Eine unangenehme Erfahrung

Ypacaraí: Eine Familie, die auf dem Weg nach Hause war und gestern Abend gegen 19:00 Uhr den Kontrollpunkt am Kreisverkehr Einfahrt nach San Bernardino angehalten und kontrolliert wurde, durchlebte Stunden der Verzweiflung.

Dem Fahrer und Vater von zwei kleinen Kindern, die sich neben seiner Frau im Fahrzeug befanden, wurde kurz nach 19:00 Uhr kontrolliert und festgestellt, dass er seine Steuerkarte von 2020 nicht dabei hatte. Obwohl bezahlt und den Aufkleber in der Frontscheibe fand er nur die Karte des Vorjahres, was ausreichend für ein Bußgeld war. Zudem veranschlagte man ein kaputtes Rücklicht, was im Beitragsbild so nicht zu erkennen ist. Der Familienvater, Mario Echeverria, konnte die Strafe nicht bezahlen, da er das Geld in bar nicht dabei hat und eine Kartenzahlung pero POS in der Gegend unmöglich ist.

Aus diesem Grund hielten die Uniformierten der Straßenpatrouille die ganze Familie als Geiseln, zumindest bis gegen 03:00 Uhr am heutigen Morgen. Man parkte vor und hinter dem Mercedes Benz ein Fahrzeug um sicherzustellen, dass es in Zeiten, wo alles im System verzeichnet ist, es zu keiner Flucht kommt. Die Kinder hat weder genügend zum Essen dabei, noch ein Bett für die Nacht. Inwiefern sich hier die Uniformierten ein Recht herausnehmen, was ihnen nicht zusteht muss eventuell die Staatsanwaltschaft klären.

Wochenblatt / Abc Color

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11 Kommentare zu “Eine unangenehme Erfahrung

  1. Die ausgedruckten Preise sind relativ heftig und das Verlangen nach Barzahlung sagt eigentlich alles? Wenn angeblich eine Kreditkarten Zahlung nicht funktioniert erfolgt die Übermittlung der eingegebenen Daten aus dem Handterminal wahrscheinlich auch nicht, so das nach erfolgter Barzahlung der Vorgang und der Betrag gleich vor Ort gelöscht oder heruntermanipuliert werden kann und niemals in einem Zentralcomputer landet?
    Im Ergebniss stinkt der Fisch immer am Kopf zuerst, und dieser ist fast weltweit seit lange am verrotten. Das die Polizisten ihren politischen Vorbildern folgend die gleiche Gier an den Tag legen ergibt sich von alleine?

  2. In jedem Fall „unangemessenes und unwürdiges“ Verhalten der Polizei. Leider fühlen sich viele Uniformträger als Herrenmenschen und üben, je nach Charakter, die ihnen verliehene Machtfülle rigoros, schamlos und unmenschlich aus. Solche Fälle (leider keine Einzelfälle) tragen nun wirklich nicht zu einer Vertrauensbildung zwischen Bürgern und der Polizei bei, auch wenn noch so viel Werbung dafür gemacht wurde, daß man der hiesigen Polizei doch bitte vertrauen solle. Nach welchen Charaktereigenschaften werden in Paraguay eigentlich Polizisten aller Art eingestellt?

    1. Gute Frage Eulenspiegel: „Nach welchen Charaktereigenschaften werden in Paraguay eigentlich Polizisten aller Art eingestellt?“. Zuerst nach politischer Farbe und dann nach Verwandschaftsverhältnis. Verstand und Qualifikation lassen wir mal ganz heraus!

  3. Außerdem haben die Polizisten kein Recht, die Strafe sofort und vor Ort einzutreiben.
    Sie sind nicht befugt, diese Strafgelder selber einzutreiben.
    Sie müssen die Boleta ausstellen, sie dem Halter aushändigen und der muß die Strafe dann binnen 5 Tagen begleichen.
    Das, was diese „Helden der Coima“ da betrieben haben, ist erpresserische Geiselnahme.
    Wie gewohnt, wird es für diese Straßenräuber aber keine Konsequenzen haben, handeln sie doch auf Anweisung ihrer Vorgesetzten.

    1. falsch teju … diese verordnung gilt nur bei 1 fraktion mit der boleta und 5 tagen, in diesem falle waren es aber 2 fraktionen und siomit besteht das recht der caminera das fahrzeug stillzulegen bis die strafe berappt ist, was so auch passiert ist. hätte der herr gleich im büro bezahlt hätte er weriterfahren können, ansonsten hätte er libea 11 nrehmen müssen. war vermutlich zu gierig etwas coima rauszurücken der herr oder die dame und bestand halt auf den legalen weg den er halt mit der festhaltung es fahrzeuges erleben durfte.

  4. Die Gier nach Schmiergeld und die Abgestumpftheit ist so unermäßlich hoch, dass man keinerlei Sensibilität mehr besitzt, eine Familie mit Kindern wegen einer Nichtigkeit einfach weiterfahren zu lassen. Und dann auch noch in Zeiten, wo die Regierung das Volk mit einer angeblichen Pandemie ohnehin knechtet.

    Um diese höchst widerlichen Zusammenstöße zu vermeiden, haben viele Paraguayer über drei Ecken eine einflußreiche Person, die einen vor diesen Kriminellen in Uniform schützt und in Ruhe gelassen wird. Aber wenn man diese nicht hat oder keinen befreundeten Anwalt, dann wird man gnadenlos getriezt.
    Hätte es sowas bei Stroessner gegeben?

  5. Leider kein Einzelfall, es wird immer schlimmer, ein wohl weltweites Phänomen. Ich selber hatte auch ein ähnliches Erlebnis, ich habe mir einen Anwalt genommen und siehe da, das Verfahren wurde eingestellt, von mir bekamen diese Wegelagerer keinen Cent. Wehren kann ich nur sagen, nichts schönes, aber wenn man am Ende gewinnt, freut man sich doch….

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