Harte aber ehrliche Worte

Caacupé: Bischof Ricardo Valenzuela nahm sich einen Monat Zeit, um die Rede zu schreiben, die gestern der politischen Klasse, sitzend in den ersten Reihen, stark verärgerte. An harter Kritik wurde nicht gespart.

Der Bischof von Caacupé, Ricardo Valenzuela, sparte nicht an Kritik in seiner Eröffnungsrede zum Feiertag der Jungfrau von Caacupé, bei dem traditionell die politischen Führer anwesend sind, so auch der Staatschef. Man könnte die Rede sogar als schärfste der vergangenen Jahre bezeichnen, eine Abrechnung mit der aktuellen Politik.

Der Fokus lag äußerst direkt auf der Korruption und der unehrlichen Volksvertreter. Er bemängelte die fehlende Moral im öffentlichen aber auch im privaten Sektor sowie die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit in der Bevölkerung. “Man spürt die Unzufriedenheit einer großen Bevölkerungsschicht über die politischen Führer, die anscheinend die Realität nicht anerkennen wollen“, so Valenzuela.

Tausende Anwesende lauschten jedes Wort auf dem Platz vor der Basilika während die gewählten Volksvertreter, darunter Horacio Cartes, ernsthaft zuhörten und sich von Minute zu Minute unwohler fühlten.

“Wir erkennen die Fortschritte in diversen Bereichen an aber wir sehen auch fürchtend zu, wie einige Personen ihre Vorteile mehr Wichtigkeit beimessen als die der Bevölkerung“, so Valenzuela weiter.

Schulen ohne Dächer, verwaiste Krankenhäuser ohne Medikamente sowie das Fehlen von Sicherheit und der längst verlorene Kampf gegen die EPP, mit fünf Geiseln, sind nur einige Punkte, die auch Beachtung fanden.

Des Weiteren bezog er sich auf staatliche Institutionen, die von unehrlichen und korrupten Angestellten überfüllt sind. Und immer mehr Fälle von schamlos stehlenden Beamten werden bekannt. Da die Regierung von der Colorado Partei, speziell dem Cartes Sektor geleitet wird, war dies ein verbaler Angriff auf alle diese Politiker.

“Von den staatlichen Büros aus wird alles unternommen um den Haushaltsplan so zu gestalten, dass besonders viel für wenige übrig bleibt. Während dies so weiter geht, können wir nicht ruhig zusehen, ohne die Korrupten anzuzeigen“, unterstrich Valenzuela.

Vor so einer Situation sollte man nicht gleichgültig reagieren und die Unehrlichen decken, die die staatlichen Gelder für eigene Zwecke missbrauchen. “Um dieses System zu bekämpfen, bedarf es aber auch mutiger Staatsanwälte und Richter. Die aktuelle Justiz ist schnell und günstig für die Politiker, die aktuell an der Macht sind“, erklärte Valenzuela.

Der Bischof forderte die Kandidaten der Parteien für die kommende Wahl auf, das Beste für das Volk zu tun, und nicht Luftschlösser verkaufen, also Versprechen, die man nicht einhalten kann. Ebenso ist es unmoralisch Wählerstimmen zu kaufen, auch wenn das keiner hören will, da sie sich die Not der Wähler zunutze machen.

Der Religiöse sowie alle anderen Paraguayer haben den Traum und die Hoffnung eines Tages besser zu leben, in einem neuen Paraguay. Alle wollen eine bessere Bildung, Gesundheitswesen, Land und Sicherheit für alle.

“Die Kandidaten sollten ehrlich, authentisch, nicht heuchlerisch, ohne Doppelleben und mit Vaterlandsliebe ausgestattet sein. Die jetzigen Kandidaten sollen zudem nicht die Träume der Bevölkerung ausbremsen und ihnen den letzten Funken Hoffnung rauben. Aus diesem Grund sind die kommenden Wahlen extrem wichtig für unser Volk“, so Valenzuela abschließend.

Guillermo Sosa, Minister für Arbeit im Kabinett des Präsidenten Cartes, sagte gegenüber der Presse, dass Kritik gerne willkommen ist. Dies war der einzige Kommentar zum besagten Diskurs des Geistlichen.

Wochenblatt / Última Hora

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5 Kommentare zu “Harte aber ehrliche Worte

  1. Es ist eigentlich zum Schreien komisch, speziell für areligiöse Leute wie mich, dass ausgerechnet die katholische Kirche als einzige Institution die zum Teil wirklich schlimmen Zustände aufzeigt.
    Hut ab!

    1. Es ist wirklich „zum Schreien komisch“, dass ausgerechnet der „völlig ungläubige“ und „areligiöse“ Hans Iseli, der Gläubige als „einfache Gemüte“ und Religion als „Unfug“ bezeichnet der Katholischen Kirche ein „Hut ab“ spendet. Es ist „zum Schreien komisch“ dass ausgerechnet Hans sich praktisch zu jedem „religiösen“ Artikel äussert und sich trotz seiner Eigenqualifikation offenbar hohe Fachkompetenz zuschreibt. Leider ist das nur Maquillage. Wenn jemand „völlig ungläugib“ und „areligiös“ ist, sollte es ihm im Grunde auch völlig egal sein, was die Religionen in deren Heiligen Büchern über die „Ungläubigen“ sagen. Nicht so unser Hans Iseli. Ihn stört es, was die meisten Religionen darüber sagen, zudem ist seine theologische Inkompetenz belegt, denn er liegt völlig falsch in der Annahme, die „Hölle“ sei nur für die „Ungläubigen“ (soviel zur Christlichen Theologie) während die Juden die Meinung der „Befreiung“ jener die die Noachischen Gebote halten vertreten. Klassicher contradictio in adiecto eben.

  2. Mit Verlust von Moral und Glauben leben die Menschen nur mehr fürs Diesseits ohne daran zu denken, dass das letzte Hemd keine Taschen hat und wir nur unsere guten und schlechten Taten im Gewissen mitnehmen werden.

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