Erneuter Pegelrückgang im Paraguay Fluss

Pilar: In den vergangenen zwei Wochen sank der Wasserpegel des Rio Paraguay erheblich, was erneut dazu führt, dass die Befahrung des so wichtigen Wasserweges an gewissen Punkten problematisch wird. Innerhalb der letzten Tage sank der Pegel um 18 cm auf 3,38 während in Asunción, Villeta und Puerto Itá Enramada der Rückgang mit 1 bis 1,33 m in bedeutend größer war.

Damit entstehen erneut die Schwierigkeiten aus den Vorjahren, die jedoch derzeit mit Ausbaggern versucht wird zu verhindern. Trotz der enormen Arbeit sind gewisse Punkte für große Schiffe immer als gefährlich einzustufen.

Wenn dieser Rückgang weiterhin anhält wird aus Pilar, Provinz Ñeembucu, erneut das Epizentrum der Schiff-fahrt und des Containertransports.

(Wochenblatt / Ultima Hora)

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6 Kommentare zu “Erneuter Pegelrückgang im Paraguay Fluss

  1. Interessanter Schachzug von Pilar! Man möchte schon länger den eigenen Standort aufwerten und den Hafen mehr nutzen. Wenn in Zukunft der Pegel in Asuncion durch die Baggerarbeiten noch schneller sinkt, hat man das Ziel erreicht.
    Gibt es denn in den zuständigen Ministerien wirklich niemanden, der diesen Plan durchschaut? Oder halten die gegen Bezahlung den Mund?

    1. miha@, ob es ein geschickter Schachzug der Granden Pilar’s ist, wage ich bei der doch sehr beschränkten Weitsicht hiesiger Organe zu bezweifeln. Was die Ausbaggerung anbelangt, so ist es allerdings ein absolut unsinniges Unterfangen, denn die Erosion der Flußränder wird immer rasanter fortschreiten und die Fließgeschwindigkeit nimmt in wasserführenden Zeiten immer weiter zu. An anderer Stelle habe ich bereits meine Beobachtungen der letzten Jahrzehnte bzgl. Rio Paraguay kundgetan, nämlich daß die Zeiträume des Niedrigwassers fast von Jahr zu Jahr länger werden.

  2. Eine Meldung die kaum Interesse mehr erweckt. In den letzten Jahren lesen wir sie immer wieder in den Zeitungen. Vor einiger Zeit hat ein langjähriger Kapitän der paraguayischen Marine, der jetzt in Ruhestand ist, einige interessante Details zum Thema „Ausbaggern des Flusses“ aufgezeigt. Allerdings finden diese Aspekte des langjährigen Flusskenners kein Gehör, da es gegen gewisse wirtschaftliche Interessen stoßt.

    Bei einem Vortrag, der sich unter anderem mit diesem Thema befasste, sagte der Kapitän folgendes. Es hat immer wieder Tiefstände des Flusses gegeben. Was aber nicht so tragisch war. Früher wurden die Barkassen in Paraguay gebaut. Der Tiefgang dieser Barkassen war relativ gering, da man sie dem Fluss angepasst hat. Heute ist genau das Gegenteil der Fall.

    Die Unternehmer kaufen seit Jahren viel größere, gebrauchte, ausgemusterte Barkassen aus den USA, genauer gesagt, Barkassen die früher auf dem Mississippi ihre Tätigkeit verrichteten. Das kommt wesentlich billiger als die Barkassen hier bauen zu lassen. Anschließend werden sie überholt und in Betrieb genommen. Diese Barkassen haben einen wesentlich größeren Tiefgang und genau das ist das Problem auf dem Rio Paraguay. Die Lobby der Barkassenunternehmer ist groß und die wollen natürlich, dass die Regierung ihnen eine Autobahn auf dem Fluss baut. Aber es gibt noch ein zweites Problem wie der Marinekapitän ausführte.

    Durch eine eventuelle Ausbaggerung des Flusses erhöht sich die Fließgeschwindigkeit des Flusses und das könnte für die Zukunft verheerende Folgen haben.

    Der Kapitän meinte, es käme mit der Zeit einer langsamen Entwässerung des Quellgebietes gleich. Wie er meinte, muss man in dieser Hinsicht sehr vorsichtig umgehen, da Wasser eben nicht nur Wasser ist sondern eine eigene Dynamik entwickelt. Es gibt Sandbänke im Fluss als natürliche Regulatoren, Wirbel etc.. Nachzulesen auch bei Viktor Schauberger.

    Einfach hergehen und wie wild anfangen zu baggern, nur um den schweren Barkassen ein leichteres weiter kommen zu ermöglichen, findet der Kapitän als die falsche Lösung. Wie er meinte muss jeder dieser Eingriffe gut überlegt werden und man sollte doch aus den großen Umweltsünden im Land gelernt haben.

    Die Argumente des Marinekapitäns, der immerhin 40 Jahre auf dem Fluss zwischen Buenos Aires und Asuncion verbracht hat, kommen mir fundamentiert vor. Allerdings interessiert sich niemand dafür.

    1. Hallo Asuncioner,
      bei dem Ausbau des Rheins in Deutschland hatte man die gleiche Erfahrung gemacht. Die Strömungsgeschwindigkeit nahm zu, die Erosion nahm drastisch zu. Stellenweise hat sich der Wasserpegel um 10 m gesenkt. Zwischen 1950 und 1980 wurden vielfälltige Korrekturen durchgeführt, die den Rhein zu seiner heutigen Form brachte und die Schiffahrt zufrieden stellte.
      Gruss, Miha

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