Asunción: Der Leiter der nationalen Wetterbehörde, Eduardo Mingo, erklärte im Gespräch mit dem Radiosender Monumental 1080 AM, dass das Klimaphänomen El Niño während des bevorstehenden Frühlings und Sommers intensive Regenmengen in sehr kurzen Zeitabständen sowie außergewöhnlich hohe Temperaturen nach Paraguay bringen wird.
Mingo betonte, dass die Meeresspiegeltemperaturen derzeit eine gravierende Abweichung von der Norm aufweisen. „Wir sprechen von einer Abweichung von bis zu 8 Grad über dem Normalwert im Ozeanwasser. Das überträgt enorm viel Energie in die Atmosphäre“, erläuterte der Meteorologe.
Nach Einschätzung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) besteht eine fast 100-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Phänomen bis mindestens Februar anhält und möglicherweise erst im April oder Mai langsam abklingt.
Bei den Niederschlägen zeigt sich ein gespaltenes Bild (Dipol-Effekt): Während im Osten und Süden des Landes (insbesondere in den Departements Alto Paraná und Itapúa) mit einem erheblichen Regenüberschuss zu rechnen ist, könnte im Westen des Chaco (Departement Boquerón) sogar ein Niederschlagsdefizit entstehen.
Hinsichtlich der Überschwemmungsgefahr stellte Mingo klar, dass trotz der historisch niedrigen Flussstände vor allem Sturzfluten drohen. „In Asunción können innerhalb kürzester Zeit 100 Millimeter Regen fallen. Wir wissen genau, welche verheerenden Auswirkungen das hat“, warnte Mingo. Zudem sei mit einem extrem heißen Frühling und Sommer zu rechnen, da der Ozean die gespeicherte Wärme erst nach und nach an die Atmosphäre abgibt.
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