Gottvertrauen allein ist nicht genug

Ayolas: Um die Restschuld am Yacyretá Staudamm zu regulieren unterzeichneten Präsident Cartes und Macri eine Vereinbarung. Der C Zusatz wurde ebenso von den Außenministern firmiert. Nur der Inhalt wurde nicht veröffentlicht.

Wenn sich zwei Parteien einig sind, ganz besonders bei so einem heiklen Thema wie der Schuldenverteilung, sollte man zufrieden sein. Aber Zufriedenheit allein reicht nicht – auch Misstrauen ist angebracht, ganz besonders wenn der Inhalt des Papiers unter Verschluss gehalten wird.

Nun jedoch kam eine Kopie dieser Vereinbarung an die Öffentlichkeit und zeigt auf, wie fahrlässig die paraguayische Regierung die Interessen des Landes schützt und was in 2023, bei den Verhandlungen um Itaipú auf uns zukommen kann.

Abgesehen davon, dass Paraguay eine Restschuld von 6 Milliarden US-Dollar auf sich nicht, die nicht wirklich gerechtfertigt ist, liegen 80% des überschwemmten Territoriums des Yacyretá Stausees auf paraguayischem Territorium. Mehrmals bekräftigten aktuelle Regierungsvertreter, dass Argentinien uns dafür 1 Milliarde US-Dollar Entschädigung zahlen würde. Laut dem jetzt veröffentlichtem Dokument sind es jedoch nicht mehr als 635 Millionen US-Dollar.

Die Gebühr pro GWh lag bis Ende 2016 bei 2.998 US-Dollar. Seit Beginn dieses Jahres werden 3.598 US-Dollar pro GWh fällig. Argentinien schuldet Paraguay noch die Gelder für den Energiebedarf des Vorjahres.

Die Restschuld Paraguays in Höhe von 6 Milliarden soll erst ab 2023 in zehn Raten jährlich zurückgezahlt werden. Damit hat selbst die Nachfolgeregierung noch alle Vergünstigungen.

Vorteilhaft scheint dieser Vertrag nur für die jetzige und die kommende Regierung sowie die argentinische Seite. Die „Nach mir die Sintflut“ Mentalität bestand bei Yacyretá schon seit der Planungsphase.

Wochenblatt / Última Hora

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4 Kommentare zu “Gottvertrauen allein ist nicht genug

  1. Die alte Leier! Das Volk muss für dumm verkauft werden!
    Alles unter Verschluss, wie in Deutschland.
    Alles was die Bürger nicht wissen macht sie nicht Heiß!
    Die Arbeitsweise,ist schädlich bei Wahlen!

  2. Das der ganze staudamm da noch steht ist ein wunder gottes;es ist alles nur halb so stark gebaut als es auf den papieren steht.Die andere haelfte haben die treue arbeiter mit nach hause genohmen um ihre weiber oder nachteulen zu zeigen wie untaugbar sie wirklich sind.

  3. Sowohl Itaipú wie Yacyretá wurden aus Geldmangel vollständig durch die Partnerländer finanziert. Im Falle von Yacyretá musste sich die ANDE sogar für die Stammkapitaleinlage von USD 100 Mio. bei einer argentinischen Bank verschulden. Es versteht sich von alleine, dass die Partnerländer ihre Investitionen mit Zins und Zinseszins zurück haben wollen. Ohne diese Projekte würde Paraguay keine 10% der heute benötigten Spitzenleistung (ceteris paribus) produzieren. Es wäre wünschenswert, wenn man die Sichtweise dieser wichtigen Projekte sachlicher gestalten würde, statt anachronistische nachbarschaftliche Feindbilder zu pflegen.

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