Erdölsuche im Chaco: Wer sind die eigentlichen Nutznießer?

Asunción: Ein Gesetzesentwurf, der den Nationalpark Médanos del Chaco seinen Status aberkennen sollte, um die Erdölsuche zur erlauben ist aktuell wieder ein Streitpunkt. Im Senat wurde der Vorschlag abgelehnt. Doch jetzt will ein Abgeordneter aus dem Chaco diesen wieder beleben.

Angenommen man findet nach einigen Jahren Erdöl im Chaco, wer wird davon Nutzen haben. Wird das Benzin an den Tankstellen billig wie in Venezuela oder gewinnt der Staat daran? Soll aus dem Chaco eine Art Texas werden? All das sind Fragen, die keiner stellt und erst recht keiner beantworten kann. Sicherlich haben die Politiker Visionen und Wünsche wie dieser Gesetzesvorschlag umgesetzt werden soll.

Der Gesetzentwurf, der Prospektion, Exploration und Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen in einem teil des Nationalparks Médanos del Chaco erlauben sollte, wurde nach viele Kritik im Senat abgelehnt.

Jetzt, nach einigen Wochen, besteht der HC-Abgeordnete, Edwin Reimer (Ex-Fecoprod), besteht darauf, den Schutzstatus des 605.000 ha großen Nationalparks abzuschaffen, um Firmen wie Zeus Öl S.A. aus Peru, Riviera (Frankreich und Russland), Petropar und Primo Cano Martínez (Paraguay) zu begünstigen, die nach Erdöl und -Gas suchen.

Durch eine Stellungnahme der Umweltkommission besteht der Colorado Abgeordnete aus dem Departement Boquerón, Edwin Reimer, auf der Verabschiedung des Gesetzes, das den Status des Nationalparks aufhebt. Wenn die Abgeordneten dem Gesetz zustimmen, benötigt der Senat eine Zweidrittelmehrheit für eine Ablehnung.

In dem Nationalpark leben neben Guanacos, eine wildlebende Art der Kamelfamilie, auch Jaguare auch andere bedrohte Arten, die mit der Präsenz dieser Firmen sicherlich ein eingeschränkteren Lebensraum haben werden als bisher. Geht Profit über die Zerstörung des Lebensraumes?

Befürworter des Projekts argumentieren wie folgt:

Die Energie- und Bergbaukommission des Abgeordnetenhauses, deren Vorsitz Ever Noguera (ANR) innehat, empfahl in ihrer letzten ordentlichen Sitzung die Ratifizierung des Gesetzentwurfs, der die Artikel 4 und 6 des Gesetzes Nr. 5.723/ ändert: Erklärung des Nationalparks Médanos del Chaco zum geschützten Wildnisgebiet unter öffentlichem Eigentum.

Diese Initiative steht nach einer ersten Zustimmung durch das Unterhaus und einer anschließenden Ablehnung durch den Senat vor dem dritten Abstimmungsverfahren.

Das Ziel besteht darin, die Aktivitäten zur Suche und Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen und Mineralien innerhalb des Reservats wiederherzustellen, wobei zu berücksichtigen ist, dass der oben genannte Park seine Ausdehnung im Vergleich zum ursprünglichen Projekt von 457.479 Hektar auf 605.075 Hektar vergrößert hat.

In der Begründung heißt es, dass diese Situation mehrere Konzessions- und Genehmigungsunternehmen für die Ausbeutung und Prospektion von Kohlenwasserstoffen betraf, deren Lizenzen erteilt wurden, lange bevor der Park ein geschütztes Wildnisgebiet war.

Die in Artikel 4 angestrebte Änderung legt fest, dass das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (Mades) einen Managementplan für den Nationalpark Médanos del Chaco haben wird, in den Aktivitäten zur Prospektion, Exploration und Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen sowie Mineralien so lange wie möglich vorgesehen sind.

Artikel 6 wiederum legt fest, dass innerhalb der Grenzen des Parks jede Art von Landwirtschaft verboten ist, es sei denn, Mades hat dies ausdrücklich genehmigt.

Zu einem anderen Zeitpunkt beschlossen die Abgeordneten, den Gesetzentwurf “Lizenzgebühren und Bergbaugebühren“ mit Änderungen zu genehmigen.

