Haftbefehl auf mysteriöse Art und Weise gelöscht

Asunción: Die Nationalpolizei konnte einen Mann ausfindig machen, der einen tödlichen Unfall verursacht hatte. Er wurde zwar rechtskräftig verurteilt, aber der Haftbefehl war aus dem Computersystem gelöscht worden.

Es handelt sich um Blas Damián Giménez (30), der vorgestern in Capiatá verhaftet wurde. Im Jahr 2009 war er wegen einem Verkehrsunfall mit Todesfolge zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Unfall ereignete sich am Morgen des 12. Oktober 2006. Rosarina González war das Opfer. Der junge Mann fuhr mit hohem Tempo auf der Straße Boggiani und überfuhr González ein paar Meter vor der Kreuzung Mayor Vera.

Zeugen sagten aus, dass Giménez ein Handy in der Hand gehabt hätte. Das Gericht hatte während der Verhandlung festgestellt, dass es kein Hindernis gegeben habe, das ihn davon behindert hätte, die Person zu sehen, die er überfahren habe.

Der Verurteilte hatte seinen Führerschein erst zwei Monate vor dem Unfall erhalten. Er versuchte nie, sich mit den Verwandten des Opfers zu versöhnen oder die Folgen des Unfalls wiedergutzumachen. Die Verteidigung argumentierte, dass die Frau tatsächlich an Gesundheitsproblemen wie Diabetes, kardiovaskuläre Ischämie und anderen gestorben sei, aber die Ärzte, die sie behandelten, folgerten, dass die Verletzungen durch den Unfall die Todesursache waren.

Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt und erst im Jahr 2011 bestätigte das Gericht erneut den Richterspruch aus erster Instanz, damit der Täter in Haft genommen werden konnte, erklärte die Anwältin der Angehörigen des Opfers, Ana Brun.

Sobald die Strafe rechtskräftig war, wurde der Haftbefehl an die Computerabteilung der Nationalpolizei übermittelt, um im gesamten Staatsgebiet nach González fahnden zu können.

Jahre vergingen und nichts war über den Verurteilten bekannt, bis die Familie dieses Jahr erfuhr, dass Blas Giménez es geschafft hatte, sein Studium an der Nationalen Universität von Asunción (UNA) zu beenden und einen Abschluss als Ingenieur in Elektronik zu erzielen.

Dies führte zu einer privaten Untersuchung der Familie, die ergab, dass der Haftbefehl auf rätselhafte Weise aus dem Computersystem der Polizei gelöscht wurde, kurz nachdem er dort eingetragen worden war. Das erlaubte dem Verurteilten jegliche Prozedur, wie das Einschreiben an der Universität oder seinen Führerschein zu erneuern, ohne irgendeine Behinderung.

Rechtsanwältin Brun sagte, dass, weil der Haftbefehl gelöscht worden sei, Giménez offiziell kein Flüchtling sei, sondern nur der Vorwurf wegen Rebellion vorläge.

Gestern wurde Blas Giménez in die Justizabteilung der Polizei gebracht, um in das Gefängnis von Tacumbú überstellt zu werden, wo er die Strafe verbüßt, der er vor sieben Jahren entgangen war.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Haftbefehl auf mysteriöse Art und Weise gelöscht

  1. „Die Verteidigung argumentierte, dass die Frau tatsächlich an Gesundheitsproblemen wie Diabetes… und anderen gestorben sei (nach dem Autounfall).“
    Ouououou, autsch. Clevere Anwälte, aber der Antrag der Verteidigung wurde abgelehnt.

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