Freiwillige reinigen Strandpromenade

Eine Gruppe von etwa 50 jungen Menschen, die eine Initiative “Asunción, wir glauben an dich“ gegründet hatten führten am vergangenen Samstag, am Valentinstag, eine Säuberungsaktion der Strandfläche in Asunción durch. Mit Rechen, Schaufeln, Eimern und weiteren Utensilien räumten sie den Abfall weg, den der Paraguay Fluss angeschwemmt hatte, parallel dazu mähten sie die Grünflächen mit Freischneidern. Die Freiwilligen fordern die Bevölkerung auf, ihre Denkweise und Einstellung für das Müll-Problem, im Allgemeinen, zu ändern.

Die Aktion begann Samstagmorgen um 08:00 Uhr und zog sich bis in die Nachmittagsstunden hin, nun ist die Strandallee “José Asunción Flores“, zumindest für eine Weile, wieder sauber.

Francesco Fiorino, einer der Organisatoren der Kampagne, sagte, die Gruppe wurde gegründet damit Initiativen im Umweltbereich zugunsten der Metropole veranstaltet werden. Er erwähnte, im Vorfeld weiterer Aktionen werde man über Radiosender und soziale Plattformen informieren.

„Leider sind wir heute unter einem Schleier der enormen Unwissenheit. Die Einwohner sind das Leben mit Müll und Korruption gewöhnt und abgestumpft, plötzlich wird das Gute schlecht und dann wieder umgekehrt. Wenn der Strand nicht sauber ist, beschwert man sich bei den Behörden, aber auch Selbstinitiative ist hier gefragt und ein moralisches Umdenken“, sagte er.

Enrique Caballero, ein weiteres Mitglied der Gruppe sagte, er erwarte nicht, dass die Zahl der Menschen am Strand stetig steigen würde, die Gegend ist immer noch recht schäbig und es liegt noch viel anderer Schutt auf den Erholungsflächen, der von dem letzten Hochwasser angeschwemmt wurde.

„Die Verantwortung liegt bei der Gemeinde, unsere Aktion “Asunción, wir glauben an dich“ soll nur Impulse setzen, auch für die Bevölkerung“, sagte er.

Der Aktionstag wurde auch von der Gemeinde Asunción begleitet. Der Leiter des Sozialreferates, Alfredo Benítez, sagte, die Jugendlichen hätten in verschiedenen Behördeneinrichtungen Handzettel verteilt und Beamte aufgefordert, selbst Hand anzulegen, das war “ein Wink mit dem Zaunpfahl“.

Quelle: ABC Color, Foto: Facebook

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11 Kommentare zu “Freiwillige reinigen Strandpromenade

  1. Das Thema Verschmutzung ist doch so alt wie Paraguay selbst. Nette Aktion, aber bringen wird es trotzdem nichts. Das allgemeine Verhalten der Paraguayer in Sachen Müll wird sich durch diese Aktion nicht im geringsten verändern. Es muss weh tun, in irgendeiner Form von Strafe, sonst wird nichts passieren.

    1. Wer sollte schon als Vorbild dienen? Wer sollte schon darauf achten, daß Müll und Dreck nicht irgendwo und überall entsorgt wird? Sowohl Arme als auch gut Situierte, sowohl Staatsangestellte als auch Polizisten werfen als Privatperson ihren Müll einfach weg. Wie kann man Ignoranten zu Besserem anleiten? Das ist wie die Quadratur des Kreises – fast unmöglich. Jedenfalls ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer, daß es in Paraguay doch noch Menschen gibt, vorwiegend unter der Jugend, die erkennt, woran diese Gesellschaft krankt. Es wäre schön, wenn diese junge Garde Schule machen und Nachahmer finden würde. Insgesamt gesehen müßte eine große gesellschaftliche Umerziehung stattfinden. z.B. überall Aufkleber, auch in Bussen, wie „Nur Schweine fühlen sich im eigenen Dreck wohl“ oder „Ich will keine Dreckschleuder sein“ oder „Wilder Müll gefährdet die öffentliche Gesundheit“ Jedenfalls müssen die Menschen mit markigen Sprüchen regelrecht aufgeschreckt werden, sonst kommen die nicht hoch von ihrem Hocker. So könnte ich mir schon denken, daß dieses Thema langsam in den Köpfen der Menschen etwas verändert und eine Art Schamgefühl entwickelt wird, seinen Müll einfach wegzuwerfen. Aber wer will für solche Aktionen die Initiative ergreifen? Vielleicht rappelt sich die Jugend Paraguays doch noch auf, ähnlich wie früher in Deutschland mit den Grünen.

