Erbitterter Streit um eine “Schatzinsel“

San Antonio: Es scheint fast so als ob zwei Gruppen von landlosen Bauern wie Piraten um eine Schatzinsel kämpfen. Nicht ohne Grund, denn die Insel Ytororó gegenüber dem Hafen in San Antonio ist wirtschaftlich durchaus interessant.

Zwei Gruppen streiten um die 136 Hektar große Insel, die sich im südlichen Teil der Stadt befindet. Die Entscheidung über den Zuschlag liegt in den Händen vom Nationalen Institut für ländliche Entwicklung und Land (Indert).

30 Personen sind es insgesamt, die von der Entscheidung des Inderts profitieren wollen. Die eine Hälfte wird von José Arias angeführt. Sie hatten die Insel schon “besetzt“ und wurden dann von der anderen Kommission, die von Alcides Villasboa angeführt wird, vertrieben.

Villasboa erklärte, dass etwa 10 Personen auf seiner Seite seien und das Mandat von Arias nicht mehr Bestand habe. In einer Versammlung sprach sich die Mehrheit dafür aus, die andere Gruppe von der Insel zu vertreiben.

Durch diese angeblich willkürliche Maßnahme leitete Arias gerichtliche Schritte ein um das Areal wiederzuerlangen.

Villasboa verurteilte den Versuch von zwei Notaren, die im Auftrag von Celso Santiago Unsain 19 Hektar auf der Insel beschlagnahmen wollten.

Unsain war Mitglied in der Gruppe von Arias und geht von einem anteiligen Besitzrecht auf dem Eiland aus.

„Ich befolge nur den Rechtsweg meines Mandanten Unsain. Er wurde von der Gruppe Villasboa vertrieben, die glaubt, das Areal zu besitzen. Niemand darf die Insel betreten“, sagte Aponte Carballo, einer der beauftragten Notare von Unsain.

Das Indert wird in den nächsten Tagen entscheiden, ob Unsain die 19 Hektar für die Landwirtschaft, zur Aufzucht von Schweinen und Hühner nutzen darf.

Arias verurteilt die Invasion und Zerstörung der Insel. Laura Avalos, Staatsanwältin, unterstellt allen Mitgliedern der Kommission, die von Villasboa angeführt werden, den öffentlichen Frieden stören zu wollen.

„Wir sind im Recht, weil es einen bestehenden Vertrag mit dem Indert gibt. Die jährliche Pacht betrug drei Millionen Guaranies. Wir haben dafür bezahlt und haben aber jetzt nichts davon“, sagte Arias.

Villasboa wiederum behauptet, er habe ebenfalls legale Dokumente, die die Besitzverhältnisse für seine Gruppe bestätigen würden. “Fremde Leute kommen nicht auf die Insel“, sagte er.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Erbitterter Streit um eine “Schatzinsel“

  1. Wenn Paraguay schon 10x mehr Beatmete in einem Beatmetenhäuschen (300.000 Exemplare) beschäftigt als die frustrierte Alpendemokratie Schwizzerland (weniger 30.000 Exemplare), dann dürfte man in Paraguay auch etwas mehr Rechtssicherheit erwarten.

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