Zeug wie es ALLE Läden in Areguá haben ).
    Heute sind es mindestens 10 Anbieter, einer neben dem anderen.
    Da haben die Nachbarn gesehen: Oh! Der verkauft 3 Töpfe am Tag. DAS mache ich auch!
    Auf die Idee zu kommen, daß man vielleicht Leder-, Holz-, Textil- oder andere Waren anbieten könnte, darauf kommen die nicht.
    Vorher waren es jahrzehntelang Kepis, Hüte und Decken, die auch von x Verkäufern angeboten wurden. Bis einer nach dem anderen zumachen mußte, weil nichts mehr lief.
    Ein weiteres Problem des Geschäftesterbens ist, sofern der Laden nicht Eigentum ist, der Vermieter sieht: Oh! Der hatte die letzte Zeit 3 Kunden pro Tag. Da gehe ich doch gleich mal mit der Miete hoch!

  4. Leute, der Nachahmungstrieb ist nicht exklusiv paraguayisch. Er bestand bereits schon in den 80er Jahren in Buenos Aires. Guckt doch mal im Zentrum, in der Zone des Obelisk an der Straße des 9. Juli. Dort zweigen von der Straße des Neunten Juli mehrere Straßen ab und jede hat ihre Eigenarten. In der einen gibt es nur Schuhläden, in der anderen gibt es nur Stoffe in Ballen, die zu einem Preis pro Meter angeboten werden. In der anderen Straße gibt es dann nur Geschäfte mit Damenunterwäsche. Und so gibt es gerade in Bs.As. noch genug Beispiele dieser Nachahmerei.Als man in Bs.As. schon fleißig nachahmte, hatte man in Asuncion noch nicht einmal die Idee, etwas nachzuahmen. Diese Gewohnheit muß dann vermutlich irgend jemand auch nach Paraguay mitgebracht haben. So scheint diese Nachahmungssucht auch eine lateienische Krankheit zu sein. Die Kontrolle eines Vermieters über den Geschäftsgang des Mieters ist allerdings eine sehr alte Gewohnheit, die sich stets destruktiv auswirken kann. Und es beschämend, daß es gerade Deutschstämmige (wohlgemerkt: nicht etwa deutsche Einwanderer!!!) sind, die diesen destruktiven Mist am besten verstehen. Deutsche Einwanderer sind dabei oftmals sogar lediglich die Opfer. Denn es gibt keine bessere Methode als diese, ein gutgehendes Geschäft abzuwürgen. Es sind deutschstämmige Paraguayer, die sich meist als die „echten Deutschen“ bezeichnen wollen, während alle die von ihnen so genannten „Neudeutschen“ für sie assoziale und international gesuchte Einwanderer sind, die in Paraguay nur einen Unterschlupf sehen, so lange, bis ihr „internatiionaler Haftbefehl“ wieder aufgehoben sei. Auf meine Frage, was man eigentlich unter diesen assozialen „Neudeutschen“ verstehe, erklärten mir im DTA, dem Deutschen Sportverein in Asuncion, einmal die „echten Deutschen“, die selbsternannten „wahrhaftigen Pioniere“, das seien jene Einwanderer aus Deutschland, die ab 1940 und der Folgezeit in Paraguay angekommen sind. Wer also nicht älter als 100 Jahre ist und seit 80 Jahren in Paraguay lebt, der weiß somit, wofür er von den selbsternannten „echten Deutschen“ und „Pionieren“ angesehen wird. So kannte ich auch schon mehrere Mieter des Restaurantes im DTA, die erst mietfrei angelockt wurden, da sie ja auch für die Instandhaltung des ganzen Geländes verantwortlich seien. Sie akzeptierten dies stets, wurden aber ständig beobachtet, wie sich die Zahl der Gäste in dem vereinseigenen und verpachteten Restaurant verhalte. Bei Ansteigen der Anzahl der Gäste wurde gleich einmal eine Miete eingeführt, denn wenn der „Assoziale“ schon auf Kosten des DTA reich werde, dann könne er auch etwas davon dem Verein abgeben. Bei weiterem Ansteigen der Kundenzahl mußte natürlich auch gleich die Pacht angepaßt werden, und der Pächter wurde sogar noch verpflichtet, nur bei ganz bestimmten Vereeinsmitgliedern einzukaufen. Und solche Pachtverhältnisse konnten niemals lange dauern, denn mit dieser Politik drehte man dem Pächter stets mit aller Gewalt den Kragen zu. Und gerade die „echten Deutschen“ und „Pioniere“ hatten scheinbar noch nie etwas gehört von dem Wort „Leben und leben lassen!!!!!!

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