      1. Nachtrag zu meinem eigenen Kommentar:
        Viele, auch ich, bemängeln in diesem Land die Ignoranz und Bequemlichkeit, die Veränderungen im Wege stehen. Ich will das anhand eines Bespiels beweisen:
        Vor zwei Monaten schrieb ich erstmals einen bekannten deutsch sprechenden Senator an. Mein Schreiben bzw. Email ging aus Sicherheitsgründen gleichzeitig an drei bekannte Emailadressen von ihm. Darin unterbreite ich ihm einen sehr wichtigen Vorschlag zur Erhöhung der Steuerehrlichkeit bzw. der hieraus wirksam werdenen Steuermehreinnahmen für den Staat. Die Idee dazu stammt nich von mir, sondern hat sich höchst effizient in Georgien bewährt. Auch dort liefen bisher die meisten Geschäfte schwarz über die Ladentheke. Durch einen einfachen Trick, wollte plötzlich jeder im Land freiwillig einen Kassenbeleg, was natürlich die Steuereinahmen sofort in die Höhe trieb. Nun sollte man annehmen, daß sich ein verantwortungsvoller Senator für solche Dinge interessiert, nachfragt oder sich zumindest bedankt. Die Reaktion war jedoch Null. Also erinnerte ich den Senator noch 2x mittels Emails. Bis heute nicht die geringste Reaktion. Was soll man von solchen Politiker noch halten? Sie erwarten Respekt von den Bürgern. Aber Respekt muß man sich erstmal verdienen, den kann man nicht einfach so geschenkt bekommen, nur weil man plötzlich irgend einen Titel trägt. Ich jedenfalls habe für eine solche überhebliche und ignorante Art keinerlei Verständnis und kann die Menschen im Lande verstehen, die sich resigniert und enttäuscht zurück ziehen oder sich das nicht respektierliche Verhalten der Möchtegernvorbilder zum Vorbild nehmen. Vielleicht liest ja manch ein verantwortlicher Paraguayer unsere deutschen Kommentar und denkt einmal darüber nach, was im Staate alles faul ist. Insgeheim hoffe ich, daß sich irgend ein verantwortlicher Politker über die Redaktion doch noch bei mir meldet damit ich ihm diese wirklich geniale und bewährte Maßnahme der georgischen Regierung unterbreiten kann. Jedenfalls werde ich mich nicht mehr bemühen, es ist mir schlicht zu dumm!

        1. Jochen Pistorius

          Manfred:
          Die Reaktion war jedoch Null … Klar.. Man will einfach nicht!

          Sobald hier in Py etwas in Arbeit ausartet, wie hier zum Beispiel: Email lesen !!! .. sich eventuell Gedanken machen muessen !!! .. und auch noch zu antworten!!!! NEEEIN !!!

          Kann man irgendwie auch verstehen, bei diesen „Politiker-Hungerloehnen“, gerade mal ab 40.000.000 Gs aufwaerts plus 4-faches Weihnachtsgeld, Spesen, usw…

          Ein ignorantes Volk passt noch prima dazu.. Warum also sich anstrengen? 😉

        2. Leider hast Du keinen Scheck in den Anhang deiner E-Mail eingefügt, der den Politiker die Arbeitsstunden zum lesen und verwerten Deines Vorschlages bezahlt. Ganz zu schweigen vom Rückporto für den Versand einer Antwortmail und das Gehalt der Sekretärin die für die Tipparbeit nötig ist.

        3. bravo manfred. trotz widriger umstaende und anfeindungen geben sie nicht
          auf. immer haben sie gute ideen. bei dem erwaehnten senator tippe ich
          auf arnold wiens duerksen, alias „el pastor mentiroso“. dieser hatte doch
          einmal eine eigene fernsehsendung wo er sich als saubermann praesentierte.
          als er sich jedoch der colorado partei anschloss und sogar fuer den HC fluegel
          kandidierte war mir klar, dass er nur ein falscher heuchler ist. das hatte ich
          schon in mehreren frueheren kommentaren erwaehnt.als ehemaliger
          mennonitischer berufsprediger muesste er doch die „moralische ausnahme“
          im parlament sein, was er aber ganz und garnicht ist.
          mache so weiter manfred, denn man kann in ihren kommentaren erkennen,
          dass sie ein besorgter mensch sind, der das beste fuer die paraguayische
          bevoelkerung will. das gefaellt natuerlich nicht der rosaroten brillenfraktion
          und den angeblich perfekt angepassten leuten. diese haben sich naemlich
          schon so angepasst, dass sie misstaende nicht mehr erkennen koennen
          oder wollen. da wird jetzt bestimmt wieder einer mit dem argument kommen,
          „maul halten oder verschwinden“ statt sachlich zu diskutieren. deswegen
          schreibe ichnur wenig kommentare, da ich mir den aerger ersparen will.

  2. Kleine Anekdote zum Thema:
    Ein paraguayscher Polier auf meiner Hausbaustelle erzählte mir, er sei von seinem Vorarbeitgeber zum Schaffen nach Deutschland eingeladen worden. Er berichtete ehrfürchtig, wie sauber und ordentlich es in Deutschland aussehe, was er bei so vielen Bürgern garnicht verstehen konnte. Ich entgegnete ihm, dass jeder Einzelne im Kopf hat, keinen Abfall einfach so auf die Strasse zu werfen. Das fand er ganz toll.
    Aber seine Baustelle sah später aus wie ein Endlager für Atommüll,hehe. Wenn ich sehe, dass echt jeder seinen Müll einfach aus dem Fenster schmeisst, wird das noch ein langer Weg zum sauberen Ipacaraysee,oder?

  3. es gibt tatsächlich ein paar wenige in Paraguay die mit gutem Beispiel in Punkto Müll voran gehen, auch ganze Gemeinden. Leider ist es bei der Mayorität noch nicht soweit….und wird oft genug von offizieller Seite hintertrieben

  4. Unter dem Motto „Lasst uns nicht auf die Regierung warten, sondern die Dinge selber in die Hand nehmen“ haben sich heute gegen 08:30 wieder zahlreiche Menschen getroffen, um den sichtbaren Schmutz aus der Buch von Asunción zu entfernen. Bis auf weiteres soll diese Aktion jeden Samstag stattfinden.