Entlassung wegen Brustkrebs

Ciudad del Este: Simone Lora Garay ist erst 34 Jahre alt und hat Brustkrebs. Das ist schon schlimm genug. Nun setzte sie auch noch der asuländische Arbeitgeber, ein Geschäft im 4. Stock vom Jebai Center, wegen der Erkrankung auf die Straße.

Laut Garay, die als Sekretärin arbeitete, sei die Kündigung innerhalb weniger als drei Monate erfolgt nachdem sie die Krankheit dem Arbeitgeber gemeldet habe. „Ich befand mich in der Hälfte der Behandlung als die fristlose Kündigung erfolgte, ohne Abfindung. Ich reichte eine Klage beim Arbeitsgericht ein. Sie ist aber ins Stocken geraten“, erklärte Garay.

Seit mehr als einem Jahr ist die Erkrankte in Behandlung. Die Unkosten für die Chemotherapie im Krankenhaus von Areguá sind hoch. Jede Konsultation kostet 600.000 Guaranies. „Arbeitgeber, die aus anderen Ländern kommen, tun was sie wollen. Was mir angetan wird ist eine Ungerechtigkeit. Vor allem, dass mir keiner aus der ehemaligen Firma entgegen kommt, das tut mir sehr weh“, sagte Garay.

Wochenblatt / Ultima Hora

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13 Kommentare zu “Entlassung wegen Brustkrebs

  1. Da sich die Erkrankte bisher in einem Angestelltenverhältnis befand, müßte sie rechtmäßig über den Arbeitgeber in der IPS versichert gewesen sein. Insofern verstehe ich nicht, warum im Bericht die teuren Behandlungskosten erwähnt werden. (z.B. für eine Konsultation GS 600.000) Oder soll das bedeuten, daß sie nicht versichert war? Außerdem ergibt sich nun die Frage, wer kommt weiterhin für die Behandlungskosten auf, wenn sie von ihrem AG gekündigt wurde und damit keine weiteren Beitragsleistungen in die IPS erfolgen. Alles in allem macht jedoch deutlich, wie vakant das Leben in Paraguay sein kann. Auch und vor allem für Zugewanderte. Wie schnell kann man bei Erkrankung hier arm und mittellos werden! Soziale Auffangnetze gibt es nicht und wohl kaum Einheimische die einem helfen würden, selbst dann, wenn man sich viele Jahre hier wohltätig und hilfreich einbrachte. Darum: Ohne Angehörige oder einem sicheren Standbein in der alten Heimat ist jeder Einwanderer bei ernsthafter Erkrankung oder im Alter ein trauriger Tropf! Da helfen auch Ersparnisse oder Rentenbezüge nicht weiter, denn irgend wann kommt der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr in der Lage ist, seine eigene Situation zu beherrschen und der „Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit“ von Einheimischen ausgeliefert sein wird.

    1. Sehr gute Überlegungen Manni. Sie müsste doch versichert sein bei der IPS.
      Auch mit Spenden halte ich es hier in Paraguay im Rahmen. Manchmal kaufe ich etwas einem Indio b.z.w. Indianerin, obwohl ich nicht als Häuptling geschmückt herumlaufe.
      Meine Nachbarn können schon genug aprovechieren indem sie meine Müllsäcke durchsuchen.
      Aber die Überlegung ist einfach: Ich rico Gringo habe Plata, also rigo Gringo donieren. Wenn Gringo einmal krank oder Hilfe braucht – mit was oder wie könnten mir die Menschen meiner Umgebung helfen? Plata haben sie keine, würden für mich auch keinen Centavo aufopfern und zum Helfen ist es entweder zu heiß oder zu kalt, etwas dazwischen gibt es nicht, oder sind aufgrund ihres Bildungsniveaus schlicht und einfach nicht in der Lage.
      Private Versicherungen habe ich keine abgeschlossen. Das dürfte hier bei gleicher Leistungen noch teurer sein als in Europa, obwohl von Sozialleistungen ihrer Angestellten bis Immobilien der Versicherungen alles barato ist.

      1. Seifenopfer, Ganz so ist es also nicht, dass die Paraguayer einem Ausländer nicht helfen würden. Ich kenne einen Fall, da wurde ein armer Schweizer sehr krank, da kamen die Paraguayischen Nachbarn und sammelten für in PLATA.
        Ja, auch das erlebt man da. Voraussetzung, man war gut mit den Nachbarn, ich will nicht sagen, dass man den Geld geben muss, es reicht nur, wenn man sie freundlich begrüsst, und ab und zu ein kurzer schwatz, reicht schon.

