Elektronische Bußgelder und Punkte ab heute

Asunción: Heute um 10:00 Uhr werden offiziell die Rechnungsblöcke der Straßenpatrouille durch elektronische Zahlungsapparate ausgetauscht. Zudem werden Punkte für falsches Verhalten abgezogen.

Gerät man als Autofahrer in eine Kontrolle prüfen die Uniformierten zuerst die Nummer des Kennzeichens. Dabei taucht dann die Vorgeschichte des Fahrers auf sowie seine offenen Bußgelder, falls vorhanden. Diese können dann, und das ist neu, mit Karte vor Ort gezahlt werden. Für die Personen, die nicht über genügend Deckung auf der Karte haben bekommen eine Rechnung per Drucker ausgedruckt.

Übrigens, wenn das Kennzeichen einmal zur Kontrolle im Gerät eingegeben wurde, dann bedeutet das, dass es vor Ort ist. Demnach müssen offene Bußgelder aus der Vergangenheit beglichen werden, ungeachtet dessen, ob man möchte oder nicht. Da kann auch der Uniformierte nichts mehr machen.

Luis Christ Jacobs, Direktor der Patrulla Caminera, informierte über das neue System was von Seiten der Institution das Fordern von Bestechungsgeldern auf ein Minimum reduziert, wenn nicht gar eliminiert. „Bestechungsgelder sind kulturell akzeptabel. Es ist schwer Wege zu finden dies zu bekämpfen, da es mehr um die Würde der Angestellten geht“.

Die Uniformierten werden mit POS Handys ausgestattet, also Points of Sale, womit man eine Rechnung begleichen kann. Die Annahme von Bargeld ist strikt untersagt. „Unser Bezahlsystem sieht die Annahme von Bargeld nicht vor“, fügt Christ Jacobs hinzu.

Den Uniformierten stehen zudem 500 Tablets und Drucker zur Verfügung, mit denen die Rechnungen ausgedruckt werden. Damit kann man später an jedem Bezahlpunkt die Rechnung mit einem Barcode begleichen.

In Bezug auf das Punktesystem a la Flensburg, jedoch andersherum erklärte Christ Jacobs, dass man mit 20 Punkten beginnt. Grobe Missachtungen der Verkehrsregeln werden mit 5 Punkten geahndet, schwere Missachtung mit 3 Punkten. Wenn alle Punkte aufgebraucht sind, darf man kein Fahrzeug mehr fahren.

Schwere Missachtungen (3 Punkte) sind unter anderem: Das Blockieren des Verkehrs, Parken in reservierten Bereichen, Fahren von Fahrzeugen die die Umwelt durch zu hohen Schadstoffausstoß belasten, keine Habilitation haben, denen es an gültigen Dokumenten fehlt, wer ohne Kennzeichen fährt, Fahren mit mehr als zwei Personen auf Motorrädern, Fahren mit einem Sozius unter 12 Jahren, Übertreten der Höchstgeschwindigkeit, Fahren mit Kopfhörern, Fahren ohne Sicherheitsgurt, Nichtbefolgen von Anweisungen durch die Straßenpatrouille, Fahren ohne Licht, Fahren eines Taxis ohne Taxameter , fahren ohne Rückspiegel oder Scheibenwischer, Fahren eines Busses mit offenen Türen, keine Maut bezahlen, Fahren unter Alkoholeinfluss,

Grobe Missachtungen (5 Punkte) sind unter anderem: Verkehrsregelverletzung führt zu Unfall mit schwerer Verletzung oder Todesfolge, Vortäuschung eines Notdienstes, Stoppschild überfahren, Flucht vor Verkehrskontrolle, Fahren unter Drogeneinfluss, Motorradfahren ohne Helm und Schutzweste – bei Nacht, unerlaubtes Überholen, Fahren gegen die Fahrtrichtung, Trinken im Fahrzeug auf offener Straße oder Plätzen mit direktem Zugang, das zerstören von Verkehrsschildern.

Wochenblatt / MOPC

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8 Kommentare zu “Elektronische Bußgelder und Punkte ab heute

  1. Glaubt der Christ Jacobs tatsächlich, dass Schmiergeldzahlungen eliminiert werden? Für wie dumm hält er die Leute eigentlich?

