Asunción: Der ehemalige Präsident der Republik und derzeitige Vorsitzende der Nationalen Republikanischen Partei (ANR), Horacio Cartes, feierte seinen 70. Geburtstag zuerst zu Hause und dann in der Parteizentrale in Begleitung von Funktionären, Abgeordneten und staatlichen Vertretern. Seine Rede war geprägt von Dank an seine Parteigenossen sowie einer deutlichen politischen Abwehr gegenüber jenen, die ihn nach seinen Worten endgültig von der politischen Bühne verdrängen wollten.
In seiner Ansprache ging Cartes direkt auf die jüngsten Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ein und scherzte, dass sein ehemaliger Gesundheitsminister und persönlicher Arzt, Senator Antonio Barrios, bereits über seinen Zustand informiert habe.
„Er hat gerade gemeldet, dass ich noch nicht gestorben bin. Viele wollten, dass Horacio stirbt. Ich muss ihnen die schlechte Nachricht überbringen: Ich werde noch 140 Jahre leben“, erklärte der ehemalige Präsident bestimmt und löste damit großen Beifall unter den anwesenden Parteigenossen aus.
„Jetzt ist keine Zeit für Streitigkeiten – Paraguay soll rot werden“
Sich der internen Spannungen und der Mängel in der Parteistruktur angesichts der bevorstehenden Wahlherausforderungen bewusst, widmete Cartes einen großen Teil seiner Rede der Forderung nach einem Ende der Auseinandersetzungen. „Ich bitte Gott mehr denn je, dass unsere Parteifamilie geeint ist. Jetzt ist keine Zeit für Zwietracht, keine Zeit für Diskussionen, keine Zeit für Streit – jetzt ist die Zeit, dass wir alle als diese wunderbare rote Familie zusammenstehen“, rief er aus, nachdem er eingestand, dass er in jüngster Zeit angesichts schwieriger Phasen „herzhaft geweint“ habe.
Mit Blick auf die Kommunalwahlen am kommenden 4. Oktober rief der ANR-Vorsitzende die Anwesenden auf: „Paraguay soll rot werden.“ Er betonte: „Ohne die Rote Partei sind wir alle nichts“, und forderte, persönliche Interessen zurückzustellen: „Bitte nicht. Nicht jetzt – jetzt zählt Paraguay und die Rote Partei.“
„Wir werden nicht untätig untergehen, sondern bis zum Schluss arbeiten“
Auch das Fußballthema ließ Cartes nicht aus – einen Tag nach dem Ausscheiden der paraguayischen Nationalmannschaft aus der Weltmeisterschaft 2026 gegen Frankreich.
„Ich habe immer kritisiert, untätig unterzugehen, aber gestern habe ich gelernt, dass es auch so gehen kann. Doch ich sage: Man darf sich nicht damit zufriedengeben, untätig unterzugehen – man muss gewinnen“, erklärte er. „Wir werden nicht untätig untergehen, sondern bis zum Schluss arbeiten und den letzten Tropfen Schweiß und Blut für unsere geliebte Republik Paraguay geben.“
An anderer Stelle sprach er sich klar für die Kandidatur von Camilo Pérez aus und versicherte, dieser werde „Asunción verändern“ und „alte Probleme beenden“. Jetzt komme es auf Taten und Ergebnisse an, nicht mehr auf Versprechen oder Reden.
Zusagen im Gesundheitswesen und „Solidarität ohne Parteizugehörigkeit“
Zudem verteidigte Cartes die Hilfsarbeit der ANR im Rahmen ihrer Solidaritätsmaßnahmen. Er versprach, dass unter seiner Leitung des Parteivorstands keine Versorgungsengpässe für Bedürftige auftreten werden: „Es wird keine fehlenden Medikamente geben – das garantiere ich“, fügte hinzu und bat die Kommunen um gegenseitige Unterstützung im Gesundheitsbereich.
Abschließend betonte der ehemalige Präsident, dass die medizinischen und augenärztlichen Untersuchungen in der Parteizentrale frei von unmittelbaren Wahlinteressen sein müssen. „Gesundheit kennt keine Parteifarben. Egal, welcher Partei jemand angehört: Er soll ohne Vorurteile hereinkommen und mit Brille auf der Nase und klarem Blick wieder hinausgehen“, schloss er seine Rede.
Wochenblatt / Abc Color















