Haushaltsdefizit wird größer

Das Finanzministerium zieht Bilanz bis Ende September und sieht die Haushaltsziele gefährdet. Das Loch in der Kasse ist im laufenden Jahr bereits auf 1,3 Billionen Guaranies (247 Millionen USD) gestiegen, im Vorjahr gab es ebenfalls ein Defizit, allerdings lag das noch bei 211 Milliarden PYG (40 Millionen USD).

Daniel Correa, der Vizeminister für Wirtschaft, führt die Entwicklung auf höhere Investitionen bei gleichzeitig deutlich abgeschwächter Konjunktur zurück. Der deutlich gesunkene Verkauf von Fahrzeugen, Maschinen und Elektrogeräten bringt weniger in die Kasse des Fiskus, der ideologisch bedingt auf indirekte Konsumsteuern setzt.

Eigentlich war die Regierung auf gutem Wege, das gesetzlich vorgeschriebene maximale Haushaltsdefizit von 1,5% des Bruttoinlandsproduktes nicht zu überschreiten, man hat gespart wo möglich, die Reisekosten, Spesen und andere Dinge wurden zum Beispiel stark gekürzt, erklärte Corea. „Ich muss es ziemlich deutlich sagen: Es gibt Risiken bei der Erreichung des Ziels (Haushaltsdefizit), da das Thema der Einnahmen uns hart trifft“, dämpfte der Vizeminister die Erwartungen an die Einhaltung des Gesetzes.

Er erinnerte, dass die Haushaltsplanung von 11% Wachstum bei den Steuereinnahmen ausging, jetzt seien es nur noch 4,8%. Im September 2015 mussten bereits 75% der Steuermittel zur Zahlung von Gehältern aufgewendet werden, im gleichen Monat des Vorjahres waren es „nur“ 72%.

Die Quellen der Umsatzsteuer, die besonders stark einbrachen sind Kraftstoff, hier wird nach einem Wachstum von 9% im Vorjahr ein Rückgang um 9,5% gemessen, die Getränkebranche hat 19,1% weniger umgesetzt, Fahrzeuge sind um 2,5% gefallen, die Produktion der Genossenschaften gab um 5,1% nach und die Telekommunikation ging ebenfalls um 1,4% zurück.

Correa erklärte, der geringere Absatz im Fahrzeugmarkt deute auf eine verminderte Konjunkturerwartung der Bevölkerung hin. Mehr Umsatz gab es lediglich im Tabaksektor (6,7%), den Supermärkten (3%) und bei den Banken, die erstaunliche 18,9% zulegten.

Quelle: Última Hora, Foto: LaurMG