Hausbesetzer in Aufruhr

Pilar: Leerstehende Gebäude ziehen Hausbesetzer an, die kein oder ein schlechtes Dach über den Kopf haben. Ob das nun legal oder illegal ist, wird nun zum Streitthema.

Etwa 50 Familien aus den Stadtvierteln San Lorenzo und Ytororó in Pilar haben sich in leerstehenden Gebäuden verbarrikadiert, die von der Senavitat aufgegeben wurde. Alle Hausbesetzer argumentieren, dass die Häuser seit 2012 von den Behörden nicht mehr in Anspruch genommen wurden. Es sei doch nun wohl besser, wenn jemand darin einziehe.

Das Projekt verschlang drei Milliarden Guaranies an öffentlichen Geldern. In den Sand wurden sie durch das Unternehmen Tecnosur Ingenieria SRL gesetzt. Die Behörde für den sozialen Wohnungsbau (Senavitat) gab der Firma den Auftrag, weil bei einer Ausschreibung diese das günstigste Angebot abgab.

Warum die Häuser nicht fertiggestellt wurden ist unklar. Die Nachbarn in der Umgebung erklärten, sie verdienen eine menschenwürdige Wohnung. „Unsere Absicht ist es, die Häuser fertigzustellen. Das werden wir alle gemeinsam erledigen. Es sind Unterkünfte aus einem sozialen Projekt für die ärmere Bevölkerung. Das sind wir“, erklärte einer der Hausbesetzer, Rubén Piedrabuena. Er betonte zudem, keiner wäre politisch aufgehetzt worden, die Entscheidung sei aus freiem Willen erfolgt.

Die Senavitat sieht das etwas anders, prüft aber erst noch die möglichen rechtlichen Schritte. Unter der Regierungszeit von Fernando Lugo wurde das Projekt in Pilar initiiert. Es stand damals schon in der Kritik, weil die Gegend bei Regen kontinuierlich überflutet ist.

Quelle: Ultima Hora

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13 Kommentare zu “Hausbesetzer in Aufruhr

  1. Lasst mich raten. Ich bin mir sicher zu 99% richtig zu liegen:
    – Die halbe Million Euro (3 Mia Gs) wurden nicht vollständig ausgegeben, denn es fehlen noch Fenster, Türen und Dächer.
    – Warum die Häuser nicht fertiggestellt wurden ist unklar, weil es trotz langer Kontrolle nicht klar ist, warum die Häuser nicht fertiggestellt worden sind.
    – Die fähigen Verantwortlichen der Senavitat sind immer noch auf ihrem verantwortungsvollen Posten. Trotzdem dies nicht der erste und demnach auch nicht der letzte Fall ist, dass Häuser gebaut aus Staatsgelder nicht fertiggestellt wurden/werden.
    – Die Häuser, die Senavitat in Auftrag gegeben hat, wurden zu 99% fertiggestellt, der Rest konnte nicht fertig gebaut werden, obwohl Senavitat stets bemüht war. Man bemüht sich Verantwortliche zu finden.
    – Das Unternehmen Tecnosur Ingenieria SRL ist bereits mit ihren von der Senavitat erhaltenen Folgeaufträge beschäftigt und ist dank harter Arbeit zu einem florierenden Unternehmen in Construcciones herangewachsen.
    – Der Chef von Tecnosur Ingenieria SRL ist mit dem Chef der Senavitat weder verschwägert noch verwitwet, noch Hermano, noch Tio, noch Padrino.
    – Die Senavitat prüft rechtliche Schritte um ihr Eigentum zurück zu erhalten. Könnte in zwei Monaten erledigt sein. Doch dann ist es zu spät, weil die Besetzer schon Vorhänge aus feinstem Plastik in Fenster- und Türrahmen und einer bei Regen sich selbstreinigenden Gemeinschaftskloake, sowie einer Fleiluftgemeinschaftsmüllverbrennungsanlage investiert haben und daher rechtlich nicht mehr zum Gehen bewegt werden können.
    – Die zahlreichen Kinder auf dem Foto, Kinder und Kinder seiner Kinder, ernährt der Mann mit harter Arbeit, wenn er gerade nicht seinen anderen Hobbies nacheifert. Demnächst wird schon das nächste aus der Warteschlange austreten, denn es hat für jedes Kind dank Senavitat 15cm² mehr Platz in jedem Kinderzimmer.
    – Die Hausbesetzer muss man verstehen, sie hatten eine schlechte Erziehung. Trotzdem würden sie ihren Müll nicht verbrennen, aber sie haben kein Geld für die Müllabfuhr, weil sie nun zwanzig paar Regenstiefel anschaffen müssen.
    – Auch wenn die Bausubstanz etwas schlecht ausgefallen ist werden die Hausbesetzer mit harter Arbeit etwas daraus machen und die mehr verkaufen wollen.