    Wenn ich bei taghellem Wetter vergesse, dass Licht einzuschalten und mir mehr als 300.000 Gs Strafe auferlegt werden, dann sage ich dem Inspektor dass er das Gerät doch bitte beiseite legen soll und er mit 100.000 Gs entlohnt wird.

    Abgesehen von diesem lächerlichen „Delikt“, sollten die allgemeinen Strafzahlungen deutlich reduziert werden, in einem Land wo der Minimallohn knapp 300 Euro beträgt. Sonst geht es mit Coimas munter weiter.

    3 Punkte für: „Fahren von Fahrzeugen die die Umwelt durch zu hohen Schadstoffausstoß belasten“.
    Wow, da sind sicher locker 80 % der LKW´s betroffen. Wie wird das eigentlich geprüft? Nach persönlichem Ermessen des Inspektors? Wenn da ein Deutscher mit seinem picobello gewarteten Auto vorbeifährt, hält der Inspektor garantiert an und sagt: He, Aleman, deine Karre verpestet die Umwelt. 1000 Dollar Strafe!

    1. Sehe ich ähnlich.
      Die Bussen sind für die hier Verdienenden viel zu hoch, und die Korruption wird durch diese technischen Hilfsmittel kaum eingedämmt.

    1. das geht sicher schneller …. aber man kann dann wenigstens mehr als 30 km/h bei leichtem regen fahren weil die py-ler nicht mehr auf der ruta sind hahaha

  2. keine Ahnung, ob es was helfen würde, die „Verkehrspolizei“ richttig (!) zu entlohnen – wahrscheinlich nicht. Das hat einfach was mit Charakter zu tun. Sind die Strafen zu hoch ? Ja – da gibts wohl kaum Widerspruch. Ist das ein Problem von Paraguay ? NEIN. Seht Euch mal die Strafen für „Verkehrssünden“ in den nordischen Ländern Europas an – aber nicht nur da. Ein Zusammenspiel von Raffgier, Korruption, vollkommenes Fehlen von Rechts- oder Unrechtsbewusstsein, keinerlei Ethik Grundlagen und übersteigertes Selbstwertgefühl führen zu dieser Situation auf den Strassen hier in Paraguay…

  3. Erstens wird es in zwei Monaten nur noch die Hälfte Verkehrsteilnehmer geben, denn die meisten können sich trotz zuschauen wie der Müll abfackelt und die Müllabfuhr vorbeifährt die Bußen kaum anderswo einsparen.
    Zweitens können die Polizisten solche iTablets und iDrucker auch privat benutzen oder weiterverkaufen, warum sollte man diese dann zur Arbeit mitnehmen.
    Drittens können auch 700 offiziell gemeldete Rentner aus Alemania de M. wohl nicht alle solche Geräte auch reparieren, so dass diese Geräte wohl täglich weniger werden. Die Geräte (iTablets und iDrucker ) halten es einfach nicht aus in die WC-Schüssel gefallen zu sein.
    Viertens: Ja, geben Sie so einem Buen Educado ruhig Ihre Kreditkarte in die Hand, damit er für kurze Zeit damit verschwindet. Sie können sich bald ja eine Kopie aus dem Interne herunterladen.
    Fünftens: Gegen einen kleinen Unkostenbetrag muss man ja diese Geräte nicht extra einschalten, kann der Buen Educado nichts dafür dass gerade „no bateria“.

  4. „Wenn alle Punkte aufgebraucht sind, darf man kein Fahrzeug mehr fahren.“ … das is fein, bin schon gespannt wann dann der bußkatalog rauskommt um die punkte wieder „aufzuladen“, kann man in den neuen tablets sicher gleich online mit karte erledigen. pro punkt 1 tagessatz, dann gleich mal 1000 punkte aufladen und fertig hehe

  5. Was ist den das.
    das glaubt doch keiner keiner. Das Gerät kommt nur bei muss Sachen zum Einsatz,der Rest wird weiter unter den Tisch abkassiert.Du gibst mir das dafür bekommst du das!
    Wer die nordischen Länder mit Paraguay vergleicht,das ist aber wie der Vergleich zwischen Tag und Nacht.
    Der Verdienst ist ein ganz anderer.Ja die Strafen sind Hoch stimmt.
    Die gehen sogar für jeden Extra nach seinen Gehalt,Wer viel hat zahlt viel,wer weniger hat zahlt weniger!

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