Großes Theater

Asunción: Wieder einmal geht es um zwei gegensätzliche Aussagen bei einem Unterschlagungsskandal. Darin verwickelt ist der Ex Vorsitzende des Indigenen Institutes (Indi), Rubén Darío Quesnel, und Óscar Viera, Vorsitzender einer Nichtregierungsorganisation (NRO), die laut seiner Aussage nur gegründet wurde, um vom Staat Gelder zu bekommen.

Der Schaden beläuft sich auf 3,1 Milliarden Guaranies, rund 600.000 Euro, und keiner der möglicher Täter gibt die Schuld daran zu und einige befinden sich auf der Flucht. Ob ein schlechtes Gewissen oder fehlende Entlastungszeugen der Grund ist, scheint wie immer unklar.

Mitte Januar des laufenden Jahres wurden zwei Konten des Indi bei der paraguayischen Aufbaubank (BNF) von Rubén Darío Quesnel und seiner Mitarbeiterin Marlene Mendoza geplündert. Dazu kamen beide zu fünf verschiedenen Gelegenheiten in die Bank. Nachdem im August die Ämter an die neuen Verantwortlichen übergeben wurden, fand man schnell den Fehlbetrag, der laut den Aufzeichnungen an die NRO Reforeast Par ausgezahlt wurde. Eine Überprüfung der Zentrale der NRO brachte etwas Erleuchtung, denn diese war nur ein vermülltes Zimmer, welches vermietet wurde. Danach fand man Óscar Viera, Verantwortlichen des Organisation, der bei der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft zugab Opfer einer Intrige von Quesnel geworden zu sein, obwohl der Plan war eine NRO zu gründen und auf Hilfe vom Staat zu warten. Nun ist er die einzig greifbare Person.

Quesnel, der mehr und mehr sich als Schuldiger herauskristallisiert wurde angeklagt und wird per Haftbefehl gesucht. Er jedoch kontaktierte die Presse aus seinem Versteck, traf sich mit einem Vertreter und gab seine Sichtweise zu Protokoll. Quesnel ist sich sicher, dass kein einziger Guaraní in seinen Händen verblieb und alles der NRO Vorsitzende haben muss bzw. für seine Projekte investiert hat.

Das Projekt, welches nicht näher beschrieben wurde, soll mit paraguayischen Ureinwohnern zu tun haben, jedoch haben Vertreter der beiden Stämme Sawhoyamaxa und Yakye Axa ausgesagt, nichts erhalten zu haben, was bei ihren Lebensumständen mehr als glaubhaft ist.

Währenddessen sind Quesnel und Mendoza, auf der Flucht und höchstwahrscheinlich im Ausland untergetaucht. Mehrere Durchsuchungen brachten unzählige Dokumente zum Vorschein. Die Verteidiger der zwei besagten Ex Staatsangestellten, erklärten, dass es keine Garantie zur unparteiischen Behandlung hinter Gittern gäbe und hohe Politiker des Landes involviert wären.

Allein in 2013 werden laut Haushaltsplan der Regierung 50 Milliarden Guaranies an 176 Nichtregierungsorganisationen ausgezahlt, wovon laut einer Vertreterin des Finanzministeriums 70 % ihre Pflichten bestens erfüllen. 2008 waren es noch 80 NRO und die tatsächliche Auszahlung an die 176 „Vereine“ erreicht sogar das doppelte von dem im Haushaltsplan notierten Beträgen. Minister und Parlamentarier sind für die Auswahl derer verantwortlich.

(Wochenblatt)

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu “Großes Theater

  1. Das Einzige was man dazu sagen kann, hätten die Indianer das Geld bekommen, das in den letzten 20 Jahren für sie vom Staat aufgewendet oder vom Ausland gespendet wurde, dann könnte ein jeder von ihnen in einer Villa mit Pool in einer guten Lage in Asuncion oder wo auch immer wohnen.

    Es darf einen nicht wundern, dass viele von ihnen so herunter gekommen sind. Zuerst hat man ihnen das Land gestohlen, dann die ganzen Hilfsgelder die für sie bestimmt waren. Nun wohnen die Regierungsbeauftragten in den Villen und die Inadianer, vom Crack berauscht, im besten Fall in einem Kanalschacht.

  2. Nun ja wundert mich auch hier nicht mehr, wie auch zuvor in anderen Kommentaren von mir erwähnt. Will hier auch nicht auftreten als schneeweißer Apostel aus Deutschland oder anderswo her. Oh wie war ich seinerzeit verliebt in Paraguay von Land und Menschen trotz der Schlichtheit seiner Menschen. Habe auch kreuzehrliche Menschen kennenlernen dürfen lag wohl an den Genen dieser Personen, die es auch heute noch gibt. Doch hasse ich im Allgemeinen Geschwafel ohne Taten und unehrliche Bereicherung wie die Pest , das ist wie Cloakengestank.

  3. Zitat;
    Minister und Parlamentarier sind für die Auswahl derer verantwortlich.

    Nun dann bestimmen es ja die „RICHTIGEN !!!
    Da wird mit Sicherheit NICHTS in die „falschen Hände“ gekommen sein. Dieser Personenkreis weiß ja schon immer wie man so etwas macht.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.