Händler verteidigen Schmuggelgut vor Polizei

San Lorenzo: Um nicht zu viel Aufmerksamkeit unter den Verkäufern zu erregen und Filtrationen durch die eigene Polizeikollegen zu vermeiden ging gestern ein Staatsanwalt aus Asunción mit nur vier Polizisten auf den städtischen Markt von San Lorenzo, um da vorhandenes Schmuggelgut aus Argentinien zu beschlagnahmen.

Die wütende Menge von Verkäufern, die ihre täglichen Brötchen nur noch durch den Verkauf von illegal ins Land gelieferter Ware verdienen, stellte sich umgehend gegen die Aktion und schaffte es nach nur kurzer Zeit, dass die Ordnungshüter nachgaben ohne Verstärkung zu rufen.

Wenn es der Polizei noch nicht mal erlaubt wird illegale Güter zu beschlagnahmen und ein Bürger in Gesellschaft anderer sich anmaßt Widerwort zu geben zeigt dies einmal wieder wie es um die Einhaltung der Gesetze durch die Bürger und deren Unrechtsbewusstsein steht.

Es handelte sich hauptsächlich um Budweiser Bier in 6×1 Liter Flaschen und Uvita Tafelwein im 1 Liter Tetrapak.

(Wochenblatt / Telefuturo)

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6 Kommentare zu “Händler verteidigen Schmuggelgut vor Polizei

  1. Im Mercosur sollte der Warenverkehr zwischen den Mitgliedslaendern zollfrei sein. Der Schmuggel von dem ein grosser Teil der aermeren Bevoelkerung im Mercado Cuatro lebt, dient letzten Endes auch dem Verbraucher der sonst nur hoehere Preise dank Zoellen zu zahlen hat.

    1. Genau, und abgesehen davon, von was sollten diese Menschen eigendlich noch leben? Der Staat schaut ja schliesslich auch nicht mal für die eigene Bevölkerung. Ein echtes Armutszeugniss für dieses Land.

  2. die Einhaltung der Gesetze durch die Bürger und deren Unrechtsbewusstsein steht.

    Ich denke mal, in erster Linie sollten mal die Reichen und Schönen die Gesetze einhalten bevor man der armen Bevölkerung dieses vorhält. Aber wie es eben so ist haben die Deutschen gut Reden. Ihnen fehlt es ja meist an nichts.

    1. Sie sprechen mir aus der Seele.

      Während es für eine 17-jährige aus reichem Hause, die ein Kind bekommt, für sie nicht wie für eine arme junge Frau bedeuten muss, dass ihre Zukunft – weil Schulabbruch – den Rest ihres Lebens als Empleada für 400T Gs/mt. oder als Prostituierte arbeiten muss.
      Die Politiker von Paraguay sind einfach so bescheuert: Beschliessen eine neue Beleuchtung für eine Brücke, wirklich wichtig, aber für die armen schwangeren Mädchen beschliessen sie gar nichts wie etwas Unterstützung oder Weiterbildung. Als ob diese Kindern nicht auch die Zukunft des Landes wären, evtl. die klügeren Köpfe von morgen als welche heute im Parlament sitzen.

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