Erstes geschlossenes Wohnviertel Paraguays hofft auf Restaurierung

Sapucaí: Ungefähr 30 Häuser des geschlossenen Stadtviertels Villa Inglesa wurden vor mehr als 100 Jahren errichtet, als englische Arbeiter in den Werkstätten der Eisenbahn arbeiteten.

Schon zu dieser Zeit wußten die Engländer wie man elektrischen Strom und eine funktionierende Wasserversorgung in jedem Haus haben konnte, was für die Lage im Inland außerordentlich fortgeschritten war. Bis heute gibt es speziell in der Gegend noch Häuser die beides nicht haben.

Das Stadtviertel, was an die Werkstätten direkt angrenzt könnte, wenn es nicht in ruiniertem Zustand wäre, eine Touristenattraktion erster Klasse sein. Ein Ausflugsrestaurant in alten Wagons und den englischen Charme vergangener Tage würden zum Selbstläufer. Doch daran ist keiner der Verantwortlichen interessiert. Anstatt diese Legende wieder zu beleben verschwendet man Gelder mit Bauten die keiner braucht.

Auf dem Beitragsbild sieht man das ehemalige Gebäude des Klub Atletico Talleres, in welchem englische Fußballspieler tagten.

Auch wenn es ein Projekt des Kultursekretariats (SNC) gibt darf man an einer Umsetzung zweifeln. „Die Touristen, die nach Sapucaí kommen, um die Werkstätten zu besichtigen, greifen sich an den Kopf und fragen sich, warum lässt man das alles verfallen und wir können nichts darauf antworten“, sagte Martha Ruiz Díaz, Bewohnerin der Stadt.

Wochenblatt / Última Hora

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3 Kommentare zu “Erstes geschlossenes Wohnviertel Paraguays hofft auf Restaurierung

  1. Vielleicht kann der Direktor für Eisenbahn dieses Landes ohne wirklich Eisenbahn ja Ingles, liest diesen Artikel und könnte die Erfindung des Wochenblatts selbst erfinden, den Finger raus nehmen und die unterbreiteten Vorschläge in die Wirklichkeit umsetzen. Vermutlich jedoch ist er und seine geschätzten 10.000 Mit-Gehaltsbezüger der Direktion für Eisenbahn dieses Landes ohne wirklich Eisenbahn zu sehr mit ihrem Zweitjob beschäftigt.

  2. Zur Geschichte der paraguayischen Eisenbahn und der Villa Ingles :
    Ursprünglich ein Staatsbetrieb wurde 1887 an die englische Firma “The Paraguay Central Railway Co.” verkauft die langsam die Strecke bis Encarnacion verlängerte und mit argentinischer Kapitalbeteiligung 1911 durch einen Ferry Boat über den Parana die Verbindung zum argentinischen Eisenbahnnetz bis Buenos Aires herstellte. Die Gesellschaft war nie sehr rentabel und 1931 wurde die letzte Dividende auf die Stammaktien und 1946 die Zinsen auf deren Bonds bezahlt. Als 1959/1961 die Defizite zu groß wurden und die englische Gesellschaft den Betrieb aufgeben wollte kaufte der paraguayische Staat die Anlagen für damals 200.000.- Pfund auf 20 Jahre Abzahlung. 1999 wurde dann der Betrieb bis nach Encarnacion eingestellt.
    Anschließend haben staatliche Verwalter Schienen als Alteisen verkauft um Gehälter zu bezahlen.
    Fehlende Investitionen bedingt durch politische Instabilität, den Chaco Krieg 1933 wie den Bürgerkrieg 1947 , Inflation und staatliche Preispolitik haben dem Unternehmen ein langsames Siechtum beschert. Die letzte Dampflokomotive wurde 1951 gekauft.
    Leider ein Paradebeispiel, dass private ausländische Investitionen in einem Monopolbetrieb zum „angeblichen“ Schutz der Verbraucher keinen Erfolg haben kann.
    Es gibt ein interessantes Museum in der ehemaligen Werkstatt der Eisenbahn in Sapucay.

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