“Gefälschte“ Arbeitslosenzahlen sorgen für Erstaunen

Asunción: Der Ökonom José Luis Rodríguez Tornaco (Beitragsbild) stellte eine Anfrage an die Generaldirektion Statistik, Erhebungen und Volkszählungen (DGEEC) über den angeblichen Beschäftigungsanstieg im Land inmitten einer Pandemie. Es wird geschätzt, dass die Arbeitslosenquote 20% übersteigt.

„Stimmen Sie zu, dass dieselbe Institution, die uns heute mitteilt, dass inmitten einer Pandemie die Beschäftigung in Paraguay zugenommen hat, die Erstellung aller Wirtschaftsstatistiken des Landes übernimmt und diese richtig sein sollen?“, fragte der Ökonom in sozialen Netzwerken.

Nach Angaben von DGEEC war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im April um -12% gesunken, die Arbeitslosigkeit ging jedoch von 7,9% auf 7,6% zurück, was bedeutet, dass angeblich “mehr Beschäftigung“ im Land vorhanden ist, trotz der harten Rezession, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurde.

„Es gibt mehr Jobs als zuvor, deshalb helfen sie weder dem Präsidenten noch dem Land. Es sind keine neuen Pläne erforderlich, alles ist perfekt“, kritisierte der Ökonom ironisch.

Das Merkwürdige ist, dass die DGEEC, eine Institution, die dafür sorgt, dass die Beschäftigung in Paraguay inmitten der Pandemie “zunimmt“, für die Erstellung aller Statistiken zuständig ist und die “offiziellen“ Arbeitslosenquoten ermittelt.

Der frühere Präsident der Zentralbank von Paraguay (BCP), Carlos Fernández Valdovinos, war von den DGEEC-Daten überrascht und wies darauf hin, dass die Arbeitslosenquote im Land 20% übersteige, wenn man “Inaktiven“ plus Arbeitslose hinzufüge.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu ““Gefälschte“ Arbeitslosenzahlen sorgen für Erstaunen

  1. Im Paragauy leben ca. 8 Mio. Einwohner. So genau weiß man das halt auch beim hiesigen Beatmetenhäuschen für Statistik nicht, denn ein Einwohnermeldeamt gibt es ja nicht. Die Cedua-Nummern (Personalausweis) dürften gegen 9 Millionen streben. Natürlich sterben auch Menschen und deshalb wird die Cedula-Nummer nicht neu vergeben. Also leben gemäß Schätzungen ca. 7,6 bis 7,8 Mio. Einwohner im Paragauy.
    Jeder (offizielle) Arbeitnehmer (und Arbeitgeber?) muss beim IPS angemeldet werden. Dort sind ca. 2,7 Mio. Menschen angemeldet. Allen voran natürich alle im Staatsdienst, die sich nach kardinalen 25 Jahren Dienst pensionieren lassen können (oder schon nach 20 Jahren? Irgendwo auf diesem Kanal gibt es einen Artikel dazu). Ich gehe davon aus, dass sich die Schätzungen über Arbeitslosenzahlen auf diese beim IPS angemeldeten Arbeitnehmer beziehen.
    Da mag es natürlich schon zutreffen, dass nur 7,6 Arbeitslos sind – also entlassen wurden – weil die meisten Staatsbeatmeten wegen Uhhh-Viru-V2.0 nicht arbeiten dürfen, aber trotzdem Gehalt + Zulangen + Sonderzulagen bekommen.
    Der Grund, warum ich annehme, dass auch Arbeitgeber irgendwo angemeldet sein müssten ist, dass man hierzulande durchaus Einkommenssteuern bezahlen muss. Diejenigen wenigstens, die eine gewissen Betrag an Einkommen generieren. Dieser wird ja von Jahr zu Jahr niedriger, bis in einigen Jahren auch Arbeitnehmer mit einem Mindestlohn von derzeit knapp 2,3 Millionen GS Einkommenssteuer bezahlen müss(t)en. Dann ist ca. ein Viertel der Bevölkerung noch Schüler und ein paar Ausrangierte dürften auch noch zur Bevölkerung zählen. Demnach dürften ein paar Millionen Bewohner dieses Landes entweder Schwarzarbeit leisten oder mit BierBücks, Streichholz und Shwuddi Iglesias auf 120 dB unter dem Mango darauf warten, dass Mill herunter fällt.
    Alles in allem: Statistiken kann man in so einem Land gar nicht glaubhaft aufstellen. Dafür ist die unbegrenzte Korruption, Bescheuertheit und Freiheit unendlich.

  2. Arbeitslos zu sein ist kein Problem und Arbeit zu haben unwichtig. Wesentlich ist es ein Einkommen zu haben und eine Beschaeftigung.
    Das Land mit der groessten Arbeitslosigkeit duerfte Monaco sein. Die vorwiegend arbeitslosen Monegassen duerften damit aber sehr glücklich sein……
    Es sind die evangelischen Kirchen, die als erstes die Arbeit zum lebenszweck erklaert haben. Selbst die Katholiken und Juden waren nicht so verrückt.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.