      2. „Private Versicherungen habe ich keine abgeschlossen. Das dürfte hier bei gleicher Leistungen noch teurer sein als in Europa“
        Das dürfte???, solche Kommentare sollte sich jeder ersparen, der von der Materie keine Ahnung hat und das Medium vorher nicht selbst untersucht hat!
        Man kann sich hier sehrwohl gegen alle Krankheiten versichern und das noch günstiger als in Deutschland.
        Jahresbeitrag 6 Mio. Guaranis für einen 65-jährigen.
        In D habe ich monatlich 700 € als freiwillig Versicherter in der TK bezahlt!
        Wer hier die 1.000 € Jahresbeitrag für eine ausreichende Krankenversicherung nicht übrig hat, ist hier halt fehl am Platze, so einfach ist das.

        1. Das habe ich so gemeint:
          1. Das Kleingedruckte der Versicherungen kann ich nicht verstehen, ich verstehe kein spanisches Versicherungschinesisch.
          2. Ein Land, in welchem Gesetze reine Kosmetik sind kann ich mir schon vorstellen, was im Leistungsbedarfsfall von hiesigen Versicherungen zu erwarten habe: „Hättest halt das Kleingedruckte lesen müssen“.
          3. Ausbildung und Löhne der Angestellten sowie Immobilien hiesiger Versicherungen, also Schrott und Schrott, da müsste man mir noch Geld geben, um eine Versicherung abzuschließen.
          4. 1.000 € Jahresbeitrag für eine ausreichende Krankenversicherung. Was für Leistungen soll ich mir für 1.000 € vorstellen zu erwarten? Ich kenne ein einziges Spital, welches den Namen Spital verdient (Bautista). Der Rest sind wohl Wartesäle der Bestattungsinstitute. 1.000 € pro Jahr ist mir einfach zu viel für eine allfällige Konsultation beim Medizinmann, Häuptling und 30 Jahre alten Mercedesfahrer, mit anschließendem Gang zur Farmacia, wo ich dann selber bezahlen muss.
          5. Genügend habe ich hiesige Ärzte erlebt. Ich persönlich habe zum Glück noch keinen Gebraucht. Wenn es einmal so weit ist, neun Millionen Guaranies sind mit eine Glock, die man zwischenzeitlich auch zur Unkrautvertreibung von Haus und Hof gebrauchen kann, besser angelegt.

  2. „Arbeitgeber, die aus anderen Ländern kommen, tun was sie wollen. Was mir angetan wird ist eine Ungerechtigkeit. Vor allem, dass mir keiner aus der ehemaligen Firma entgegen kommt, das tut mir sehr weh“

    Nein, Frau Garay, nicht nur Arbeitgeber aus anderen Laendern, sondern auch Ihre Landsleute tun dies. Vor allem bei niedrig qualifizierten Arbeitskraeften, die sich bei Kuendigung keinen Anwalt leisten koennen um den Ex-Arbeitgeber zu verklagen bzw. erst gar nicht wissen, dass sie dieses Recht haben. Und wenn dies doch geschieht, aber der Ex-Arbeitgeber Macht und Moneten hat, dann ist es eh sinnlos.

    Abgesehen von diesem unnoetigen Dreschen auf Auslaender, tut mir die Frau natuerlich Leid um ihr Schicksal und ich hoffe, dass der Ex-Arbeitgeber irgendwie ihr noch eine gerechte Abfindung zahlt.

    Es ist leider eine Krankheit in diesem Land: Sobald es ums Geld geht, ist die Solidaritaet ganz schnell vorbei.

