Asunción: Die Sprachbarriere ist zu einem unerwarteten Hindernis für den Ausbau der digitalen Verteidigung des paraguayischen Staates geworden. Eine Gruppe von Beamten aus den Bereichen Technologie und Cybersicherheit konnte ein vom US-Regierung finanziertes Ausbildungsprogramm nicht in Anspruch nehmen. Ihnen fehlte das erforderliche Englischniveau, um die internationalen Lehrgänge zu absolvieren und die entsprechenden Zertifizierungen abzulegen.
Die Situation wurde in einer Sitzung der Senatskommission für Informations- und Kommunikationstechnologien bekannt. Vertreter des Ministeriums für Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic) berichteten dort über Maßnahmen zur Bewältigung der wachsenden Welle von Cyberangriffen auf öffentliche Einrichtungen.
Umso weniger der einfache Paraguayer Englisch versteht, umso mehr muss er den Medien, die meist von Cartes und Ueno kontrolliert werden, Glauben schenken und weiter in Ruhe darauf vertrauen, dass alles Erzählte der Wahrheit entspricht.
Im Rahmen der Zusammenarbeit beider Länder stellten die Vereinigten Staaten Paraguay 170 spezialisierte Ausbildungsstipendien im Wert von rund 150.000 US-Dollar zur Verfügung. Jedes Stipendium umfasst den Zugang zu internationalen Kursen und Prüfungen, mit denen die fachlichen Fähigkeiten derjenigen gestärkt werden sollen, die für den Schutz der digitalen Infrastruktur des öffentlichen Sektors zuständig sind.
Aus dem Mitic hieß es jedoch, ein Teil der Begünstigten habe die Plätze nicht in Anspruch genommen, da Unterricht, Lehrmaterialien und Prüfungen ausschließlich auf Englisch abgehalten werden – eine zwingende Voraussetzung für den Erhalt der Zertifizierungen. Bislang gibt es keine offiziellen spanischen Fassungen dieser Programme.
Der Leiter der Abteilung Cybersicherheit im Mitic, Pedro Martínez, erläuterte den Abgeordneten die Lage und wies darauf hin, dass das Hauptproblem darin bestehe, dass zahlreiche Beamte fachliche Aufgaben wahrnehmen, ohne dass Englischkenntnisse eine Einstellungsvoraussetzung für diese Stellen sind.
Der Senator Patrick Kemper erklärte, die Sprachhürde habe mehreren Staatsbediensteten den Zugang zu einer Ausbildung verwehrt, die als strategisch wichtig für den besseren Schutz staatlicher Systeme gilt. Die Ablehnung liege nicht an fehlendem Interesse, sondern an der praktischen Unmöglichkeit, Prüfungen in einer Sprache abzulegen, die viele von ihnen nicht beherrschen.
Der Abgeordnete kündigte zudem an, die Verantwortlichen des Mitic im Dezember erneut einzuberufen. Ziel sei es, die erzielten Fortschritte im Bereich Cybersicherheit zu bewerten, die Umsetzung angekündigter Maßnahmen zu prüfen und festzustellen, ob die ergriffenen Schritte die Anfälligkeit öffentlicher Einrichtungen gegenüber neuen Angriffen verringert haben.
Die Ausbildung ist Teil der Strategie der Regierung, auf den Anstieg von Cybervorfällen in den vergangenen Jahren zu reagieren – darunter Angriffe, die sowohl kriminellen Gruppen als auch Akteuren mit Verbindungen zu ausländischen Staaten zugeschrieben werden. Vor diesem Hintergrund sehen die Behörden es als vorrangig an, die fachlichen Fähigkeiten des Personals zu stärken, das für den Schutz vertraulicher Informationen und der digitalen Infrastruktur des Landes zuständig ist.
Wochenblatt / El Nacional















