Eine Eisenbahn wird wohl nie mehr Realität in Paraguay

Asunción: Die staatliche Gesellschaft Ferrocarilles del Paraguay (Fepasa) konnte aufgrund fehlender Mittel oder mangelhafter Verwaltung in der Regierungszeit unter Horacio Cartes kein Projekt verwirklichen. Eine Eisenbahn wird wohl nie Realität im Land.

Weder im Jahr 2017 noch im Jahr 2015 kam es zu Ausschreibungen für Eisenbahnprojekte. 2016 war es die Gemeinde Itaguá, die an der ehemaligen, verfallenen Bahnstation Patiño Verbesserungen vornahm. 2014 hat das Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC) eine Ausschreibung für die “Bogenbrücke“, an der Mariscal López und Gondra, im Bereich des ehemaligen Hauptbahnhofs, in die Wege geleitet. Umgesetzt wurde aber dabei noch nichts Konkretes.

Roberto Salinas, Präsident der Fepasa, bestätigte die desolate Situation im Bereich der Eisenbahn. Er gab zu, dass es Schwierigkeiten gebe, Projekte zu verwirklichen, weil es hauptsächlich an den notwendigen Haushaltsmitteln fehle.

Jedoch warnte im Dezember letzten Jahres der Gemeinderat von Luque, dass Gelder, die vom Kongress in Höhe von zwei Milliarden Guaranies genehmigt worden seien, verloren gehen, wenn keine Ausschreibung für die Restaurierung des örtlichen Bahnhofs erfolge. Salinas erwiderte darauf, dass man mit dem MOPC in Verhandlung sei und Ende des Monats Angebote eingeholt würden.

Ebenso soll dies bei anderem Fond in Höhe von acht Milliarden Guaranies umgesetzt werden, der für Restaurierungen vom Hauptbahnhof in Asunción und der “Bogenbrücke“ vorgesehen sind.

„Wir sind eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Staat hat mehr Möglichkeiten, Gelder, in diesem Fall für Restaurierungen, an das MOPC zu überweisen“, sagte Salinas.

Trotz all dieser dunkeln Panoramen betonte Salinas, dass das Projekt für einen Zug zwischen Ypacaraí und Asunción weiter verfolgt werde. Ebenfalls hat die Gemeinde Encarnación die Absicht geäußert, eine der alten Dampflokomotiven zu reaktivieren und diese in der Stadt zirkulieren zu lassen.

Mittlerweile aber wird in Paraguay wohl in der nächsten Zeit so schnell kein Zug zu sehen sein, der auf irgendeiner Strecke zirkuliert und Fahrgäste befördert. Das historische Erbe der Eisenbahn verfällt weiter an mehreren Punkten im Land. Nur Geschichtsbücher berichten über eine große Epoche, die wohl nie mehr auferstehen wird.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Eine Eisenbahn wird wohl nie mehr Realität in Paraguay

  1. Wenn ich nur wüsste wo genau der Ex-Präsidente Fernando Luge 2013 den ersten Spatenstich zur neuen Eisenbahn gemacht hat, dann könnte ich wenigstens eine Karotte in den von ihm ausgehobenen Loch pflanzen, damit diese Millionen oder Milliarden Guaranies, welches dieses gekostet hat nicht völlig fürt Füchs zum Fenster hinaus geworfen wurden.

  2. Wäre Schade wenn es hier zum kompletten Stillstand kommt. Ein Betrieb der bisherigen Trasse hat die Zukunft wahrscheinlich bereits eingeholt. Jedoch ist eine Entlastung von Asucion dringend notwendig (ggf. per U-/S-Bahn). Interessante Beispiele gibt es in den Nachbarländern.

  3. Wer braucht eine Eisenbahn. Viel wichtiger ist doch nach dem dafuerhalten so einiger Politiker eine Mitfluggelegenheit zur internationalen Raumstation. Aber Eisenbahn….tzzzzt

  4. Eine Schande !!! Die kulturelle Geschichte außer Acht lassen, was schon eine Schande ist. Aber den Nutzen ,die Arbeitsplätze und die Schonung der Straßen durch den LKW Verkehr die alle überladen sind ist es nicht wert die Eisenbahn neu aufleben zu lassen ? ES sind genug Investoren da die das Projekt gerne verwirklichen würden. Wie Franz Josef schon sagt aber Mitfliegen zu einer Internationalen Raumstation was Millionen von Dollar schluck und PY oder die Bevölkerung nichts von hat.

  5. Paraguay hatte nicht die erste Eisenbahn Lateinamerikas. Die erste fuhr auf Kuba 1837, die zweite in Perú 1851, die dritte in Chile 1851, die vierte in Argentinien 1857 und die fünfte erst 1861 in Paraguay. Trotzdem aber hätte man in der Entwicklung des Landes nach dem Triple-Allianz-Krieg mehr Wert auf die Weiterentwicklung dieser Bahn legen müssen, denn inzwischen existiert sie nicht mehr. Und jetzt wieder bei NULL anfangen zu müssen, das wird Paraguay schon wirtschaftlich nicht schaffen können.

  6. Der sogenannte „paí degenerado“ dachte doch niemals an eine Neueerichtung einer paraguayischen Eisenbahnlinie. Schliesslich hatte er ja von den bis dahin ausgegebenen Milliarden auch etwas bekommen, dann kann er ruhig mal „Spaten zur Hand“ feierlich ein Loch ausheben und dabei sogar noch Beifall ernten, den ihm in früheren Zeiten nur seine 16-jährigen Freundinnen im Beichtstuhl dargebracht haben. Damals hatte er wenigstens noch Gutes getan, nämlich mit für die Erhaltung des Volksbestandes gesorgt und zu diesem Zwecke den jungen Mädchen den Heiligen Geist eingeflößt.

  7. Wolfgang Pöllinger

    Antworten

    Dampfloks? Oh Gott, warum nicht gleich Pferdefuhrwerke, die mit einigen zig Milliarden Guaranies jährlich gefördert und von einer neu zu errichtenden Sonderbehörde geleitet werden? Selbstverständlich ist das einzige, was da geleitet würde, wieder einmal das Geld in die Taschen der Funktionäre.

    Vor etlichen Jahren bereits habe ich mich des desaströsen Personenverkehrssystems Paraguays angenommen und (übrigens zeitgleich mit den angeblichen Planungen eines Nahverkehrssystems in Gran Asunción) für ein U-Bahn-System als dort bestmögliche Umsetzung entschieden, sowie ein S-Bahnnetz in Ost-PY. Meine Ausführungen – auf meiner ehemaligen Netzpräsenz veröffentlicht – sind zwar wahrscheinlich nur noch in Netzarchiven verfügbar, aber bei Interesse kann ich ja meine lokalen Archive durchstöbern und den Artikel aktualisiert erneut veröffentlichen.

    Gruß – WPö

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