Eine “Perle“ im Krankenhaus

Perla Paredes ist Ärztin im Krankenhaus Nanawa. Sie hat anscheinend viele Freiheiten, denn ihre Mutter ist die Abgeordnete Vazquez aus San Pedro. Während die Patienten warten müssen, ist Paredes beim ausgedehnten Frühstück.

Der Direktor des Krankenhauses Nanawa, das dem Institut für Soziale Sicherheit (IPS) gehört, Dr. Mirrael Álvarez, sagte, er habe erst gestern von dem Fall gehört. „Wir haben ein strenges Kontrollsystem und bei Stichproben keine Unregelmäßigkeiten festgestellt“, erklärte Álvarez.

Drei Wochen beobachteten Reporter die Arbeitstätigkeit von Paredes. Um 07:00 Uhr betrat die Ärztin das Krankenhaus aber ging danach sofort zum Frühstücken. Drei Mal pro Woche arbeitet Paredes mit einem monatlichen Gehalt von 5.944.255 Guaranies. Dienstag und Mittwoch von 07:00 Uhr bis 13:00 Uhr und Donnerstag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr. Eine deutliche Reduzierung der allgemeinen Arbeitszeiten. Während ihren “Auszeiten“ müssen die Patienten lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Paredes bekommt auch noch ein Gehalt in Höhe von 10,3 Millionen Guaranies als Angestellte aus dem Abgeordnetenhaus.

Die Mutter von Paredes ist Abgeordnete und eine der engsten Vertrauten von Horacio Cartes.

Paredes wurde schon 2014 von der Justiz zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nur eine Rückzahlung von 500 Millionen Guaranies bewahrte sie davor, die Haft anzutreten. Der Fall lag ähnlich, sie bekam illegal fünf Gehälter von verschiedenen Stellen. Wenn alle Ärzte so arbeiten sollten, dürfte es kein Wunder sein, dass die Patienten sich über das IPS aufregen und über das finanzielle Desaster der Institution.

Quelle: ABC Color

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9 Kommentare zu “Eine “Perle“ im Krankenhaus

  1. Wird denn das nie besser in Paraguay? Welche moralischen Maßstäbe gelten denn hier? Wo sind die wirklichen Vorbilder für das Land und die Menschen?

    1. Antwort zu Frage 1: das war schon immer so und wird sich auch in den nächsten 50 Jahren nicht viel ändern. Antwort zu Frage 2: gar keine. Antwort zu Frage 3: Nirgends, es gibt keine. Wäre auch alles viel zu kompliziert. Mejor así nomás, todo tranquilo 🙂

    2. 1) Moral muß man sich leisten könne. Paraguay ist arm.

      2) Vorbild ist etwa Präsident Cartes oder die im Artikel beschriebene Frau Perla. Sie ist hübsch, hat ein gutes Leben und arbeitet sehr wenig. Der Traum vieler in Paraguay. Harte Arbeit wie in Deutschland wird hier eher als Schwäche gesehen. Nur wer es sich nicht richten kann (siehe Artikel) muß so weit fallen und hart arbeiten.

      1. Jetzt mein Senf:
        1) Ob es besser wird, traue ich mich nicht zu sagen. Ich fuerchte nicht, da die Eliten des Landes zu viel Macht haben.
        2) Die moralischen Massstaebe, die ich kenne in Paraguay, ist Heuchelei und Luegen. Also, sich ueber die anderen beschweren, aber selber nicht wirklich vorbildlich handeln. Einfaches Beispiel im MOPC: Man beschwert sich, dass ranghohe Funktionaere Viaticos kassieren und Boni usw. Aber selbst will man bei Dienstreisen oft dabei sein, auch wenn die Praesenz nicht immer notwendig ist, einfach um den oeden Alltag zu entfliehen und eben auch Viaticos kassieren.
        (3) Hat 9mm schon angedeutet: Der Dumme ist der, der arbeitet, der Chef ist der, der Anweisungen gibt, sozusagen „mandar hacer“. Die Dekadenz bei reichen Leuten in Paraguay ist teilweise furchterregend. Da wird nicht ein Finger bewegt. Egal ob bei der Hausarbeit oder beim Geldverdienst (ich vermeide das Wort „Arbeit“).

