Entführung und Erpressung: Ausländer wurden Opfer

Ciudad del Este: Vier Polizisten entführten und erpressten ein brasilianisches Paar nachdem dieses keine 63 Millionen Guaranies Schmiergeld zahlen wollte. Später wurden sie mit dem Leben bedroht. Jetzt sitzen fast alle hinter Gitter.

In Campo 9 im Departement Caaguazú hielten die Polizisten Eladio Giménez, Gustavo Toledo, Osmar Paredes und Julio Díaz die brasilianischen Touristen Julia de Lima Venancio (21) und Metheus Magiocca (22) an, die auf dem Weg zurück in ihr Land waren. Man wollte deren persönliche Dokumente sehen. Sie hatten ein digitales Formular, welches in der Tat nötig ist, jedoch von den Polizisten nicht anerkannt wurde. Sie sollten 50.000 Real zahlen, was umgerechnet 63 Millionen Guaranies oder 8.000 Euro sind, um weiterfahren zu können.

Da sie das Geld nicht hatten, wurden sie im örtlichen Kommissariat illegal inhaftiert und verbrachten die Nacht da. Die Staatsanwaltschaft wurde natürlich nicht informiert. Man warnte sie bei ausbleibender Zahlung sie mit Drogenhandel in Verbindung zu bringen oder sie zu töten. Daraufhin schafften sie es Dank Familienmitgliedern 25.000 Real zusammenzubekommen. Dieses Geld konnten sie jedoch nur an einem Bankautomat in Brasilien abheben, weswegen sich die Uniformierten mit den Geiseln auf den Weg nach Ciudad del Este machten. Da angekommen sollte die Frau die Grenze überqueren, während der Mann in Gewahrsam der Polizisten bleibt. Die Frau fuhr mit einem Taxi über die Grenze und begab sich zu einem Bankomat. Dabei kam es jedoch zu technischen Schwierigkeiten und die junge Frau brach in Tränen aus. Den Wachmännern vor Ort sagte sie was ihr und ihrem Mann widerfuhr. Diese wiederum informierten die brasilianische Polizei, welche die Kommandostation des Dreiländerecks darüber in Kenntnis setzte. Staatsanwältin Estela Mary Ramírez wurde mit dem Fall betraut. Die Polizisten sitzen in Haft. Der Kommissarleiter Alcides Velazquez, der von dem Paar als Hauptschuldiger genannt wurde, rettete sich von Haft und wurde noch nicht einmal angeklagt.
Das Paar kam am 6. Januar nach Paraguay und machte eine Runde beginnend in Ciudad del Este über Trinidad, Encarnación und Asunción, bevor es am vergangenen Montag wieder zurückgehen sollte. Nach so traumatischen Erlebnissen, die auch der brasilianischen Presse nicht vorenthalten werden, ist es selbstverständlich, dass sich die Nachbarn abwertend gegenüber Paraguay äußern.

Wochenblatt / Abc Color / Ministerio Publico

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5 Kommentare zu “Entführung und Erpressung: Ausländer wurden Opfer

  1. 8000 Euro sind nicht gerade wenig, die die hiesig Polizei erpressen wollte, doch wenn man bedenkt, wie viele davon bis oben mitessen wollen, geht es noch. Die inhaftierten kleinen Dorfpolizisten hätten bestimmt 10 Euro davon bekommen, nun wurde nichts daraus. Auch für den Rest etwas weiter oben der Hierarchieleiter leider nichts, dafür konntens etwas üben, es bei den nächsten Touristen etwas besser zu machen, die sollen ja hiesig 7 bis 11 Uhr täglich Grundschul vielleicht abgeschlossen haben und hatten daher gar nicht so viel Zeit für den konsekutiven Master im Telenovela-schauen.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles

    63 Millionen sind keine Kleinigkeit und die hat nicht mal geradeso jemand rumliegen. Aber Einkaufstouristen ja und so wussten die Polizisten genau wieviel drin war.
    Bei zunehmender Munizipsgruendung wird sowas haeufiger vorkommen. Kein Staat, also Anarchie ist manchmal am besten.
    Das Internet ist ja ein voller Erfolg fuer das Anarchie Modell. Erst als der Staat (Zensur) auftauchte, kam es zu Verwerfungen.
    Bezeichnenderweise Campo 9 wo das Einzugsgebiet der Mennoniten ist. Eben, wenn eine Volksgruppe bereitwillig staendig Schmiergeld zahlt, so gewoehnen sich die Polizisten daran und suchen nach immer mehr Svhmiergeld bei jeder Gelegenheit. Aktive Bestechung bewirkt dass das Handaufhalten nie aufhoert.
    Niemals Bestechungsgeld zu zahlen ist die Devise. So gewoehnen sich die Polizisten es ab nach Bakschisch zu fragen.

  3. Schlimm sind derartige Vorfälle immer, aber positiv ist auch, wenn man sich wehrt, oder in die Öffentlichkeit geht, auch wenn es schwer sein kann, wird man am Ende nicht alleine sein. Korruption liebt eigentlich kein Mensch, es lohnt sich wirklich, sich zu wehren, ich kann dies zumindest sagen, aus eigenen Erfahrungen….

  4. Das was fehlt ist ein brasilianischer Haftbefehl, und eine brasilianische Verurteilung da sich die Straftat gegen Brasilianer richtet. Damit kann dann jeder Besuch der Polizisten und ihrer Vorgesetzten im brasilianischen Knast enden….. Das freikaufen in Paraguay nutzt den Taetern dann nichts

  5. Und dann gibt es Leute, die behaupten, Paraguay wäre gastfreundlich.
    Es macht wütend, dass dieses kriminelle Erpressen und Abziehen kein Ende findet. Allerdings kommen immer wieder solche naiven Touristen ins Land, obwohl doch ganz Südamerika weiß, dass Paraguay das Hort der Korruption ist. Diese Polizisten kommen eh bald wieder raus und das Erpressen wird weitergehen, weil niemand in Paraguays Behörden Interesse hat, dass diese Schikanen ein Ende haben.

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