  3. im paraguayischen Arbeitsrecht kenne ich mich nicht aus (gibts das überhaupt?) Im deutschen Arbeitrecht ein wenig mehr. Da kann ein „Arbeitnehmer“ (so heißt das heute) selbstverständlich wegen Krankheit entlassen werden. Viele kurze Krankheiten in einem bestimmten Zeitraum, oder aber eine Krankheit die offenbar länger dauert, erlauben dem „Arbeitgeber (so heißt das heute) zu kündigen. Keine Abfindung, kein Dank. Schließlich wurde man doch „gut“ bezahlt…

    1. RolandK du hast recht,es gibt aber Regeln passt der Arbeitgeber auf bekommt er was Richter was ab.
      Kluge Hühner verbrennen sich auch den Arsch!
      Das kann einen auch in Deutschland einen treffen die Arbeitgeber sind keine Heiligen. Er kann gleich Kündigen wenn der Arbeitnehmer absolut nicht kann Krebs wo nichts mehr möglich ist. Mit 1,5-2.Jahre (da gibt es Urteile)kann Kündigen,wenn kein Besserung in Sicht ist. Den Arbeitsplatz kann er neu besetzen.
      Kündigt er früher z.b. nach 1.Jahr oder Besserung in sicht zahlt der Arbeitgeber aber nur wenn er Verklagt wird!
      Keine Abfindung, kein Dank,tritt in Arsch und Kollegen halten disrekt die Klappe.Wer möchte schon der nähste sein
      Den Urlaub muss er auch auszahlen alten und neuen so fern er nicht verfallen ist

  4. Das Verunglimpfen von Ausländern scheint gerade schwer in Mode zu sein.
    Wenn ihre Landsleute so mit ihnen umgehen, finden sie es aber normal. Denn daß sie von denen was bekommen, können sie sich gleich abschminken.
    Aber der Ausländer hat ja viel Geld und kann gemolken werden.
    Und sobald es gegen so einen vor Gericht geht, kann der sich warm anziehen.
    Als ausländischer Arbeitgeber hat man hier keinerlei Rechte. Da kann es schon mal passieren, daß der Angestellte plötzlich nicht mehr kommt, man völlig in der Luft hängt, sich einen neuen suchen muß.
    Und drei Monate später flattert dann eine Vorladung vor Gericht ins Haus.
    Da hat dann der ehemalige Angestellte Anzeige erstattet.
    Er sei grundlos gefeuert worden, hätte 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr arbeiten müssen, hätte weder Lohn noch Aguinaldo bekommen und auch keinen Urlaub.
    Und er bringt 20 Verwandte und Freunde mit, die das dann beschwören.
    Die eigenen Zeugen läßt das Gericht nicht gelten, da sie angeblich befangen sind.
    Und man wird dazu verdonnert, für 12 Jahre Lohn, Aguinaldo und IPS zu bezahlen, obwohl man nachweislich erst 2 Jahre im Land ist und den Betrüger nur 5 Monate beschäftigt hatte.
    Und das passiert nicht nur Ausländern, sondern auch Paraguayern.
    Warum wohl arbeiten paraguayische Unternehmer, soweit möglich, nur mit Familienmitgliedern?

    1. Ausser in Form von Pensionseinwandern, macht eine Einwanderung in die meisten Staaten sowieso keinen Sinn. Das war vielleicht nicht immer so, aber jetzt gibt es keine Diskussion mehr.

      Alleine schon die ganzen Wege zu Behoerden, die Kontake zu Leuten, die man ja gar nicht kennen lernen will, die Probleme mit Kunden etc…

    2. Danke. Für den ehrlichen Kommentar.
      Ich habe viele Paraguayer kennen gelernt, die bei mir einsteigen wollten. Haben großes Interesse gezeigt. Zum Glück habe ich schnell begriffen, dass großes Interesse das Einzige sein wird, was einfließen wird.
      Richtig wie @Zardoz bemerkt: Warum wohl arbeiten paraguayische Unternehmer, soweit möglich, nur mit Familienmitgliedern?
      Ich kenne vor allem Maurer-Equipen. Wollten mich auch zum Zirkus de Trabajo vorladen, weil sie schnell wieder Kinderhüten gehen konnten, während ihre Frauen noch etwas Geld verdienen.
      Ich kenne aus der Familie die Arbeitsmentalität. Sie ist nicht sehr hoch. Keiner wird sich für dein Geschäft ein Bein ausreißen. Plata muss sofort her. Etwas aufzubauen, verzichten, Fleiß und Arbeit, unbekannt. Plata zuerst, dann mal schauen ob Lust zur Arbeit.
      Gut, im Falle der Frau im Artikel, die bestimmt mit ihrem Lohn von 300 Euro – mit Glück – schon längst gegessen hat, bleibt wohl nichts anders übrig als ihre Armseligkeiten zu verkaufen und die Familie um Geld zu prestare. Ist aber schon armselig, das Ansehen ihres ehemaligen Arbeitgebers, aber so ist das in Paraguay.

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