Sie gaben an, dass das Ziel darin besteht, die vom Staat für die Ausbeutung von Bodenschätzen erhaltenen Lizenzgebühren im Hinblick auf die Methode zur Berechnung ihrer Zahlung zu aktualisieren.

Der Zweck besteht wiederum darin, die gezahlten Gebühren zu aktualisieren und Schürfsätze für die vom Vizeministerium für Bergbau und Energie erbrachten Dienstleistungen festzulegen.

„Das Projekt zielt darauf ab, Vorteile für den Staat zu schaffen, die unweigerlich zur Formalisierung und Entwicklung der Bergbautätigkeit beitragen und allen Bürgern zugutekommen, ohne dem Bergbausektor zu schaden“, heißt es in der Begründung.

Wochenblatt / Twitter / El Nacional

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9 Kommentare zu “Erdölsuche im Chaco: Wer sind die eigentlichen Nutznießer?

  1. Na, wer wird wohl profitieren? Die korrupten Politiker und ihre Mafi äh Family-Clans. Wer denn sonst. Dem Einfallsreichtum sind hierzulande keine Grenzen gesetzt. Okay, ein wenig rote Erde kurz vor Regenbeginn um die Schlaglöcher zu reparierbasteln wird es auch noch geben. Sozusagen als Wettervorhersage verwendbar.

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  2. Ich höre dieses dämliche Gerede über “Erdölsuche und Erdölfunde” in Paraguay schon seit über 20 Jahren! Die Poliitker (auch hier die Colorados – wer sonst auch?) waren in all diesen Jahren bis heute nicht in der Lage endlich zu liefern. Vermutlich werden sie sich nicht einig darüber, wer was und wieviel aus der Beute erhalten soll. So scheiterte vor ca. 25 Jahren auch die Errichtung des größten Frachtflughafens für Südamerika durch die Lufthansa in PY. Die Herren Korrupties wollten auch damals einfach zu viel, so daß die Lufthansa diesem Geschachere ein Ende setzte, indem sie die Pläne aufgab.

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  3. Nicht einen Eimer mit Erdoel hat man ans Tageslicht befoerdert, bei den unzaehligen Anlaeufen. Selbst wenn, es fehlt ja jegliche Infrastruktur um aus dem Erdoel etwas brauchbares zu machen.

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  4. Es wird sich nichts an den Preisen ändern, auch wenn dort ein paar große Erdölfelder gefunden werden.
    Es ist mir sowieso schleierhaft, dass die Spritpreise in Paraguay wie die Klimakleber auf den Straßen nicht heftigst nach unten gehen. Rauf ging es doch auch.
    Aber vermutlich hat der Schwager sein Nummernkonto in Zürich noch nicht voll?

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  5. Man möchte zwingend noch das letzte Stück wildes Land ausbeuten – trotz sehr geringer Erfolgsaussichten. Millionen Hektar Entwaldung für Viehwirtschaft in einer wasserarmen Gegend reicht eben noch nicht. Gleichzeitig wird der kleine Bürger bestraft, wenn er einen Ast eines Lapachos im eigenen Grundstück in der Großstadt absägt, ohne die entsprechende Genehmigung einzuholen.
    Wer findet den Fehler?

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    1. Ihre Beiträge im WB sind mehr als unlogisch und unverständlich. Hier prangern Sie die “Korrupties” an, doch ansonsten verteidigen Sie Ihre Freunde von den Colorados vehement. Soweit bekannt im ganzen Land, ist das doch ein und daselbe. Schon vergessen oder verdrängt? Alle diese Korrupties gehören der gleichen Partei an, die den gesamten Staat systematisch unterwandert hat. Daher bitte hier keine falschen Eindrücke erwecken wollen. Bleiben Sie einfach ehrlich!

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  6. Wer profitiert von einer Eisenbahn, die über 20 Jahre nicht mehr existiert und in Hundert Jahren nicht existieren wird? Erdöl ist hier kein Problem, es gibt genug davon. Man muss nicht einmal bohren, nur neben der Hütte eines ” Mechanicos” mit einem Spaten, ein bisschen kratzen, dann wird man schon fündig. Als Parteigetreuer Politiker, erhält man dann auch sofort “Fördergelder”. Das dann nebenbei noch ein “bisschen Wald” abgeholzt wird und ein ” kleines Nebengeschäft” ergibt, naja, wo gehobelt wird fallen Späne.

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