Fall Juliette: Mutter des vermissten Mädchens aus Haft entlassen

Caacupé: Das Berufungsgericht von Cordillera gewährte Lilian Zapata, Mutter des am 15. April 2020 in Emboscada verschwundenen Mädchens Juliette, die ambulante Freiheit und bestätigte die Untersuchungshaft von Lebensgefährte Reiner Oberüber in Villarrica.

Zapata wurde wegen Ableistung der Mindeststrafe bei Missachtung und bei Verletzung der Sorgfaltspflicht freigelassen. Das Berufungsgericht in Cordillera gab der Berufung der Verteidigung statt und hob ihre 14-monatliche Untersuchungshaft aus dem Grund auf.

Sowohl Lilian Zapata als auch ihr Lebensgefährte Reiner Helmut Oberüber wurden der strafbaren Handlung der Fürsorgepflichtverletzung angeklagt, während Oberüber auch eine strafbare Handlung gegen Kinder und Jugendliche sowie Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen wird.

In seiner Berufung argumentierte Anwalt Max Narvaez, dass die gerichtliche Entscheidung mangels Begründung nichtig sei und schwerwiegende Mängel aufweise. Der Anwalt warnte sogar davor, „dass die Richterin Blanca Graciela Báez wegen schlechter Ausübung ihrer Pflichten strafrechtlich verfolgt werde“.

Wochenblatt / Abc Color

CC
CC
Europakongress

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu “Fall Juliette: Mutter des vermissten Mädchens aus Haft entlassen

  1. Mit welcher Begründung wird eigentlich die leibliche Mutter von Juliette frei gelassen? Wenn sich eine Person tatsächlich wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht strafbar gemacht hätte, dann in erster Linie die leibliche Mutter und nicht deren Lebensgefährte. Kann man aus dieser Freilassung entnehmen, daß die Anklage auf “Vernachlässigung der Aufsichtspflicht” jetzt fallen gelassen wurde? Dann gilt dies selbstverständlich und erst recht auch für den Lebensgefährten Oberüber. Alles andere wäre pure Willkür!! Man darf jetzt gespannt sein, was man Herrn Oberüber konkret vorwirft. Es wird höchste Zeit, endlich die Anklage zu erheben – oder das Verfahren gegen Oberüber mangels Beweisen einzustellen. Oder leben wir hier in einer tiefafrikanischen Bananenrepublik, in der es üblich sein könnte, Angeklagte ohne Beweise monate- bis jahrelang einzusperren – oder aber bis der Angeklagte in der Hölle des Gefängnisses verrottet? Die Frage war eher rhetorisch gemeint, denn schließlich leben wir in PY in einem lupenreinen Rechtsstaat.