  2. Die Logik der Paraguayer ist immer wieder erstaunlich. Basierend auf dieser wundersamen Logik funktioniert ebenso das Rechtsverständnis und die Rechtssprechung. Nichts ist sicher, auf nichts und niemand kann man vertrauen oder sich auf etwas verlassen.

      1. Jetzt mal ehrlich, Sie kommen mir langsam so vor, wie ein Filmemacher von Vox, die Auswanderer.
        Man muss den Leuten nur lange genug vorkauen, dass im Ausland alles schlecht ist.
        Mit kunstruktiver Kritik an den Zuständen hier, können Sie nicht umgehen.
        Leben Sie eigentlich hier?

        1. ich lebe seit fast 27 Jahren in Paraguay und bin sehr gluecklich. Natuerlich sehe ich auch taeglich die unzaehligen Unzulaenglichkeiten aber mit rumjammern und lamentieren wird sich nichts aendern. Konstruktive Kritik muss dort angebracht werden wo sie gehoert und verstanden wird und nicht im „Hinterzimmer“ des Wochenblattes. Also Hermann: auf in die grosse Politik und alles wird sich positiv aendern. Oder man akzeptiert das Land wie es ist.

          1. Große Politik in Paraguay? Mach mal, wir lachen dann alle.
            Kritik verboten, bitte Rückwandern, nicht meckern, nicht nörgeln – immer schön den Mund halten…. – wow, das ist auch eine Philosopie.

  3. wenn ich die Bilder sehe muss ich sagen, das sind keine Häuser, das sind Dreckslöcher….aber reicht offenbar aus, sich zu vermehren

  4. Nein, es ist nicht alles schlecht in Paraguay. Also mir gefällt es hier. Auch Manni. Aber manchmal muss man sich schon fragen. Diese Chefs, von ANDE, ESSAP, Senavitat! Kein Strom, kein Wasser, Häuser halb fertig gebaut, verrotten. Es gibt täglich noch weitere Beispiele von unsäglicher Dummheit und Korruption (Straßenbau, Anwälte, Mediziner etc.). Und sie sitzen seit Jahren im Sessel. Keine Konsequenzen. Einfach nichts. Und alles nimmt seinen Lauf. Wie bisher. Doch begreiflich, man findet keine bessern Leute, offensichtlich.

    1. Die „besseren“ Leute sind im Privatsektor taetig oder laengst ins Ausland verschwunden. Im öffentlichen Sektor muss man die guten Leute mit der Lupe suchen. Ausserdem sind im oeffentlichen Sektor die Leute kurze Arbeitszeiten (6 Stunden taeglich) „gewohnt“ und es gibt viel zu viele Laberrunden (Reuniones). Die interne Kommunikation mit anderen Abteilungen ist so schlecht, da sind Taubstumme deutlich kommunikativer
      Ich mach im MOPC nicht mehr lange. Eigeninitiative ist verboten, alles muss von den Direktoren abgesegnet und abgestimmt werden.

    2. Doch doch. Sollte mal in PLRA an die Macht kommen, finden sich schon reichlich neue Leute. Die neuen Minister haben ja dann neue Familien und neue Primor/Tios, die zwar keinen Basica-Abschluß geschafft haben, dafür aber schnell vom Padrino der die LaLa Universität leitet 3 akademische Titel bekommen haben und deshalb für jeden Direktoren-Pfosten bestens qualifizeirt sind.

      Ganz nach dem Motte:
      50% für mich.
      40% gehen nach oben zur Familie
      ..und für 10% lassen wir vom Parteifreund irgendwas hinstellen.

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