Eine Geisterstadt aufgrund von Covid-19

Nanawa: Nordwestlich der Hauptstadt Asunción liegt eine kleine Geisterstadt aufgrund von Covid-19. Alle Geschäftsleute, die auf Kauf-Tourismus aus Argentinien angewiesen sind, stehen vor einem Trümmerhaufen.

Die Maßnahmen zur Verhinderung von Covid-19 verwandelten Nanawa, auch als Puerto Elsa bekannt, in eine Geisterstadt. Die Schließung der Grenze betrifft ganze Familien auf beiden Seiten des Pilcomayo-Flusses, der natürlichen Grenze zwischen den beiden Ländern. „Meine Frau lebt mit einer meiner Töchter in Clorinda und ich wohne mit zwei anderen in Nanawa. Am Ende des Jahres konnten wir uns für ein paar Stunden zum Abendessen treffen, aber im Morgengrauen musste ich zurückkehren, wenn die Kontrollen etwas gelockert waren“, sagt Javier Rodríguez, einer der Bewohner aus Nanawa.

Die Händler, die vollständig von den Einkäufen der Argentiniern abhängen, sind diejenigen, die das Schlimmste davon mitbekommen und nicht einmal ihre ultra-reduzierten Produkte verkaufen können. Auf Partys “haben wir alles zu einem Schnäppchenpreis verkauft”, sagte Mariano Vega, ein Milch- und Ölhändler in der Region.

Viele der Einwohner von Nanawa haben die doppelte Staatsbürgerschaft. Mehrere Dutzend Kinder besuchen in der regulären Zeit argentinische Schulen.

Jeden Tag nehmen die Aufrufe zur Öffnung der Grenze täglich zu. „Wir pflegen ständigen Kontakt mit dem Gouverneur von Formosa, Gildo Insfrán, und die (negative) Reaktion war immer dieselbe”, argumentierte der ehemalige Außenminister von Paraguay, Federico González.

Auf Druck der Kaufleute forderte Mario Abdo Benítez beim letzten (virtuellen) Treffen der Staatsoberhäupter des Mercosur-Marktes im Dezember von seinem argentinischen Kollegen Alberto Fernández eine politische Entscheidung zur Öffnung des Grenzübergangs, jedoch ohne Erfolg. Im Gegensatz dazu wurde die paraguayisch-brasilianische Grenze seit Oktober wieder geöffnet.

Ganz so, wie die Geschäftsleute es darstellen ist es jedoch nicht, denn an Wochenenden kommen paraguayische Kunden und kaufen weiterhin Schmuggelgut, was seit Beginn der Pandemie an dennoch über die Grenze kommt. Wer es also gewohnt war Fleisch, Milch, Käse und Öl aus Argentinien zu kaufen, kann das weiterhin tun. Das Fehlen der Argentinier wiederum spürt man dennoch.

Wochenblatt / La Nación

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