  2. @Eulenspiegel
    Die Taktik besteht wohl daraus diese Leute solange in der Untersuchungshaft schmoren zu lassen bis sie sowieso die Haftzeit fuer das Vorgeworfene abgesessen hat. Dann wird er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die abgesessene Zeit wird als Untersuchungshaft verbucht im sinne von “leider dauerte der Prozess nun mal so lange. Haettest es nicht getan so waerest frueher raus”.
    Man hofft die Verhafteten “singen”. Klar wissen die Verhafteten was vorgefallen war und was mit dem Maedchen passiert ist nur sind es deutsche die eben nicht “singen” – was unbekanntes fuer lokale Verbrecher. Daher ist die lokale Justiz etwas perplex da niemand mit der Wahrheit herausrueckt.
    Das Gericht geht eben davon aus dass “ein Kind nun mal nicht wie vom Erdboden verschluckt verschwindet”. Oberueber und die Mutter wissen etwas nur sagen nichts. Daher laesst man sie solange in Untersuchungshaft bis die Haftstrafe fuer die Straftat abgesessen ist (ein paar Jaehrchen nehm ich an) und laesst sie anschliessend laufen.
    Die Sache stinkt vor allem von Seiten Lilians und Oberuebers und das will das Gericht nicht nur so ignorieren.
    Die Deutschen sind nun mal gewohnt Schindluder zu begehen um dann darauf zu bestehen unschuldig zu sein wenn nichts bewiesen werden kann. In Paraguay kommt man mit sowas eher schwieriger durch denn man steckt hier die Leute vorsichtshalber halt solange ein bis sie die Knastjahre abgesessen haben um sie dann freizusprechen wenn bis dann die Beweise noch nicht aufgetaucht sind. In allen Faellen hat man schon die Haft abgesessen kommt aber nachher frei aus Mangel an Beweisen.
    Den Prozess auf Beweisen zu gruenden laesst halt in Deutschland mehr Verbrecher laufen als verurteilt werden.
    Im Prinzip ist niemand unschuldig und darf sich wegen verlaengerter Untersuchungshaft nicht beschweren.
    Die Justiz funktioniert in Deutschland nicht wegen der Paragraphenreiterei, d.h. das Gesetz selber schuetzt die Verbrecher weil in den wenigsten Faellen Beweise zu finden sind. Darauf bauen die vielen Betrueger aus DACH in Paraguay auf und zocken die Leute ab – denn Beweise findet man recht selten. Eine Justiz die auf Beweise aufbaut ist m.E. ein antiquiertes Auslaufmodell.
    Es muesste so laufen wie in der Bibel der Prozess gefuehrt wird.
    2. Mose 21,16 “Wer einen Menschen raubt, sei es, daß er ihn verkauft oder daß man ihn noch in seiner Hand findet, der soll unbedingt sterben.”
    Wir lesen da nichts von Prozess oder sonstiges. Will Oberueber und Lilian nicht sagen wo das Kind ist oder was passiert ist, so werden sie solange gefoltert bis sie reden. Danach kann man sehen ob das Kind verkauft wurde oder las Ballast getoetet wurde. Wurde das Kind von Dritten geraubt so nimmt das mosaische Gesetz an dass Oberueber willig mit der Justiz zusammenarbeitet. Bei diesem stetigen “Gegenwind gegen das Gesetz und die Justiz” so meinen alle zu recht dass Oberueber ein Helfershelfer der Kindsraeuber ist und mit diesen unter einen Decke steckt.
    Die ganzen Unschuldsvermutungen verwirren nur die ganzen Gesetze und dienen dazu dass Geld hin und her wandert.
    Die mangelde Kooperation von Oberueber und Lilian sollte als Mittaeterschaft gewertet werden und diese sollten daher fuer die volle Haftzeit einsitzen. Das Problem ist deren Schweigen das zu recht als Schuldeingestaendnis gewertet wird.
    Die Verhaltensweise der Eltern (Oberueber als temporaerer “Mann” – der aktuelle Fikker ist immer der offizielle Mann und damit Stiefvater) ist eher atypisch fuer Eltern und eher verdaechtig nach Taeterschaft.
    Das Problem ist die Angewohnheit des Deutschen sich durch Winkelzuege im Gesetz herauswinden zu wollen und davon noch auszugehen.

  3. Mein “lieber Freund”, Du hast aber eine ausgesprochen schlechte Meinung von uns Deutschen. Ich kann Dir zwar nicht ganz widersprechen, doch Deine generelle Pauschalierung ist mehr als abenteuerlich bis böswillig. Zugegeben, in Paraguay leben nicht gerade die “hellsten Leuchten” meiner Landsleute, auch nicht die “Brävsten” der deutschen Gesellschaft, dennoch ist es eine Unverfrorenheit alle Deutschen, Österreicher und Schweizer über einen Kamm zu scheren. Erstens leben hier in PY nur eine minimal Minderheit der deutsch sprechenden Gesellschaft und können daher niemals repräsentativ sein und zweitens hatte ich in über 50 Jahren Leben und Arbeiten in Deutschland nur die allerbesten Erfahrungen mit meinen Mitmenschen, Freundschaften, der Gesellschaft, den Verwaltungen bis hin zur hohen Politik machen können. Im Nachhinein weiß ich, daß diese 50 Jahre die besten und schönsten meines Lebens waren. Erst seit dieser unerträglichen und unseligen Person Merkel hat sich alles zum Schlechten gewendet. Ich darf gar nicht darüber nachdenken oder an die Zukunft meiner Kinder und Enkel – sonst kommt mir wirklich das große Heulen.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.