        Das einzige was Hoffnung macht: Viele junge Paraguayer lernen durch Auslandsaufenthalte im Rahmen des Studiums (vor allem in reichere Staaten) ein anderes Leben kennen – und lernen, dass es woanders eben besser funktioniert.
        Meine Chefin hat einige Zeit in den USA gelebt und gearbeitet – und man sieht ihr die Professionalitaet auch an.

        1. Lieber Philipp, Professionalität ansehen und /oder anwenden bzw anwenden können, das sind 2 paar Schuhe. Die sogenannte Doktorin sieht bestimmt, wenn Sie dann mal im Dienst ist, auch Professionell aus. Obwohl Sie keine Ahnung hat von was sie redet.

        2. Wovon ist Deine Chefin der Boss? Chefin von MOPC, Chefin für Kopierarbeiten oder der Aufzüge oder der Akten Entsorgung. Es gibt bei MOPC, genau wie überall in staatlichen Betrieben tausende Chefes und keiner weiß wo zu er eigentlich gut ist.

  2. Guter Investigativjournalismus von ABC Color.

    Was soll man zu dem Fall sagen… diese kleine voellig verantwortungslose Frau weiss, dass sie als Tochter von einer einflussreichen Abgeordneten alle Freiheiten besitzt.
    Das Kassieren von 5 Gehaeltern war eine „einmalige Sache“ – dachte sie. Jetzt hat ABC sie bei ihren Ausfluegen waehrend der Arbeitszeit ertappt. Natuerlich wird sie niemals ins Gefaengnis wandern, aber an dem Zorn der Bevoelkerung bekommt sie schon automatisch ein „Hausarrest“. Wo soll die sich denn noch blicken lassen? Ein Leben in Schmah duerfte auch keine Freude sein.

    Ich meine mich zu erinnern, dass ihr Doktortitel gekauft sei. Sieht man ja, wie ernst sie diesen Job nimmt. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die „Behandlung“ bei ihr ist. Kuemmert sich bestimmt einen feuchten Kericht um das Wohl der Patienten und verschreibt nur Antibiotika. Horror!

  3. Ach, ist doch alles nur Neid. Die Frau ist clever und hat die nötigen Beziehungen – und die schaden bekanntlich nur dem, der keine hat.
    Was soll also der ganze Tratsch. Hey, hier ist Paraguay und es scheint die Sonne, es fehlt der Strom und das Wasser und oft das Internet, jeder versucht die Gringos zu betrügen, wo es nur geht. Aber es ist das schönste Land der Erde. (Sarkasmus Ende)
    Es ist, wie es immer ist.
    Leider nützt der investigative Journalismus rein gar nichts, weil bei Bekanntwerden von Straftaten nichts gegen die Übeltäter unternommen wird, eher wird etwas gegen die Journalisten unternommen.
    Solange die Justiz und die Polizei arbeiten wie sie es immer tun, nützt Journalismus nichts.
    Und die Menschen hier – die lesen oder hören es und damit ist es auch schon gut. Bevor sich die Leute dazu entschließen, etwas gegen die Korruption und Vetternwirtschaft zu unternehmen, fällt Weihnachten und Ostern auf einen Tag.
    WWWWWie sagte der große Wahrsager Haaaaans Wuuuurst voraus: „Spätestens 2030 ist der Spuk hier zu Ende. Dann ist das Land nämlich zahlungsunfähig und das Chaos regiert vollends. Kriminelle Banden werden durchs Land ziehen und jeden Ausländer – weil er ja reich sein muss – massakrieren, jeden reichen Paraguayer – falls er keine Privatarmee hat – natürlich auch.“
    Halleluja Brüder – so sprach Haaaaans Wuuuurst.

  4. Das einzige was ich bisher in Py fest gestellt habe, ist das es keine Professionalität gibt, außer im Reden “ ich kann alles“, und im Betrügen. Das “ dumme Volk“ schluckt eben dieses, solange sie auch noch einen kleinen Vorteil beziehen.

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